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Dreizehn RaceTrucks beim Test in Most

Dreizehn RaceTrucks beim Test in Most

18. April 2019Most - Bei wolkenlosem Himmel, das Thermometer stieg bis auf angenehme fünfzehn bis sechzehn Grad, gab es im tschechischen Most ein erstes Stelldichein der Elite der FIA European Truck Racing Championship. Sieben Piloten der letztjährigen Top-Ten drehten ihre Test-Runden auf dem Autodrom.
Mit allein fünf RaceTrucks war Iveco am stärksten vertreten, vier davon werden in der Europameisterschaft an den Start gehen. Team Schwabentruck setzt wie schon im vergangenen Jahr auf die einzige Dame im Feld, Steffi Halm, dazu kommen wieder Titelverteidiger Jochen Hahn und André Kursim sowie René Reinert – allesamt aus Deustchland. Mit dem fünften Iveco preschte Hahn-Sprößling Lukas über den Asphalt. Vorerst ist für Lukas allerdings nur ein Start beim Truck Grand Prix im Mittelrhein Cup vorgesehen.
Bei MAN war dann Spanien mit Antonio Albacete und Luis Recuenco am stärksten vertreten, dazu kamen Sascha Lenz (GER) und der Brite Jamie Anderson – alles bekannte MAN-Gesichter.
Natürlich war auch Buggyra auf der eigenen Heimstrecke dabei, mit Lokalmatador Adam Lacko und dem Engländer Oly Janes. Einen dritten Buggyra, einen von der älteren Bauart, fuhr Mika Mäkinnen. Der Finne hatte diesen RaceTruck von Janes gekauft. Der war früher damit in der Englischen Meisterschaft unterwegs, geht in der EM aber mit einem neueren Modell an den Start geht.
Mäkinnens Truck war nahezu noch jungfräulich weiß, und wer nun auf den diversen Bildern noch einen dritten Renner im Original-Buggyra-Design entdeckt, das war Lackos letztjähriges Dienstfahrzeug noch mit der Nummer 1.
An den Testtagen wird ja nicht nur gestestet, sie werden seit jeher auch für diverse PR-Videos und -Photos genutzt – auch von den anderen Teams – und für diese Präsentation wollten die Tschechen natürlich nur Modelle im neuesten Design.
Das Testfeld vervollständigte das Aravi-Team aus der französischen Meisterschaft mit einem Renault und Lionel Montagne im Cockpit.
Die Testtage verliefen ohne außergewöhnliche Vorkommnisse, aber dennoch gab es jede Menge Arbeit. Motor-, Achsen- und Federwechsel, nicht nachvollziehbare Startschwierigkeiten, oder vor Ort kurzfristig nicht behebbare Motorprobleme, Langeweile kam bei den Teammechanikern sicher nicht auf.
Wie an den Rennwochenenden wurde häufig bis spät in die Nacht gearbeitet.
Am Ende hatten die üblichen „Verdächtigen“ die Nase vorn. Lacko schien nach Meinung der vielen mitstoppenden Späher eine Idee schneller gewesen zu sein als der Rest, allerdings lagen die Rundenzeiten ganz, ganz eng beieinander. Zudem gab es ja keine Penalty Marker, die verhindern sollen, dass in den Kurven zu sehr „geräubert“ wird. Außer den jeweiligen Piloten weiß denn auch kaum jemand, ob bei allen Topzeiten alles wirklich regelkonform abgelaufen ist.
Titelverteidiger Hahn und Lenz lagen den Beobachtern zufolge auf fast ähnlichem Niveau und waren im Prinzip kaum langsamer als der tschechische Lokalmatador. Ähnlich habe es bei Steffi Halm, Reinert und Albacete ausgesehen.
Wirkliche Klarheit über die Leistungsstärke der einzelnen RaceTrucks wird es dann wohl erst am 25. Mai, kurz nach ein Uhr mittags, geben. Dann ist gemäß Zeitplan die erste SuperPole der Saison gelaufen, alle müssen dann ihre Karten aufgedeckt haben, wollen sie vorne mitfahren.
Ach ja - dann taucht da ja auch noch immer mal wieder auf den Bildern von Most ein Mini-Truck auf, der aus dem Driftevent am IKC-Ulm im letzten Oktober bekannte Daily vom Team Hahn-Racing. Legendär ist ja auch der Vorgänger dieses Iveco, ein Transporter mit einem SuperRaceTruck-Motor und weit mehr als 1.300 PS - äußerst schwierig zu fahren, außer beim Driften.