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Der Sonntag in Most

Der Sonntag in Most

30. August 2009Most - 10 Grad zeigte das Thermometer am frühen Morgen. Trotz nur leichter Bewölkung und viel Sonnenschein stiegen die Temperaturen vor insgesamt mehr als 50.000 Zuschauern auch im Laufe des Tages auf gerade mal 24 Grad. Und auch dem Asphalt fehlte am Ende mit 38 Grad die richtige Klebetemperatur. Beim morgendlichen Warm Up war die Piste aber noch kühler, und so machten denn viele Piloten daraus auch ein Warm Up im wahrsten Sinne des Wortes – vor allem für die Reifen. Auch beim anschließenden Zeittraining konnte man die gestrigen Zeiten nicht erreichen. Während die beiden MAN-Piloten Antonio Albacete (ESP) und Jochen Hahn (GER) schon in der ersten Runde ihre Bestzeiten markierten, mit denen sie sich zum Schluss auch die erste Startreihe sicherten, konnten sich die beiden Buggyra-Fahrer David Vrsecky (CZE) und Markus Bösiger (SUI) am Ende noch einmal steigern. Um 3 Hundertstel geschlagen blieb für den Tschechen aber schließlich doch nur der dritte Startplatz vor seinem Teamkollegen aus der Schweiz und Chris Levett (GBR) auf MAN. Die ersten Fünf lagen gerade mal etwas mehr als 4 Zehntel auseinander.
Das anschließende Rennen verlief dagegen eher undramatisch. Polesetter Albacete übernahm gleich die Führung und gab sie bis ins Ziel auch nicht mehr ab. Hahn hing seinem Markenkollegen anfangs noch ziemlich im Nacken, war aber letztendlich mehr damit beschäftigt, seinen zweiten Platz gegen den ständig attackierenden Vrsecky zu verteidigen. Und hinter den beiden Kampfhähnen lag ja auch noch Bösiger in Lauerstellung, darauf gefasst, dass sich die beiden vor ihm bei ihren Scharmützeln gegenseitig eliminierten. So passierte das Trio schließlich im Zehntelabstand die Ziellinie. Levett fuhr völlig unbedrängt erneut auf Platz 5, ebenso locker kam der Österreicher Egon Allgäuer (MAN) auf der 6. Position ein. Erheblich umkämpfter waren die restlichen Punkteränge. In der letzten Runde fiel der Tscheche Frankie Vojtisek (Renault) ebenso wie Balazs Szobi (MAN) aus Ungarn noch weit zurück. Der Renaultpilot rettete mit dem 10.Rang gerade noch den letzten Punkt, der Ungar rutschte ganz aus den Punkterängen und wurde später gar noch disqualifiziert. Die Plätze vor Vojtisek belegten am Ende der Brite Stuart Oliver (MAN), der Renault-Pilot Anthony Janiec (FRA) und der Russe Alexander Lvov (MAN).
Im letzten Rennen des Wochenendes hatte nun der achtplatzierte Janiec die Pole und neben ihm lag wie schon gestern Oliver. Sieger Albacete startete hinter Hahn von der achten Position aus. Dazwischen lagen Allgäuer, Levett, Bösiger und Vrsecky. Der Start selbst war ein ziemliches Durcheinander, und niemand wunderte es am Schluss, dass es da noch einiges durch die Stewarts zu untersuchen gab. Oliver gewann den Start, Janiec fiel gleich zurück, Allgäuer schoss durch die Mitte zwischen Oliver und Levett nach vorn. Für drei Trucks nebeneinander war die Ideallinie in der Schikane zu schmal. Levett blieb nichts anderes übrig als ins Kiesbett auszuweichen, hinter den beiden anderen ordnete er sich wieder ein. Dahinter spielten sich dann wirklich dramatische Szenen ab. Offensichtlich hatte Vojtisek Bösigers Buggyra berührt, der sich daraufhin drehte und quer auf der Piste stand. Um eine Kollision zu vermeiden, musste auch Hahn ins Kiesbett. Das Feld war danach ziemlich durcheinander gewürfelt. Oliver lag weiterhin in Führung, Vsrecky hatte sich schon auf die 2. Position vorgearbeitet, gefolgt von Allgäuer, Albacete, Levett und Janiec. Hahn war durch das Manöver dagegen auf den 7. Platz zurückgefallen, Bösiger gar bis auf P13. In der 4. Runde konnte Albacete beinahe widerstandslos auf die 2.Position vorfahren, Vrsecky war aber schon zu weit enteilt, als dass der Spanier ihm noch hätte gefährlich werden können. Im Verfolgerfeld ging es aber weiterhin hart zur Sache. Hahn lag mittlerweile hinter Allgäuer auf dem 4. Platz. Drei Runden lang versuchte der Deutsche, der klar schneller schien, am Österreicher vorbeizuziehen. In der 7. Runde gerieten die beiden Trucks leicht aneinander, und Hahn schoss vorbei. Nach Meinung vieler Beobachter ein harter, aber normaler Überholvorgang. Die Rennkommission sah das aber ganz anders und verpasste dem Altensteiger eine Durchfahrtsstrafe. Dadurch fiel der MAN-Pilot noch 2 Runden vor Schluss vom Podestplatz auf den 9.Rang zurück. Bösiger war bis zur achten Runde bis auf den 8. Platz vorgefahren, erhielt dann aber einen harten Schlag aufs Heck, und danach lag der Buggyra-Freightliner mehr quer als gerade auf der Piste. Mehr als der 12. Platz war am Ende für den Schweizer nicht mehr drin. Hinter dem weit enteilten Führungsduo fuhr Levett auf dem 3. Platz ein, mit 4 Zehntel Vorsprung vor Oliver. Janiec holte sich den 5. Rang vor Allgäuer, Lvov und Szobi. Hinter Hahn sicherte sich Vojtisek mit Platz 10 den letzten Punkt.
Nach der Siegerehrung gab es dann tatsächlich noch eine Untersuchung des Starts. Einzig diskussionswürdig schien dann aber nur das Ausweichmanöver Levetts. Schließlich sah man aber wohl ein, dass dem Briten keine andere Möglichkeit geblieben war. So blieb dem jungen Engländer auch erspart, den Pokal und die Blumen wieder abgeben zu müssen, wie am Vortag Jochen Hahn.
In der Championatswertung konnte Albacete mit nun 344 Punkten seine Führung wieder leicht ausbauen, gefolgt von Vrsecky (329), Bösiger (259) und Hahn (237).
Die Teamwertung ging in beiden Rennen an Buggyra (Vrsecky / Bösiger) vor Team HahnOxxo (Hahn / Szobi) und Team Birds-Bernau (Levett / Lacheze).