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Jarama Drumherum

Jarama Drumherum

09. Oktober 2013Eine Entscheidung in der Truck-EM fiel beim vorletzten Lauf in Jarama noch nicht – zumindest nicht in der Fahrer-Einzel-Wertung. Der Teamtitel ist aber vergeben, Truck Sport Lutz Bernau hat mit seinen beiden MAN-Piloten Antonio Albacete (ESP) und Markus Oestreich (GER) einen uneinholbaren Vorsprung herausgefahren und sich so die Team-Europameisterschaft schon vorzeitig gesichert. Aber all das ging ja nun beinahe unter, auch wenn Lutz Bernau schon entsprechende T-Shirts mit nach Jarama gebracht hatte. Doch die Folgen des Massencrashs am Samstagnachmittag, an dem gut sieben Fahrzeuge mehr oder weniger intensiv beteiligt waren, sowie die anschließenden Diskussionen um die Zustimmung der Teams und Piloten zum Fahrzeugwechsel Albacetes ließen beim Bernau-Team keine so rechte Feierlaune aufkommen. Und überhaupt haben diese Diskussionen und das ganze Drumherum um die notwendigen Unterschriften einige Gräben offen gelegt, die man in der ansonsten doch eigentlich immer so heilen Welt der großen Truckracing-Familie eigentlich nicht vermutet hätte. Nur es ist eben auch im Truckracing wie in jeder Familie, wie in jeder Ehe, auch wenn man sonst immer zusammenhält, es gibt immer einige Punkte, über die man unterschiedlicher Meinung ist. Und irgendwann scheint das Maß voll zu sein, dann kracht es auch schon mal. Und so war es dann eben am Samstagabend.
Das Truck Sport Lutz Bernau-Team musste leider nach dem letzten Rennen am Sonntagabend schon abbauen, weil man sich direkt auf den Weg nach Le Mans machte in die Werkstatt der Brüder Pascal und Olivier Robineau, die ja selbst lange Zeit als Truckracing- Piloten unterwegs waren. Mittlerweile ist mit Jeremy und Thomas schon die zweite Generation im RaceTruck unterwegs.
Und da war er dann wieder, der enge Zusammenhalt in der großen Truckracing-Familie, wo eigentlich immer jeder jedem hilft. Durch die frühe Abreise hat das Bernau-Team – außer Sohnemann Michael, der erst am Montag von Madrid aus nach Hause flog – dann allerdings wirklich etwas verpasst. Die Querelen vom Vortag waren am Sonntagabend schon längst wieder vergessen, und dann schmiss das Service-Team von MAN eine Party –die allen, die dabei waren, noch lange in – positiver – Erinnerung bleiben wird.
Mit Hilfe vieler spanischer Freunde hatte die Crew aus Nürnberg ein professionelles Barbecue aufgefahren – mit spanischem Koch natürlich – Getränke gab es in Hülle und Fülle, dazu ein Programm, dass die Stimmung zum Überkochen brachte. Zunächst eine Live-Band, die mit ihren Titeln von den Stones, von Police und anderen Rockbands jener Zeit exakt den Nerv der Truckracer traf. Nach Mitternacht präsentierte MAN-Service-Teamchef Artur Klein schließlich eine extrem gelenkige Tänzerin, die nicht nur jedem und jeder, den oder die sie aus dem Publikum heraus auf ihren Stuhl holte, den Kopf verdrehte. Immer mal wieder ließ sie dabei die eine oder andere Hülle fallen, das Publikum raste vor Begeisterung. Erst als die Sonne langsam über Madrid aufging, gingen auch die letzten Gäste – und die, die schon etwas eher gegangen waren, machten sich so langsam wieder fit, um die RaceTrucks für das Finale auf dem Circuit Bugatti vorzubereiten. Denn nahezu alle Teams werden direkt von Jarama nach Le Mans fahren und wollten zuvor noch das weiterhin hervorragende Wetter in der spanischen Hauptstadt nutzen. Denn die Wetterfrösche prognostizierten für Le Mans nahezu das Gegenteil von dem, was die Truckracer gerade in Madrid vorfanden.

Impressionen:

Jarama Drumherum
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