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Truckracing wird noch umweltbewusster

Truckracing wird noch umweltbewusster

09. März 2020Am vergangenen Freitag tagte in Genf der FIA World Motor Sport Council-WMSC – auch die FIA European Truck Racing Champion stand auf der Tagesordnung. Es wurde die Implementierung eines neuen Datenloggersystems genehmigt. Damit soll dann nicht nur die Einhaltung der im Truckracing ja auf 160 km/h limitierten Höchstgeschwindigkeit kontrolliert werden, sondern es soll auch der Rauchkontrolle dienen. Wenn dunkler Rauch aus den Auspuffrohren schießt, sehen die Rennkommissare Rot.
In der Truckracing-Anfangszeit vor rund vierzig Jahren sah das noch ganz anders aus. Je schwärzer der Auspuff qualmte, desto mehr jubelten auch die Fans. Natürlich hat hier aber vor langer Zeit bereits ein Umdenken eingesetzt. Die RaceTrucks wurden damals zunächst mit Filtersystemen ausgestattet, um den Russausstoß zu stoppen. Mittlerweile kommen die bis zu 1.200 PS starken Hochleistungsmotoren aber auch ganz ohne spezielle Filter aus. Von Sensoren überwacht sind die Motoreinstellungen aber auch ein ständiger Spagat zwischen hoher Leistung und sauberen Abgasen. Luftdruck, Temperaturen und Luftfeuchtigkeit beispielsweise können das ganze System so beeinflussen, dass gelegentlich an dem, was aus dem Auspuff kommt, die Rennkommissare etwas auszusetzen haben. Dann muss nachjustiert werden. Eine solche Justierung während eines Rennens ist für den Betroffenen aber gleichbedeutend mit einem Abschied von den vorderen Plätzen. Sollte das Ergebnis der Arbeiten die Kommissare nicht überzeugen, erfolgt ein Rennausschluss. Nicht immer konnten die Betroffenen diese Ermessensentscheidungen wirklich nachvollziehen, gegen die es zudem keine Berufungsmöglichkeit gibt.
Darüber hinaus hat der WMSC einen Handlungsplan für noch mehr Sicherheit im Truckracing bestätigt.
Als letzter Punkt wurde auch eine Standardisierung bei den Penalty Markern bestätigt. Das Berühren oder Überfahren dieser zumeist in Kurven aufgestellten und in der Regel aus Kunststoffstangen bestehenden Marker wird von den Streckenposten an die Rennkommission gemeldet. Der Fahrer wird verwarnt, drei solcher Verwarnungen haben eine Durchfahrtsstrafe zur Folge, ersatzweise auch 30 Strafsekunden. In der Vergangenheit gab es jedoch immer wieder Diskussionen, inwieweit die Marschalls in der Hitze des Gefechts gerade bei einer engen Kampftruppe mehrerer Trucks denn überhaupt noch erkennen könnten, wer denn nun tatsächlich dafür verantwortlich sei, dass Kunststoffstangen wackelten oder gar durch die Luft wirbelten.
An manchen Rennstrecken wird das Überfahren der Penalty Marker elektronisch erfasst und per Photo dokumentiert. Rennstrecken, auf denen die FIA European Truck Racing Championship an den Start geht, haben dieses Verfahren – zumindest bis zur letzten Saison – allerdings noch nicht eingesetzt.