Freitag, 16.11.2018 | Deutsch | English
Championat de France Camions - Der Sonntag in Albi, Anthony Janiec ist Meister 2018

Championat de France Camions - Der Sonntag in Albi, Anthony Janiec ist Meister 2018

14. Oktober 2018Albi - Der Sonntag auf dem Circuit d’ Albi, dem Finaltag des Championat de France Camions, begann mit einem phantastischen Sonnenaufgang, begleitet von kräftigem Wind mit zum Teil extrem heftigen Windböen. So begannen einige Teams und Aussteller schon sehr früh Teile ihrer Zelte, die besonders windanfällig schienen, abzubauen - bevor der Tag überhaupt richtig begonnen hatte.
Als die RaceTrucks zum sehr frühmorgendlichen WarmUp antraten, war es 6 Minuten vor Sonnenaufgang und entsprechend dämmerig. MAN-Pilot Sascha Lenz (GER) fuhr mit 1:43,609 Bestzeit, knapp gefolgt vom Titelverteidiger der Französischen Meisterschaft, Lion-Pilot Anthony Janiec (MAN).
Etwa zwei Stunden später ging es ins Qualifying. Lenz löste nach der ersten schnellen Runde den führenden Janiec an der Spitze ab, mit 1:43,389 war der Deutsche aber auch nur gerade mal 1 Tausendstel schneller. Ebenso brauchte MAN-Markenkollege Thomas Robineau nur zwei Zehntel mehr. Anschließend fuhren sie gleich wieder in die Boxengasse, um dort auf die SuperPole der Top-Ten zu warten. Diesem Beispiel folgten dann auch noch einige andere Piloten, die sich sicher in der SuperPole wähnten. Es galt die Devise, Reifen zu schonen.
In der SuperPole verpasste Lenz um 3 Hundertstel eine 1:42er-Zeit. Robineau war direkt anschließend dann 8 Hundertstel schneller als sein deutscher Markenkollege und knackte mit 1:42,950 auch die magische Marke. Janiec kam noch bis auf 2 Zehntel an Robineau heran, verpasste aber dennoch den Startplatz in der ersten Reihe neben dem Polesetter, der ja in der Meisterschaft nur viereinhalb Punkte hinter dem Lion-Piloten lag. Den Platz zwei hatte zwar nun Lenz, der aber in der Französischen Meisterschaft nicht punkten kann.
Doch Lenz hat ja von Anfang an betont, er wolle in der Meisterschaftsentscheidung nicht das Zünglein an der Waage spielen und in keinster Weise dazwischenfunken.
Beim Start verlor Lenz etwas an Boden, und als Janiec zum Überholen ansetzte, nahm er gar etwas das Gas raus. Das sollten die zwei ja ganz unter sich ausmachen, meinte Lenz anschließend noch einmal. Aber zu den „unter sich Ausmachen“ kam es erst gar nicht. Im Prinzip fuhren die ersten zehn nahezu in der Reihenfolge, wie sie auch gestartet waren. Die ersten Drei so im Ein- bis Zwei-Sekunden-Abstand, die Verfolger etwas weiter dahinter. Alles wartete nun gespannt auf die Attacken von Janiec auf Robineau, als ein Volvo aus dem hinteren Teil des Feldes mit technischen Problemen an einer äußerst prekären Stelle stehen blieb.
Zunächst wurde auf der gesamten Strecke Gelb geschwenkt, um das Safetycar rauszuschicken - was es nur in der Französichen Meisterschaft gibt. Schließlich wurde das Rennen dann doch abgebrochen, man hatte gerade zwei Drittel des Rennens absolviert und konnte die volle Punktzahl vergeben werden.
Die Zeiten auf der Ergebnisliste täuschen allerdings doch etwas. Denn während Spitzenreiter Robineau auch unter Gelb im Renntempo weiterfuhr, reduzierte der Rest ganz massiv und wurde rund 20 Sekunden langsamer.
Hinter Robineau, Janiec und Lenz auf den drei Podiumsplätzen kam Lionel Montagne (Renault) als Vierter ins Ziel vor dem zweiten Lion-MAN mit Teo Calvet und dem Team 14-Renault mit Gregory Ostaszewski (POL) im Cockpit.
Der hatte nun im letzten Rennen der Saison die Poleposition vor Calvet, Montagne und Lenz. Die beiden Meisterschaftsaspiranten folgten in der dritten Startreihe. Die Situation in der Meisterschaft war äußerst delikat. Robineau hatte zwar wieder seinen halben Punkt Vorsprung, mit dem er ja auch nach Albi angereist war, aber Janiec hatte jetzt die um einen Platz bessere Startposition. Wenn er nun diesen einen Platz vor Robineau während des ganzen Rennens würde halten können, hätte er am Ende einen halben Punkt mehr auf seinem Konto und damit seinen Titel verteidigt. Doch nach nur wenigen Hundert Metern der ersten Runde waren all diese Überlegungen nur noch Makulatur.
Der Start verlief eigentlich ganz normal. Der erste Knackpunkt auf dem Circuit d’ Albi ist die Schikane kurz nach dem Start. Polesetter Ostaszewski kam hier als Erster an vor Calvet, Lenz und Montagne. Auch Janiec und Robineau fuhren noch einträchtig in die Schikane. Dahinter gerieten sich Vater und Sohn Sousa mit ihren Renaults ins Gehege, kamen zum Teil von der Strecke ab und wirbelten viel Dreck und Staub auf. Als dann wieder etwas bessere Sicht herrschte, sah man Robineaus MAN ausgangs dieser Schikane, also nicht dort, wo die Sousas sich gegenseitig etwas hart angegangen waren, auf dem Dach liegen. Natürlich wurde das Rennen sofort abgebrochen. Der Truck war relativ schnell geborgen, es war nicht so kompliziert wie am Vortag bei dem MAN von Jennifer Janiec. Dennoch ging es erst mit knapp dreiviertelstündiger Verspätung weiter, offenbar wurde in der Rennkommission heiß diskutiert.
Anschließend war dann doch irgendwie die Luft raus. Schließlich fuhr man auf den ersten dreizehn, vierzehn Plätzen so ein, wie man gestartet war, da es auch nicht mehr zu echten Schlussattacken kam. Nach letztendlich nur sechs Rennrunden – von eigentlich elf – musste das Rennen nämlich erneut vorzeitig abgebrochen werden, da ein Reifenstapel auf der Piste lag.
Eine halbe Stunde nach Rennende wurde dann das endgültige Ergebnis verkündet und Janiec damit zum Meister erklärt.

Impressionen:

Championat de France Camions - Der Sonntag in Albi, Anthony Janiec ist Meister 2018
Championat de France Camions - Der Sonntag in Albi, Anthony Janiec ist Meister 2018
Championat de France Camions - Der Sonntag in Albi, Anthony Janiec ist Meister 2018
Championat de France Camions - Der Sonntag in Albi, Anthony Janiec ist Meister 2018
Championat de France Camions - Der Sonntag in Albi, Anthony Janiec ist Meister 2018
Championat de France Camions - Der Sonntag in Albi, Anthony Janiec ist Meister 2018