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Unvergessen - Conni Hahn

Unvergessen - Conni Hahn

19. Oktober 2019Schon sein ganzes Berufsleben lang beschäftigte sich Konrad „Conni“ Hahn mit den großen Boliden auf unseren Straßen. Als überzeugtem Schwaben hatten es ihm insbesondere die mit dem Stern angetan. Ganz zufällig kam er 1996 schließlich mit dem Truckracing in Verbindung. Als Einkäufer eines der größten baden-württembergischen Händler für gebrauchte Nutzfahrzeuge nahm Conni einen RaceTruck nebst dazugehörigem Rennauflieger in Zahlung.
Da sich das Paket aber kaum verkaufen ließ, übernahmen kurzerhand Conni und sein Bruder Jörg das ganze Equipement. Damals ahnten weder Conni noch seine Familie – vor allem auch nicht sein damals 22jähriger Sohn Jochen – wie sehr diese Entscheidung ihr ganzes Leben verändern würde.
Im darauf folgenden Jahr starteten Conni und Jörg Hahn abwechselnd in den Rennen der Truckace-Europameisterschaft. Anschließend trennten sich die motorsportlichen Wege der beiden Brüder, Conni fuhr nun die Rennen allein. Am Ende der Saison wurde er Siebter im damaligen FIA European Truck Racing Cup.
Bereits 1999 beendete Conni seine Karriere als aktiver Truckracer in der EM. Mit mehreren Podiumsplätzen und dem 5. Gesamtrang war dieses Jahr sein erfolgreichstes Jahr, aber es gab in Zolder auch diesen schweren, spektakulären Unfall. Connie blieb unverletzt, der RaceTruck hatte aber nur noch Schrottwert.
Conni war von da an „nur“ noch Teamchef von Hahn Racing – 2001 wurde er beim Truck Grand Prix als Gastpilot allerdings noch einmal rückfällig.
Aus dem „Zufallsprodukt“ von 1996 machte die Familie Hahn in den folgenden Jahren das erfolgreichste Unternehmen im Truckracing – nicht nur sportlich, auch geschäftlich, vor allem hinsichtlich der Produktivität.
Vor einigen Jahren wurde mal so überschlägig geschätzt, wie viele Hahn-RaceTrucks denn so auf den Rennstrecken überall in Europa unterwegs sein könnten, man kam auf 22 bis 25 Mercedes- und MAN-RaceTrucks.
Denn nach rund einer Dekade wechselte Hahn Racing damals von Mercedes-Benz zu MAN und nach einer weiteren knappen Dekade schließlich zu Iveco – und Conni war immer mit vollem Herzen dabei.
Zu den diversen Hahnschen Mercedes- und MAN-Rennern sind so mittlerweile noch fünf Iveco-RaceTrucks gekommen. Vier davon fuhren in diesem Jahr ausgesprochen erfolgreich in der Europameisterschaft – auf den Plätzen eins, vier, sieben und acht.
Mit dem fünften Iveco fuhr Connis Enkel Lukas bei seinen ersten Rennen überhaupt – beim Mittelrhein-Cup im Rahmen des Truck Grand Prix – zur Freude des Opas direkt aufs Podium.
In den letzten Jahren hatte Conni mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, musste deshalb auch schon mal das eine oder andere Rennen auslassen. Doch gerade in dieser Saison pilotierte er „seinen“ Truck mit dem Team wieder persönlich an die Rennstrecken, so auch an den Circuit Bugatti in Le Mans, zum vorletzten Lauf der Saison. Dort feierte er auch noch in kleinem Rahmen den sechsten Titelgewinn seines Sohnes Jochen, nahm unter Freudentränen die Glückwünsche der ganzen Truckracing-Family entgegen und fuhr anschließend noch einmal mit einigen Teammitgliedern kurzfristig nach Hause.
Alle erwarteten ihn für das Finale zurück in Jarama, umso schockierender war die Meldung von Connis unerwartetem Ableben.
Unter großer Anteilnahme seiner alten Freunde, der Altensteiger Bevölkerung und der Truckracing-Family – darunter auch vieler Weggefährten aus alten Zeiten – wurde der Gründer der Hahn-Truckracing-Dynastie in der letzten Woche in seiner Heimatstadt Altensteig beigesetzt.
Conni, Du bleibst allen auf immer in Erinnerung.