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Hungaroring Vorbericht

Hungaroring Vorbericht

09. Juni 2021Nachdem das Truckracing-Rennwochenende im italienischen Misano von Mai in den Oktober verlegt worden ist, findet nun der Saisonauftakt der FIA European Truckracing Championship am kommenden Wochenende auf dem östlich der ungarischen Hauptstadt Budapest gelegenen Hungaroring statt. Von den Permanent Pilots - also den Fahrern die sich fest für die Meisterschaft eingeschrieben haben - hat der französische MAN-Pilot Anthony Janiec abgesagt. So werden in Ungarn insgesamt 15 RaceTrucks über die Piste donnern, allen voran natürlich Lokalmatador Norbert Kiss (MAN).
Der zweifache Europameister kennt von der Piste am Hungaroring jeden Zentimeter in- und auswendig, er könnte hier beinahe mit verbundenen Augen fahren. Der MAN-Pilot gilt auf seinem Heimatkurs als einer der Favoriten, zudem hat er schon im vergangenen Jahr gezeigt, dass sein MAN hervorragend läuft. Zwei seiner stärksten Widersacher dürfte er in dem sechsfachen Champion Jochen Hahn und dem tschechischen Buggyra Freightliner Piloten Adam Lacko finden. Der deutsche Iveco-Pilot hat sich akribisch vorbereitet, und das Buggyra-Team hat wohl soviel Test- und Trainingskilometer zurückgelegt, wie kaum ein anderes.
Aber auch aus dem eigenen MAN-Haus erwächst Kiss mit dem Deutschen Sascha Lenz extrem starke Konkurrenz. Lenz führte in der letzten Saison die Meisterschaft nach dem Saisonauftakt in Most an und hat sich wie der Madrilenen Antonio Albacete bei den Testtagen im südfranzösischen Nogaro optimal auf die neue Saison vorbereitet.
Theoretisch wären das schon einige Podiumsanwärter, aber…
Wahrscheinlich war das Feld der RaceTrucks lange nicht mehr so ausgeglichen wie in diesem Jahr. Die Qualifyings für die SuperPole könnten zu einem echten Ausscheidungsrennen werden.
Auch die drei anderen Ivecos von Steffi Halm und Ihren beiden deutschen Landsleuten André Kursim und René Reinert sind immer für Podiumsplätze gut.
Dem deutschen Steffen Faas mit seinem tankpool24-Scania hat in der letzten Saison Corona einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber bei den wenigen Auftritten im tschechischen Most und am Hungaroring, konnte Faas zeigen, dass sein Scania nicht nur eines der schönsten Autos im Feld, sondern auch extrem schnell ist.
Buggyra Racing schickt insgesamt drei Freightliner ins Rennen, neben Lacko auch den jungen Franzosen Téo Calvet und die gerade mal 16-jährige Tochter von Buggyra-Chef Martin Koloc, Aliyyah. Während die junge Dame sicherlich in erster Linie weitere Rennerfahrungen sammeln möchte, hat Calvet schon weitergehende Ambitionen und zielt sicherlich auf Podiumsplätze ab. Das hat der junge Mann erst am letzten Wochenende beim Saisonauftakt der Französischen Meisterschaft in Charade gezeigt, als er in allen vier Rennen als Sieger die Ziellinie passierte.
Schließlich sind da dann noch vier weitere MAN - mit 7 Fahrzeugen ja auch die am meisten vertretene Marke im Feld. Der Stärkste in diesem Quartett ist sicher der Engländer Jamie Anderson, in der letzten vollständigen Saison immerhin schon Zehnter der Gesamtwertung. Er fährt das „Schwesterauto“ des grün-schwarzen Lenz-MAN, nur eben blau-schwarz.
Der Deutsche Clemens Hecker, im Übrigen ein ausgewiesener Scaniafan, gehört zu den Piloten, die sich früher mal mehr so „just for fun“ in den nationalen Meisterschaften ins RaceTruck-Cockpit gesetzt haben. Nun aber will der Unternehmer aus dem westfälischen Anröchte zeigen, dass er es auch mit den schnellen Piloten der FIA European Truck Racing Championship aufnehmen kann.
Shane Brereton aus Großbritannien hat in den letzten Jahren schon einige EM-Rennen bestritten und dabei auch schon reichlich Punkte sammeln können. 2018 holte er sich gar den 10. Platz im Gesamtklassement. Sein Landsmann Tom O’Rourke dagegen ist in der EM ein unbeschriebenes Blatt, der bisher nur in der Britischen Meisterschaft Truckracing-Luft hat schnappen können.
Beim Wochenend-Wetter sind sich die Wetterfrösche uneins, bei manchen besteht ein Trend zu Regen oder gar zu Gewitter, bei anderen fällt kein Tröpfchen Regen. Einig ist man sich nur bei den Temperaturen – so zwischen 25 und 27 Grad Celsius.