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Testtage in Most

Testtage in Most

24. April 2021In dieser Woche gab es auf dem Autodrom im tschechischen Most die seit Jahren vom Team Hahn Racing organisierten Testtage, üblicherweise rund vier Wochen vor dem Saisonauftakt der FIA European Truck Racing Championship.
Nur in diesem Jahr war es erneut nicht so wie üblich – Corona machte den Plänen ein weiteres Mal einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Sechs Wochen vor den geplanten und mit dem Autodrom Most vereinbarten Testterminen führte Tschechien mit einem Sieben-Tage-Inzidenz-Wert von mehr als 800 die Liste in Europa klar an –Tests in Most schienen in weite Ferne gerückt. So kam dann plötzlich der Circuit Zolder in Belgien ins Gespräch. Doch durch recht rigorose Maßnahmen fielen die Inzidenz-Werte in Tschechien rapide – während der Testtage lagen sie bei rund 180 – sodass auf dem Autodrom Most auch Testen unter strengen Auflagen wieder möglich war. Es gab allerdings ein Einreiseverbot für Briten – Corona-Mutationsgebiet – sodass „fest gebuchte“ Teams von der Insel absagen mussten. Der Termin für die Testtage in Zolder war mittlerweile neu vergeben, und auch für die Tests in Most hieß es, sie würden infolge der eingeschränkten Reisemöglichkeiten auch aus finanziellen Gründen wohl auch ausfallen.
Dann ergab sich kurzfristig die Möglichkeit der Kostenteilung mit Teams aus anderen Rennserien, die Tests der RaceTrucks auf dem Autodrom konnten nun also doch stattfinden, doch da hatten einige Teams schon völlig neu disponiert und andere Testmöglichkeiten organisiert. Waren im letzten Jahr bei den ja auch mehrfach verschobenen Testtagen noch zwölf RaceTrucks nach Most gekommen, so waren es nach dem Hin und Her jetzt eben nur noch fünf.
Aus Deutschland die beiden Iveco-Teams Hahn Racing und Schwabentruck – mit Jochen Hahn und Steffi Halm in den Cockpits – sowie das Team von Clemens Hecker mit einem MAN. Dazu kamen noch zwei Buggyras mit Adam Lacko und Aliyyah Koloc (beide CZE) und dem Franzosen Téo Calvet.
Die freie Piste nutzten die Piloten zwar, um völlig unbedrängt ihre Runden zu drehen, man hatte aber nicht unbedingt den Eindruck, dass man dabei schon aufs Ganze ginge und die Karten offen auf den Tisch legen würde. Die Zeiten waren zu ungleichmäßig, und selbst bei den schnellsten Runden schien es, als wäre vielleicht doch noch mehr drin gewesen. Es wurden auch keine längeren Abschnitte hintereinander gefahren, meist kamen die RaceTrucks schon nach wenigen Runden wieder in die Box oder ins Paddock. Hier wurde geschraubt, da neu eingestellt – alles ohne Hektik, ganz relaxt und ruhig. Man probierte einfach alles aus, um das optimale Set-Up zu finden. Zeit stand ja letztendlich ausreichend zur Verfügung, und das Wetter spielte auch noch mit.
Bei Buggyra fuhren Lacko und Calvet abwechselnd den RaceTruck des Tschechen – und beide schienen auch auf einem Level zu fahren. Calvets Gefährt steht derzeit schon in Südfrankreich, wo ja auf dem Circuit de Armagnac in Nogaro am nächsten Wochenende weitere Truckracing-Testtage anstehen. Neben Teams aus dem Championat de France Camions haben sich auch Buggyra und einige der Teams angemeldet, die jetzt in Most nicht dabei waren.