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Red Bull Ring Drumherum

Red Bull Ring Drumherum

10. Juli 2014Schon im letzten Jahr waren die Truckracer begeistert von den äußeren Bedingungen am Red Bull Ring in Spielberg, von der Lage im Grünen mit den Bergen im Hintergrund, von der Empfangsparty am Donnerstagabend, von den sanitären Anlagen im Boxengebäude, von dem hochmodernen Pressecenter – und nicht zuletzt auch von der kurzen Strecke mit gerade mal 2.337 Metern. Dadurch kommen die Rennen der FIA European Truck Racing Championship in Österreich auf 20 Runden – normal sind zwölf bis fünfzehn, dann sind die 45 Kilometer Renndistanz erreicht. Für die Zuschauer ist es natürlich wesentlich interessanter, die RaceTrucks sehr viel häufiger an sich vorbeiziehen und das Feld enger beieinander liegend zu sehen. Allerdings besteht dann auch schnell die Gefahr, die Übersicht zu verlieren – insbesondere dann, wenn so viele Durchfahrtsstrafen verhängt werden, wie es in dieser Saison Usus geworden ist. Meistens geht es ja um überfahrene Penalty Marker oder auch Corner Marker. Tatsächlich soll so verhindert werden, dass die Trucks sich gerade in Kurven zu sehr abseits der Piste bewegen und man sich so möglicherweise einen Vorteil verschafft.
Im Gegensatz zu filigranen Formelautos macht so ein kurzer Querfeldein-Trip den RaceTrucks ja nun gar nichts aus. Da aber in der Vergangenheit schon mal überfahrene und durch die Luft fliegende Corner-Marker-Pfosten in die Windschutzscheibe dahinter fahrender Trucks schlugen, legt man seitens der Rennkommission besonderen Wert darauf, dass die Streckenmarkierung auch wirklich eingehalten wird.
Im einstündigen Zusatztraining am Freitag gab es gar eine längere Unterbrechung, in der die Pilotinnen und Piloten noch einmal eindringlich aufgefordert wurden, die Pfosten nicht zu überfahren – u.a. auch mit der Begründung, der Veranstalter fürchte um seine Strecke. Die Curbes könnten in Mitleidenschaft gezogen und so später für die Formelautos eine Gefahr darstellen.
Überhaupt war manchmal schon zu spüren, dass zwei Wochen zuvor der Formel 1-Zirkus in Spielberg zu Gast war. Immer wieder gab es entsprechende Vergleiche.
Wenn man nun die Ecclestoneschen Gesetze und Hierarchien auf die FIA ETRC übertragen will, dann liegt man einfach falsch. Die FIA ETRC ist nicht Formel 1 – und sie will es auch gar nicht sein. Bereits vor knapp 13 Jahren, mit Beginn des WebPortals „truckracing.de / truckrace.info“ haben wir hier das Credo kreiert „Truckracing ist Motorsport zum Anfassen – für die ganze Familie“, und das ist ziemlich exakt das Gegenteil von dem, was die Formel 1 sich auf die Fahnen geschrieben hat.
Und so gab es am Ende seitens derer, die beide Rennwochenenden miterlebt haben, zur FIA ETRC doch mehr positive Resonanz. Nicht selten war von denen, die schon bei der Truck Race Trophy 2013 dabei waren, zu hören, dass sie sich nach der Formel 1 richtig auf die Truckracer gefreut hätten.
Auch die Truckracer selbst haben sich gefreut. Auf dem Red Bull Ring fahren eigentlich alle recht gerne. Die Strecke ist schnell, die Kurven sind anspruchsvoll, durch die Kürze gibt es dann aber auch häufiger Überrundungen. So etwas ist natürlich spektakulär.
Zweien allerdings war weniger froh zumute.
Einmal dem Franzosen Dominique Orsini, dessen Mercedes gleich im 1. Rennen nach einer Kollision, für die Orsini nun gar nichts konnte, einen irreparablen Hinterachsschaden davontrug, zum anderen Heinz-Werner Lenz, der jedoch erst gar nicht bis zum 1. Rennen gekommen war. Bereits während des Trainings hatte sich an dem Mercedes des deutschen Race-by-Race-Piloten ein Motorschaden angekündigt.
Beide hoffen, bis zum Saisonhöhepunkt, dem Truck Grand Prix am Nürburgring, ihre RaceTrucks wieder einsatzbereit zu haben.

Impressionen:

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