Samstag, 19.10.2019 | Deutsch | English
Der Samstag in Jarama Teil 3 - Dritter Saisonsieg zunächst für Lacko, dann für Kiss

Der Samstag in Jarama Teil 3 - Dritter Saisonsieg zunächst für Lacko, dann für Kiss

05. Oktober 2019Jarama - Im zweiten Rennen ging es zumindest am Anfang und später eigentlich lange nach dem Rennende ziemlich chaotisch zu.
Zunächst übernahm Polesetter Reinert die Führung, J. Rodrigues lag knapp dahinter, spürte aber auch schon den Atem seines direkten Verfolgers Lacko im Nacken.
Die erste Runde war noch längst nicht zu Ende, als zuerst Mercedes-Pilot Fabio Citignola (GER) mit einem Lenkungsschaden im Kiesbett hängen blieb. Nur wenige Meter weiter kam Anderson nach einem Federbruch von der Piste ab und krachte anschließend in einen Reifenstapel. So wie die beiden Havaristen standen, konnte das nur Rennabbruch bedeuten. Dennoch fuhr man zunächst weiter.
Auf der kurzen Geraden nach der ersten Kurve zog Lacko dann an J. Rodrigues vorbei und lag nun direkt hinter Reinert. Der Buggyra-Pilot drängte sich in der anschließenden scharfen Links-Kurve in eine kleine Lücke innen, sein Truck geriet dabei immer weiter nach außen und drückte Reinert von der Piste. Der schrammte anschließend an einem Reifenstapel entlang und fiel gleich um etliche Plätze zurück.
Das Rennen war mittlerweile schon abgebrochen, so war Letzteres dann eh nur noch Makulatur.
Die beiden Havaristen wurden erst einmal von der Piste geborgen, anschließend erfolgte die Neu-Startaufstellung in der Ursprungsformation, außer eben Reinert. Der hatte in die Boxengasse fahren müssen weil er sich bei der schon erwähnten Attacke einen Reifenschaden zugezogen hatte. Auch Lackos Freightliner war nicht ungeschoren davon gekommen, durfte aber unter Aufsicht in der Startaufstellung – in der ja eigentlich Parc Fermé-Bedingungen herrschen – repariert werden.
Rund 35 Minuten waren nach dem ersten Start vergangen, als der Neustart erfolgte, jetzt mit Rodrigues an der Spitze. Reinert durfte zwar auch wieder starten, aber nur aus der Boxengasse. Auch Citignola nahm nach der Reparatur seines Mercedes das Rennen wieder auf, natürlich auch aus der Boxengasse. Andersons MAN war jedoch nicht mehr rechtzeitig fertig geworden.
Drei Runden hielt Rodrigues dem Druck der Verfolger stand, dann zog erst Lacko und kurz danach auch Kiss am Portugiesen vorbei. Von nun an lieferten sich die beiden Europameister an der Spitze – Lacko einmal, Kiss zweimal – ein Rennen auf Biegen und Brechen. Immer wieder sah es so aus, als könne der Ungar am Tschechen vorbeiziehen, doch der Freigtliner-Pilot hatte ständig eine Antwort parat und vereitelte jeden Überholversuch. Mit gerade mal einer halben Sekunde Vorsprung brachte Lacko seinen Sieg schließlich über die Ziellinie.
Wenige Meter dahinter gab es ein weiteres Duell zweier Europameister, Albacete und Hahn.
Nur Hahn fuhr wesentlich weniger aggressiv als Kiss, warum sollte er denn auch attackieren, und überließ Albacete vor eigenem Publikum beinahe kampflos den 3. Podiumsplatz.
Als Fünfter passierte Lenz das Ziel nicht einmal eine Sekunde hinter Hahn.
Der zu Anfang noch führende J. Rodrigues war bis auf den 6. Platz zurückgefallen.
Mit einigen Sekunden Abstand folgten Janiec und Kursim, die sich über das ganze Rennen ein kleines Privatduell geliefert hatten.
Neunter wurde Reinert der sich durchs ganze Feld in die Punkteränge vorgekämpft hatte, vor Janes auf dem letzten Punkterang. Bei dem anderen mit Reinert aus der Boxengasse gestarteten, Mercedes-Pilot Citignola, lief es nicht ganz so gut. Nach etwa einem Drittel des Rennens musste er seinen Truck abstellen, offensichtlich erneut mit technischen Problemen. Auch Steffi Halm dürfte zu den Pechvögeln zu zählen sein. Wenige Runden vor Schluss, zwischen Kiss und Albacete auf der 3. Postion liegend, rutschte sie auf einer kleinen Lache von der Piste quer durchs Kiesbett, verlor nicht nur diverse Teile ihrer Plastik-Verkleidung, sondern auch gleich zehn Plätze.
Den Grammer-Cup gewann Janes vor MAN-Pilot José Eduardo Rodrigues (POR) und dem Holländer Erwin Kleinnagelvoort (Scania).
Das war dann aber auch das alles, was selbst am späten Abend definitiv feststand. Es gab Proteste, Ablehnungen der Proteste, neue Proteste, eine 10-Sekundenstafe für Lacko, die aber wohl noch nicht rechtskräftig war, weil die Zeit, die Buggyra zum Widerspruch gehabt hatte, noch nicht abgelaufen war.
Gegen 22:00 wurde die Strafe für Lacko bestätigt, das neue Podium hieß nun Kiss, Albacete und Hahn. Der 4. Platz ging an Lenz, Lacko war nun Sechster hinter Rodrigues.
Bei der Teamwertung hatte Buggyra Racing 1969 (Janes / Lacko) vor „Löwen-Power“ und tankpool24 Racing (Kiss / Citignola) ganz oben auf dem Podium gestanden, dabei waren aber noch nicht die Strafe für Lacko berücksichtigt. Denn nun ging die Teamwertung an Löwen-Power vor tankpool24 Racing und „Die Bullen von Iveco Magirus“.
Die Fahrer-Gesamtwertung ist zwar schon entschieden, dennoch konnte Hahn seine Führung noch weiter ausbauen und hat jetzt 346 Punkte. Weiter sehr interessant bleibt der Kampf um den zweiten Platz zwischen Albacete (249) und Lacko (235). Steffi Halm (198) liegt eindeutig auf dem 4. Rang vor Lenz (177) und Kiss (172), die sich am letzten Renntag auch sicherlich noch ein spannendes Duell um Platz fünf liefern werden.

Impressionen:

Der Samstag in Jarama Teil 3 - Dritter Saisonsieg zunächst für Lacko, dann für Kiss
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