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Norbert Kiss gewinnt auch die Rennen im virtuellen Misano

Norbert Kiss gewinnt auch die Rennen im virtuellen Misano

09. Juni 2020Schon bevor Norbert Kiss vor fast zehn Jahren zum Truckracing kam, war er ein erfahrener Sim-Racer. Autorennen am Computer blieben dann auch weiterhin eine große Leidenschaft des Profi-Piloten. So galt der Ungar denn auch bereits vor dem ersten offiziellen virtuellen Rennen der FIA European Truck Racing Championship auf seinem Heimatkurs, dem Hungaroring, als großer Favorit.
Auch beim zweiten Truck-Sim-Racing-Event am vergangenen Sonntag auf dem italienischen Misano World Circuit wurde Kiss dieser Rolle wieder vollauf gerecht. Bei strahlendem Sonnenschein – die Programmierer des Spiels hatten genau das Wetter getroffen, das tatsächlich am Sonntag an der italienischen Adria herrschte – holte sich der MAN-Pilot im Zeittraining die Pole für das anschließende erste Rennen. Auch hier beherrschte Kiss die Konkurrenz nach Belieben und fuhr unbedrängt zum Sieg.
Dahinter ging es wesentlich spannender zu. Schließlich holte sich der Deutsche Sascha Lenz mit seinem MAN den zweiten Podiumsplatz vor dem jungen Franzosen Téo Calvet (Buggyra Freightliner).
Im zweiten Tagesrennen – mit umgekehrter Startaufstellung der acht Erstplatzierten des vorherigen Rennens – ging es dann weit weniger harmonisch zu. Die Rennleitung hatte alle Hände voll zu tun. Schon beim Start krachte es heftig, rechts und links donnerten Trucks in die Leitplanken und in die Boxenmauer. Hauptleidtragender war der Spanier Antonio Albacete, sein MAN stand mit den Hinterreifen auf dem Grün, der Rest blockierte die halbe Start-und-Ziel-Gerade.
Wie im richtigen Leben blieb der Rennleitung nichts anderes übrig, als das Rennen abzubrechen.
Auch nach dem Re-Start ging es heftig zur Sache, teils wurde mehr neben der Rennstrecke gefahren als auf dem Asphalt, es hagelte Zeitstrafen. Die drei vorherigen Podiumsfahrer umschifften aber alle „Hindernisse“ relativ problemlos und fuhren Runde um Runde weiter nach vorn. Schließlich passierte MAN-Pilot Jamie Anderson als Erster die Ziellinie knapp vor Kiss, Calvet und Lenz. Allerdings hatte sich der Engländer wegen „Track Limits“ – Fahren außerhalb der Piste – so viele Strafsekunden eingefangen, dass er in der Ergebnisliste weit zurückfiel.
Am Ende sah denn auch das Podium genauso aus wie im ersten Tagesrennen, wobei Lenz und Calvet die Plätze hinter Sieger Kiss die Plätze tauschten.