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Slovakiaring Vorbericht

Slovakiaring Vorbericht

03. Juli 2019Nach zwei heißen Wochen – in ganz Europa gab es kaum einen Tag unter 30 Grad – trifft sich der Tross der FIA European Truck Racing Championship zum 3. Lauf der Saison auf dem 40 Kilometer östlich der slowakischen Hauptstadt Bratislava gelegenen Slovakiaring. Und es wird wohl so heiß weitergehen, nicht nur was die Außentemperaturen betrifft, denn am Slovakiaring wird der heißeste Reifen der Saison gefahren. Die Strecke ist für die Truckracer mit knapp 6 Kilometern nicht nur der längste, es ist auch der schnellste Kurs. Einige der lang gezogenen Kurven können beinahe mit Vollgas gefahren – aber das bringt natürlich auch ganz extremen die Reifenverschleiß mit sich, insbesondere an der Vorderachse. So wird gerade hier ein Rennen häufig eben erst ganz zum Schluss entschieden, denn der Gummiverschleiß ist von Truck zu Truck recht unterschiedlich, je nach Fahrweise der Piloten und auch bedingt durch das SetUp der einzelnen Renner.
Dennoch werden alle Piloten versuchen, von vornherein an der Spitze mit dabei zu sein, denn von dort lässt sich ein Rennen doch ganz anders gestalten – insbesondere bei den kurzen Distanzen im Truckracing (um 45 Kilometer). Zudem ist schneller zu sein eine Sache, zu überholen eine andere. Manche Piloten verstehen es ja vortrefflich, mit ihrem zweieinhalb Meter breiten RaceTruck für die Verfolger zu einem doppelt so dick erscheinenden Hindernis zu werden.
Die Wetterprognosen verheißen vornehmlich volle Sonne, heißer Asphalt würde also den eh schon großen Reifenverschleiß noch weiter fördern.
Maximal sechs neue Reifen darf ein RaceTruck pro Renntag fahren. So ist es auch gerade hier nicht unüblich, dass zwischen den Rennen Hinterreifen zu Vorderreifen werden und diese dann auf die Hinterachse wandern, wo sie nicht mehr ganz so stark malträtiert werden.
Am Hungaroring hatte ja insbesondere Buggyra-Pilot Adam Lacko Strafen wegen Probleme mit dem Speedlimiter. Am zweiten Tag gab es am Truck des Tschechen diesbezüglich wohl keine Auffälligkeiten mehr, man schien das Problem bei Buggyra in den Griff bekommen zu haben – der Ausfall im letzten Rennen hatte andere technische Ursachen. In jedem Fall werden alle Teams und Piloten hinsichtlich des Tempolimits von 160 km/h jetzt noch stärker sensibilisiert sein. Denn der – für die Truckracer – High-Speed-Kurs Slovakiaring mit seinen drei kleinen Brücken und den anschließenden mit Vollgas gefahrenen kurzen Bergabpassagen und der sehr langen Geraden stellt an das automatische Limitersystem schon ganz besonders harte Anforderungen.
Insgesamt sind fünfzehn RaceTrucks gemeldet. Es sind zwar nicht alle Permanent-Pilots dabei, doch der tschechische Altmeister Frankie Vojtisek (MAN) ergänzt das Feld schließlich als Race-by-Race-Pilot.