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Der Samstag in Most

Der Samstag in Most

25. August 2007Most - Ein strahlend blauer Himmel und Temperaturen bis über 30 Grad verliehen schon dem morgendlichen Warm Up eine ganz neue Bedeutung. Markus Bösiger setzte hier mit seinem Buggyra Freightliner erst einmal das Maß, knapp gefolgt von Antonio Albacete (MAN). Im anschließenden Zeittraining drehte der kleine Spanier dann aber richtig auf, verbesserte sich um mehr als eine halbe Sekunde auf 2:03.338, während der Schweizer unerklärlicherweise mehr als 1 Sekunde gegenüber dem Warm Up verlor. So nahm Bösiger überraschend auch nur den 5. Startplatz ein. Vor ihm konnten sich sein Teamkollege David Vrsecky, Jochen Hahn auf Mercedes-Benz und Gerd Körber auf MAN platzieren.
Im folgenden Quali-Race nutzte Albacete die Pole allerdings wenig, mit einem Superstart setzte sich Lokalmatador Vrsecky direkt an die Spitze und gab sie bis zum Ziel auch nicht mehr ab. Der Spanier versuchte den Tschechen zwar ständig unter Druck zu setzen, fast bei jeder Kurve schien es, als könne der rote MAN am blauen Buggyra nun endlich vorbeiziehen, doch sobald die Trucks wieder heraus beschleunigten, zog Vrsecky davon.
Auch Hahn konnte seinen Nebenmann nicht halten, bereits beim Start jagte Körber ihm die dritte Position ab. Dem Mercedes-Piloten direkt im Nacken hing Bösiger, der auch schon nach wenigen Runden in der 180 Grad-Kehre an Hahn vorbeiziehen konnte. Etwas später passierte der Schweizer auch Körbers gelben MAN. Doch das Spitzenduo war schon zu weit enteilt, als dass Bösiger noch hätte aufschließen können. Hahn jedoch hing nun direkt hinter Körber, und es entwickelte sich der spannendste Kampf des Rennens. Dabei schien der Mercedes-Pilot einfach einen Tick schneller, doch so häufig er auch bei Körber anklopfte, er kam einfach nicht am MAN vorbei. Infolge des permanenten Infights konnte schließlich auch noch Jean-Philippe Belloc (MAN) aufschließen, im Ziel lag der Franzose gerade noch eine halbe Sekunde hinter Hahn.
Dahinter gab es ein ähnlich spannendes Duell zwischen den beiden britischen Kampfhähnen Stuart Oliver und Chris Levett (beide MAN). Oliver musste das ganze Rennen mit stark lädierter Frontscheibe bestreiten, dennoch konnte er seinen jungen Widersacher Levett immer wieder in die Schranken weisen. In der vorletzten Runde gerieten die beiden Engländer allerdings so hart aneinander, dass Oliver letztendlich bis auf die 12. Position zurückfiel, wohingegen Levett nun den 7. Platz sicher ins Ziel bringen konnte. Auf dem 8.Rang fuhr Markus Altenstrasser ein, der mit seinem Renault-Kollegen Ross Garrett bereits am Start die Plätze getauscht hatte. Die Top Ten vervollständigte Jo Adua, dessen Teamchef Egon Allgäuer allerdings vom Pech verfolgt schien. Nach dem Warm Up musste das Differenzial geschweißt werden, das dabei sehr spektakulär – letztendlich aber ungefährlich – in Brand geriet. So verpasste der Österreicher das Zeittraining und musste vom letzten Startplatz aus ins Rennen gehen. Schon nach 2 Runden war er an beinahe der Hälfte des Feldes vorbeigezogen, musste dann jedoch seinen MAN mit technischem Defekt abstellen.
Und auch im abschließenden Cup-Race klebte Allgäuer das Pech weiter an den Füßen.
Erneut vom letzten Startplatz ins Rennen gegangen hatte er nach wenigen Kurven schon acht, neun Konkurrenten überholt, bevor ihm der linke Vorderreifen von der Felge sprang.
Das Rennen stand ansonsten ganz im Zeichen Antonio Albacetes. Ausgesprochen clever nahm er beim Start dem Polesetter Vrsecky die Führung ab. Und auch Bösiger schaffte es noch, an seinem tschechischen Teamkollegen vorbeizuziehen. Danach jagte der Schweizer den spanischen Titelverteidiger. Gerade in den engen Kurven rückte der Buggyra dem roten MAN immer ungemein nah auf die Pelle, doch mit all seiner Erfahrung hielt Albacete den Schweizer immer unter Kontrolle und fuhr schließlich einem knappen, aber sicheren Sieg entgegen. Vrsecky fuhr im Sekundenabstand hinter dem Führungsduo, hatte aber nie eine echte Chance, in das Duell um den Sieg mit einzugreifen. Im Übrigen waren die Plätze schon nach kurzer Zeit vergeben. Hahn hielt ungefährdet die 4. Position, wobei er schon anfangs an Körber hatte vorbeiziehen können ebenso wie Belloc. Einige Sekunden hinter Körber lag Chris Levett und dann kam eine lange Pause. Oliver hatte sich vom 12. Startplatz bis auf die 8. Position vorgekämpft, auf dem 9. Rang folgte Altenstrasser, dessen Teamkollege Garrett in der 6. Runde die Segel streichen musste. Die Top Ten vervollständigte diesmal Andy Levett, der Vater von Chris.
Anschließend wurde lange Zeit über einen Protest des Buggyra-Teams verhandelt, da Albacete beim Start die Strecke verlassen und dabei einen Marker überfahren haben soll. Doch letztendlich wurde der Protest abgewiesen. In der Championatswertung hat Bösiger heute 6 Punkte auf Albacete verloren liegt, aber dennoch mit insgesamt 272 Zählern weiter klar in Führung vor Albacete (245) und Vrsecky (219).