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Vorbericht Jarama

Vorbericht Jarama

25. September 2006Mehr als 700 Meter hoch liegt die Rennstrecke im Norden Madrids, in San Sebastian de los Reyes. Seit in Europa Truckracing gefahren wird, ist Jarama an jedem ersten Oktoberwochenende mit dabei. Lange Zeit fand hier auch das Finale statt. 2002 allerdings trafen sich die Truckracer zum Saisonabschluss am Lausitzring, und danach fiel dann jeweils in Le Mans die Entscheidung. Im letzten Jahr musste Antonio Albacete allerdings die Rennen in Frankreich gar nicht mehr abwarten. Während der ganzen Saison hatte sich der Spanier so überlegen präsentiert, dass er sich hier in seiner Heimatstadt Madrid vor insgesamt knapp 70.000 Fans den Titel schon vorzeitig sichern konnte. Diesmal sieht das aber alles völlig anders aus.
In den letzten beiden Runden zur FIA European Truck Racing Championship kann ein einzelner Fahrer noch 120 Punkte erreichen, was bedeutet da schon ein Vorsprung von 12 Zählern zu Gerd Körber, 15 zu Jochen Hahn oder 41 zu Markus Oestreich. Die drei deutschen Verfolger sind schon zu lange im Truckracing, um nicht noch um ihre Chancen zu wissen und zu kämpfen. Wie schnell man aus einem Rennen mal mit nur null Punkten nach Hause kommt, diese schmerzliche Erfahrung haben Körber, Hahn und Oestreich in Most und Zolder machen müssen. Kleine Defekte mit großer Wirkung, eine minimale Unachtsamkeit von einem selbst oder von einem der Kontrahenten und schon fliegt man aus den Punkterängen. Neben diesen vier Fahrern sind in Jarama noch weitere 27 am Start. Von den insgesamt 31 Piloten sind allein sieben Race-by-Race-Fahrer, die zwar nicht um die Punkte mitfahren, den Ausgang des einen oder anderen Rennen aber durchaus schon einmal beeinflussen können. Je mehr Trucks auf der Piste, desto größer eben die Unwägbarkeiten.
Vor einem Jahr stand der verheerenden Unfall von Manuel Gozalo mit dem „Uralt“-Phoenix-MAN im Mittelpunkt der Berichterstattung. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich so etwas nicht wiederholt. Nach den letztjährigen Erfahrungen kann man sicher davon ausgehen, dass das Kiesbett mittlerweile in einem Zustand ist, dass es auch wirklich Bremswirkung erzeugt. Und bei den Technischen Abnahmen, das hat die bisherige Saison ja auch schon gezeigt, wird ein besonderes Merkmal auf die Sicherheitsstandards der RaceTrucks gelegt.
Das Programm in Jarama ist ausgesprochen straff und letztendlich etwas mager. Zu Anfang der Saison hieß es ja noch, die rhino`s GT-Series würde sowohl in Albacete als auch in Jarama im Rahmenprogramm starten. Doch nachdem man schon im Juni auf diese gemischte Sportwagenserie vergeblich gewartet hatte, hätte man doch eigentlich für Jarama noch etwas anderes organisieren können. Eine einzige Rahmenserie – mit den Renault Clios – dazwischen immer mal wieder relativ lange Pausen, in denen sich für die Zuschauer nichts tut, wären für andere Rennstrecken sicherlich tödlich. Nicht so in Jarama. Es gibt keinen Kurs der stimmungsmäßig mit dieser spanischen Berg- und Talbahn zu vergleichen wäre. Wo sonst noch werden die Marshals mal bejubelt, wenn sie die Piste fegen. Ist auf der Strecke gar nichts los, dann machen die Fans eben ihr eigenes Programm.
Den RaceTrucks kommt dieser extrem straffe Zeitablauf aber unter Umständen ganz und gar nicht entgegen. Jeweils gerade mal 2 Stunden zwischen den Starts von Zeittraining, Quali-Race und Cup-Race bedeutet maximal eineinhalb Stunden zwischen dem Ende des einen und Beginn des anderen. Unter Berücksichtigung der Zeit für den Parc Fermè und der langen Zeit, in der die RaceTrucks sich vorab schon vor der eigentlichen Startaufstellung im Paddock aufstellen müssen, stehen dann jedes Mal weniger als mal 60 Minuten für Reparaturen und Service zur Verfügung. Dieser Zeitablauf widerspricht zwar nicht unbedingt dem Reglement, könnte sich aber als äußerst problematisch erweisen. Motor- und Getriebewechsel können die Teams dann allemal vergessen.
Wie nicht anders zu erwarten, wird das Wetter trotz der herbstlichen Jahreszeit wieder ausgesprochen angenehm. Temperaturen so um die 25 Grad, bei leicht bewölktem Himmel auch kaum Gefahr von Regen, so verheißt es zumindest wetter.com. Der örtliche Wetterdienst jedoch gibt für den Sonntag eine 50prozentige Wahrscheinlichkeit von Niederschlägen an.
Der EUROSPORT-TV-Report ist für Dienstag, den 10.10. um 23:00 vorgesehen mit einer Wiederholung am 13.10. um 8:30.