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Der Freitag in Jarama

Der Freitag in Jarama

04. Oktober 2013Jarama - Eigentlich ist Spanien ja auch ein Synonym für Sonne. Als die Teams zum 9. Lauf der FIA European Truck Racing Championship auf dem Weg zum Circuito del Jarama wenige Kilometer nördlich von Madrid unterwegs waren, beschlich sie manchmal das Gefühl, sie würden dem Weltuntergang entgegenfahren. Pechschwarzer Himmel, erhellt durch grell zuckende Blitze, und immer wieder kurze aber umso heftigere Starkregenschauer begleiteten die Trucks bei ihrer Fahrt durch das nordspanische Mittelgebirge mit Passüberfahrten von bis zu 1.444 Meter. Die drei MAN-Teams von Jochen Hahn, René Reinert und Mika Mäkinen, die zusammen unterwegs waren, erwischte es dabei besonders hart. Während sie auf einem Parkplatz kurz vor Burgos Rast machten, ging dort ein extremes heftiges Gewitter mit Hagel so groß wie Tennisbällen nieder. Scheiben wurden zertrümmert, Antennen und Spiegel abgeschlagen, manche Autos sahen durch den heftigen Hageleinschlag aus wie Kraterlandschaften. Auch die Truckracer bekamen einiges ab, doch wussten sie sich zum Teil gleich zu helfen. Die durchgeschlagenen Dachfenster einiger Wohnauflieger wurden notdürftig repariert, neue Außenspiegel direkt in Deutschland bestellt, sodass man die insgesamt ja knapp 14tägige kombinierte Jarama-Le Mans-Tour mit verkehrssicheren Fahrzeugen absolvieren kann. Ab dem heutigen Freitagnachmittag herrschte meist strahlend blauer Himmel über dem Circuito del Jarama, und so soll es nun auch während des ganzen Wochenendes bleiben.
Nicht minder hart waren die vergangenen Tage für die Mechaniker des ungarischen OXXO-Teams. Ihr Junior-Pilot Benedek Major gehörte zu den Hauptleidtragenden des spektakulären Crashs in Zolder. Sein MAN war ja ein einziges Wrack, und so bleib der Crew kaum mehr anderes übrig als beinahe Tag und Nacht an dem RaceTruck zu arbeiten, wollte man ihn für die letzten beiden Saisonrennen wieder fahrbereit haben, Und die Ungarn haben es auch geschafft, der MAN mit der Nummer 12 sieht nun wieder aus wie neu.
Ganz neu im Truckracing-Circus ist André Kursim, der ja nun ganz kurzfristig das Cockpit von seiner deutschen Landsmännin Ellen Lohr im tankpool24-Mercedes übernommen hat. Lohrs überraschender Wechsel in den Freightliner des tschechischen Buggyra-Teams gehörte hier in Jarama zu den Hauptgesprächsstoffen. Für den 22-jährigen Hessen ist das Debüt auf dem oldfashioned und sehr schwierigen Kurs von Jarama eine besondere Herausforderung. Sein Mentor Markus Oestreich setzt auch alles daran seinen Schützling auf die Besonderheiten dieser Strecke einzustimmen.
Am gestrigen Donnerstagnachmittag erschien endlich die offizielle FIA-Entry-List. Da sind nun auch der Wechsel von Lohr und der Neueinstieg von Kursim amtlich bestätigt. Doch statt ursprünglich 31 RaceTrucks sind es nun „nur“ noch 29. Aber auch das sind mehr als reichlich, sind doch auf diversen Rennstrecken gerade mal 26 Trucks zugelassen.

Impressionen:

Der Freitag in Jarama
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