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Der Samstag in Jarama Teil 1 - Oestreich auf Pole

Der Samstag in Jarama Teil 1 - Oestreich auf Pole

05. Oktober 2013Jarama - Nach einer sternenklaren Nacht lagen die Temperaturen am frühen Morgen im niedrigen einstelligen Bereich auf dem fast 700 Meter hoch gelegenen Circuito del Jarama nördlich von Madrid. Es war beinahe noch dunkel, als sich schon die ersten Fans für das 1. Freie Training des 9. Laufs zur FIA European Truck Racing Championship die besten Plätze in der berühmten Farinakurve sicherten. Während die enthusiastischen Spanier hauptsächlich ihren Antonio Albacete (MAN) und besonders natürlich auch den „Pirouettendrehern“ und Driftkünstlern aus der Spanischen Meisterschaft, wie den Gebrüdern Vila und Rodriguez Fernando (alle Mercedes), zujubelten, konzentrierten sich die Beobachter sehr viel stärker auf das Auftreten eines anderen Mercedes-Piloten, des Truckracing-Rookies André Kursim. Der junge Deutsche war hier erstmals auf einem RaceTruck rennmäßig unterwegs, und die anspruchsvolle Piste von Jarama hatte der tankpool24-Pilot gestern zum ersten Mal gesehen, als er sie mit seinem Mentor Markus Oestreich zu Fuß abgelaufen war.
Dennoch machte Kursim keine schlechte Figur auf dem noch leicht feuchten Asphalt – mit einem 18.Platz in dem 28-köpfigen Starterfeld. An der Spitze standen erneut die, die man dort auch erwartete, die beiden heißesten Meisterschaftsanwärter, Albacete und sein deutscher MAN-Markenkollege Jochen Hahn. Aber einer war noch schneller, der Tscheche David Vrsecky (Buggyra-Freightliner).
Im 2. Freien Training legte Albacete dann kräftig zu. Doch im Prinzip verbesserten sich eigentlich alle, der Asphalt schien bei steigenden Temperaturen und strahlendem Sonnenschein einfach griffiger zu werden. Aber allein der Spanier schaffte es, die 1:59er-Marke zu knacken, die Verfolgermeute folgte im knappen Abstand.
Dies war ja auch nur das übliche Vorgeplänkel. Ernster wurde es schließlich im 1. Zeittraining, als es darum ging die Top-Ten für die SuperPole auszufahren. Mittlerweile hat es sich ja eingebürgert, dass die Top-Piloten nach nur einer schnellen Runde wieder zurück in die Boxengasse fahren, um Reifen zu schonen. Nicht anders war es in Jarama. Der Ungar Norbert Kiss (MAN) legte gleich mit 1:58,721 Min. eine Spitzenzeit vor, Albacete, Vrsecky Hahn, Oestreich (MAN) und der Schweizer Markus Bösiger (MKR-Renault) folgten knapp dahinter. Alle lagen unter 2 Minuten, und das musste für die Top-Ten allemal reichen.
Das Feld für die SuperPole vervollständigten schließlich der Tscheche Adam Lacko (MKR-Renault), MAN-Pilot Mika Mäkinen (FIN), der Franzose Anthony Janiec (Renault) und der Deutsche René Reinert (MAN). Viel Beachtung fand natürlich Kursim, der sich den 21. Startplatz holte, und seine Vorgängerin im tankpool24-Mercedes-Cockpit, Ellen Lohr (GER) auf ihrem neuen Truck, dem Buggyra-Freightliner, die 17. wurde.
Und dann ging es wirklich ums Eingemachte. Auch in der SuperPole versucht man bereits in der 1. schnellen Runde, wenn die Reifen noch frischer sind, das Beste herauszuholen, denn im Gegensatz beispielweise zur F1 gibt es im Truckracing ja keinen Reifenwechsel mehr. Und da hatte Oestreich offensichtlich die beste Spur erwischt. Mit 1:58,114 Min. legte er gleich die Top-Zeit vor, an die niemand mehr herankam – auch wenn Kiss ihm zum Schluss noch einmal bis auf eine Zehntel auf die Pelle rückte. Die weitere Startaufstellung hieß Albacete, Hahn, Reinert, Vrsecky, Lacko, Bösiger, Mäkinen und Janiec.

Impressionen:

Der Samstag in Jarama Teil 1 - Oestreich auf Pole
Der Samstag in Jarama Teil 1 - Oestreich auf Pole