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Der Freitag in Le Mans

Der Freitag in Le Mans

11. Oktober 2013Le Mans - Es gibt in der FIA European Truck Racing Championship Zweitage- und Dreitage-Events. Der 10. Lauf, das Finale zur FIA European Truck Racing Championship in Le Mans zählt ja eigentlich zu den Rennwochenenden, bei denen freitags – zumindest gemäß Zeitplan – noch nichts los. Doch das Paddock war schon am Donnerstagabend gerammelt voll. Von den Teams der FIA ETRC fehlte eigentlich nur noch Truck Sport Lutz Bernau. Das Bernau-Team machte nur wenige Kilometer vom Circuit Bugatti entfernt in den Robineauschen Werkstätten den in Jarama so extrem in Mitleidenschaft gezogenen MAN des Spaniers Antonio Albacete wieder rennfertig. Während also alle anderen noch bei zwar meist kühlem, aber wenigstens trockenem Wetter ihre Zelte aufbauen konnten, kamen die Bernaus heute Vormittag genau zu dem Zeitpunkt, als die erste Regenfront über die Rennstrecke hinweg zog. Aber das kratzte die Truppe wenig, man war einfach nur froh, dass der RaceTruck wieder einsatzfähig war.
Wie schon in vorherigen Berichten beschrieben wird in Le Mans mit diesem Truck nun Albacetes deutscher Teamkollege Markus Oestreich über die Piste jagen. Denn erst nach langen Diskussionen war ja am Samstagabend in Jarama die Zustimmung aller erfolgt, dass der Spanier sonntags mit Oeses MAN wieder an den Start gehen durfte. Einen nochmaligen Rücktausch sieht das Reglement nicht vor, und gerade nach den Diskussionen von Jarama wäre wohl auch eines von den anderen Teams bereit, einem solchen weiteren Fahrzeugwechsel zuzustimmen.
So hat sich ein Diskussionsthema von selbst erledigt, dafür tat sich in Le Mans ein weiteres auf: das Wetter. Denn bei der weiter oben erwähnten ersten Regenfront ist es nicht geblieben, es folgten tatsächlich noch einige mehr. Zwar nicht sonderlich intensiv, aber es reichte um schnell ganz durchnässt zu sein. Zudem lagen die Temperaturen kaum über 10 Grad, hier herrscht also das volle Kontrastprogramm zu Jarama.
Aber nicht nur im Paddock, sondern auch auf der Piste war schon einiges los. TRO-Chef und FIA-Kordinator Fabien Calvet sauste für TV-Aufnahmen mit einem Renault-RaceTruck über den nassen Asphalt. Zudem donnerten dann überraschenderweise auch noch die extrem lauten Nascars aus dem Rahmenprogramm zu in keinem Zeitplan aufgeführten Trainingsläufen über die Strecke.
Zu guter letzt fuhren dann in dem eh schon vollen Fahrerlager eine ganze Reihe der neuen großen Renault-T-Modelle in metallic-schokobraun vor. Die Zugmaschinen aller Renault-Teams wurden gegen die neuen ausgetauscht – allerdings nur für das Rennwochenende.
Aus dem geruhsamen Freitag wurde also nichts, morgen und übermorgen wird es bei dem extrem engen und übervollem Zeitplan noch hektischer – aber auch das Wetter soll besser werden. Zwar liegen die Temperaturen nachts auch nur im mittleren einstelligen Bereich und tagsüber bei wolkigem Himmel auch nur 12 bis 13 Grad, aber es soll wenigstens weitgehend trocken bleiben. Erst für den Sonntagabend ist wieder Regen angekündigt. Wenn die Truckracer Pech haben, öffnet der Himmel exakt zum letzten Rennen der Saison wieder seine Schleusen.

Impressionen:

Der Freitag in Le Mans
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