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Der Samstag in Zolder Teil 3 - Dritter Saisonsieg für Reinert

Der Samstag in Zolder Teil 3 - Dritter Saisonsieg für Reinert

14. September 2019Zolder - Das zweite Samstagsrennen gehörte sicherlich zu den chaotischeren, als Beobachter hoffte man nur, dass da irgendwo noch jemand ist, der den Überblick behalten würde.
Für Gibbon war es die zweite Pole, doch wirklich gebracht hat es dem Engländer letztendlich nichts. Den Start hatte er relativ gut gemeistert, mit Reinert in der ersten Startreihe neben sich. Doch bevor es richtig losgehen konnte, gab es schon die Rote Flagge – Rennabbruch.
Gleich in der ersten Kurve war Jenkins in die ausgedehnten Kiesbetten gerutscht und hatte noch ein paar Kollegen mitgenommen. Der tankpool24-Mercedes des jungen Deutschen Fabio Citignola konnte sich als einziger nicht mehr aus eigener Kraft befreien und musste herausgezogen werden. Zudem war die Lenkung verbogen, er hätte eh nicht mehr starten können. Aber es dauerte einfach ewig, bis der Havarist geborgen worden war.
In der Zwischenzeit stellte sich das Feld zum Neustart auf, in der ursprünglichen Startreihenfolge. All die, die auch wie stark auch immer in die Karambolage verwickelt waren, wurden von den Technik-Kommissaren besonders unter die Lupe genommen, bei Recuenco stellte man einen schleichenden Plattfuß fest. Der Spanier musste dann einige Hundert Meter zurücksetzen, bis er die erste Möglichkeit fand in die Boxengasse einzubiegen, wo der Reifen schließlich getauscht werden konnte. Beim Neustart musste er dann auch aus der Boxengasse ins Rennen gehen.
Mit halbstündiger Verspätung erfolgte schließlich der Neustart. Diesmal kam Polsesetter Gibbon nicht ganz so gut davon und musste schon in der Anfangsphase Federn lassen.
Reinert übernahm die Führung vor Kiss und Steffi Halm. Kaum hatte die Spitze die Ziellinie passiert, krachte es eingangs der Zielgeraden zwischen dem Mercedes des Franzosen Dominique Orsini und dem Scania des Holländers Erwin Kleinnagelvoort. Der Scania blieb im Gras direkt vor den Leitplanken liegen, der Mercedes rollte zwar langsam weiter, doch Orsini konnte den Motor nicht mehr starten. Schließlich „erbarmten“ sich einige Marshalls des Franzosen und bekamen den RaceTruck tatsächlich auch angeschoben – ganz knapp bevor die Spitze des Feldes wieder auf die Start- und Zielgerade einbog.
Inzwischen galt aber auch „Full Course Yellow“, alle RaceTrucks mussten ihr Tempo auf 70 km/h reduzieren. Kurz später war durch den nächsten Rennabbruch alles wieder Makulatur, denn Orsini war nur wenige Hundert Meter weit gekommen, stand extrem gefährlich am Ende der Startgeraden. Schließlich stand auch der holländische Scania mitten in der Auslaufzone und musste erst einmal entfernt werden.
Offensichtlich nicht von Anfang an klar war wohl, ob den nun der erneute Restart nach der ursprünglichen Startreihenfolge über die Bühne gehen würde, oder aber ob die Runde unter „FCY“ schon als Rennrunde gewertet und gemäß des Zieldurchlaufs dieser Runde gestartet werden sollte.
Man entschied sich fürs Letztere. Das hieß am Ende würde es zwei einzelne Rennergebnisse geben, die dann addiert würden, und startete den zweiten Rennabschnitt über 10 Runden – da hing man dem Zeitplan schon eine ganze Stunde hinterher.
Reinert hatte nun die Pole gefolgt von Kiss und Steffi Halm, Gibbon war jetzt Vierter.
Der deutsche Iveco-Pilot ließ nichts anbrennen und übernahm sofort wieder die Führung. Steffi Halm jagte Kiss die zweite Position ab. Gibbon musste wegen eines Elektronikproblems gleich kurzfristig in die Boxengasse und fiel anschließend weit zurück. Nach der 1. Rennrunde passierten schließlich die zehn Erstplatzierten die Ziellinie exakt in der Reihenfolge wie auch zum Ende des Rennens. Das heißt aber nicht, dass sich nichts getan hätte.
Tatsächlich ging es während des Rennens teilweise recht heftig zur Sache, insbesondere im hinteren Teil des Feldes. Dort hagelte es schließlich auch Durchfahrtsstrafen. Als einsamer Rekordhalter entpuppte sich Jenkins, der gleich viermal durch die Boxengasse musste.
Auch nach der Addition der beiden Einzelrennen war Reinert natürlich Erster vor Steffi Halm und Kiss. Auf Platz vier kam schließlich Albacete vor Lacko, Hahn, Kursim, Lenz, J. Rodrigues und Janes auf dem zehnten und letzten Punkterang.
Janes gewann auch die Wertung im Grammer-Cup vor dem jungen Portugiesen José Eduardo Rodrigues und dem Engländer Jamie Anderson (beide MAN).
Auf dem Podium der Teamwertung standen einmal mehr „Die Bullen von Iveco Magirus“ (Hahn / Steffi Halm) auf dem obersten Treppchen vor Team „Löwenpower“ (Albacete / Lenz) und tankpool24 (Kiss / Citignola).
Im FIA-Championat hat Hahn nun 249 Punkte und damit seine Führung weiter ausgebaut. Auf dem zweiten Platz liegt weiterhin Albacete (171) vor Lacko (163) Halm (141), Kiss (137) Reinert (125) und Lenz (114).

Impressionen:

Der Samstag in Zolder Teil 3 - Dritter Saisonsieg für Reinert
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