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Kiss gewinnt auch im virtuellen Most beide Rennen

Kiss gewinnt auch im virtuellen Most beide Rennen

07. Juli 2020Nachdem die Siegesserie des Ungarn Norbert Kiss zuletzt in der virtuellen Truckracing-Serie unterbrochen worden war - einmal „nur“ zweiter Platz am Nürburgring - beherrschte der MAN-Pilot die Rennen auf dem virtuellen Autodrom im tschechischen Most beinahe wieder nach Belieben. Schon im Zeittraining zeigte der erfahrene Sim-Racer seine Dominanz und holte sich die Pole für das erste Rennen. Da konnten die beiden Deutschen Sascha Lenz (MAN) und Lukas Hahn (Iveco) nicht ganz gegenhalten.
Jeder Motorsport-Fan weiß, die Schikane gleich nach dem Start in Most mit zwei scharfen 90-Grad-Kurven – einmal rechts und einmal links herum, die hat es in sich. Und so kam es auch hier im Gerangel zu heftigen Berührungen – auch in der Spitze. Kiss konnte seine Führung dennoch behaupten, Hahn einen Platz gutmachen. In den folgenden Runden setzte sich der Ungar problemlos ab, während sich die Verfolger einen harten Kampf um die weiteren Podiumsplätze lieferten. Hahn, an zweiter Position liegend, musste sich der permanenten Angriffe seines Landsmanns Lenz erwehren, dem wiederum hing sein MAN-Markenkollege aus Frankreich, Lion-Teammanager Jonathan André, im Nacken.
Es kam zwar im Laufe der Runden zu – wie man im realen Rennen sagen würde – ständigem Lackaustausch zwischen Hahn und Lenz, insbesondere in der fast 180-Grad-Kehre ganz am anderen Ende der Strecke, doch zum Überholen war da einfach kein Platz.
Klug blockte Hahn auch alle weiteren Attacken von Lenz ab und überquerte hinter dem souveränen Sieger Kiss knapp vor Lenz und André die Ziellinie.
Im zweiten Rennen gab es wieder die umgekehrte Startreihenfolge der acht Erstplatzierten. Die Pole hatte nun Lokalmatador Adam Lacko (Buggyra), neben ihm in der ersten Reihe lag der englische MAN-Pilot Jamie Anderson, und direkt dahinter lauerte der junge Franzose Teó Calvet (Buggyra), der bisher ja als Einziger den zweifachen Europameister Kiss im virtuellen Truckracing hatte besiegen können.
Diese Drei versuchten nun die berüchtigte Schikane gleich nach dem Start nebeneinander zu passieren. Doch drei jeweils über zweieinhalb Meter breite Kolosse im Renntempo um die beiden 90-Grad-Kurven zu bewegen, das konnte einfach nicht gut gehen. Es krachte heftig, und wie schon so häufig in den zweiten Tagesrennen der virtuellen Truckracing-Serie musste die rote Flagge rausgeholt werden – Rennabbruch.
Nach einer kurzen Unterbrechung wurde das Rennen neu gestartet.
Lacko auf der Pole schien jedoch recht langsam, und bevor die Ampel auf „Grün“ schaltete, lag Anderson schon vor dem Tschechen, gefolgt von den beiden Buggyras. Kurze Zeit später hieß es dann auch schon Frühstart seitens des Engländers, der das Rennen nicht beenden konnte. In der Tabelle wurde Anderson schon in der Anfangsphase des Rennens an letzter Position mit „DNF“ (did not finish) aufgeführt.
Jedenfalls lag nun Lacko in Führung, doch schon bald überholte Calvet den Teamkollegen und setzte sich ab. Kiss hatte sich mittlerweile vom 8. Startplatz vorgekämpft, doch nun hemmte Lacko den weiteren Vorwärtsdrang des Ungarn. Schließlich zog der MAN-Pilot dann doch vorbei und machte Jagd auf den enteilten Calvet. Lacko stand derweil unter starkem Druck der weiteren Verfolger. Als der Tscheche dann einmal etwas sehr weit nach außen geriet, nutzten die direkt hinter dem Buggyra-Piloten liegenden Lenz und Hahn den kleinen Fehler sofort und zogen vorbei.
An der Spitze hatte mittlerweile Kiss den jungen Calvet zwar längst eingeholt - aber wie so oft auch im realen Motorsport sind Einholen und Überholen zwei völlig unterschiedliche Angelegenheiten. Dann geriet der Franzose jedoch etwas abseits der Ideallinie, knallhart nutzte der MAN-Pilot die Situation und übernahm die Führung. Zwar hielt Calvet zunächst noch den Anschluss, der zweite Tagessieg des Ungarn war letztendlich aber klar und eindeutig. Knapp hinter Kiss und Calvet passierte das deutsche Duo mit Lenz und Hahn schließlich die Ziellinie auf den weiteren Plätzen.