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Truck Grand Prix Drumherum

Truck Grand Prix Drumherum

19. Juli 2013Über das Wetter konnte man sich wirklich nicht beklagen beim Truck Grand Prix am Nürburgring, dem 5. Lauf zur FIA European Truck Racing Championship. Da haben die Truckracing-Fans hoch oben in der Eifel auch Mitte Juli schon etwas ganz anderes erlebt. Nach den wochenlangen Regenfällen meinte es Petrus offensichtlich gut mit den Truckracern. So war es dann doch auch schon etwas überraschend, dass trotz des tollen Wetters insgesamt „nur“ 165.000 Zuschauer den Weg zum Ring gefunden hatten. Vielleicht sind fünf Motorsportgroßereignis – am 1. Juliwochenende die Truck Race Trophy in Spielberg und der Große Preis von Deutschland der F1 am Nürburgring, am 2. Juliwochenende der TGP am Ring, die DTM am Norisring und die Motorrad-WM am Sachsenring – binnen einer Woche auf relativ engem Raum dann doch auch für ganz hartgesottene Motorsportfans einfach etwas viel. Wobei man natürlich nicht weiß, wie groß die tatsächliche Schnittmenge der Besucher sein würde. Aber es gibt sicherlich eine ganze Reihe von Fans gibt, die gern mehrere dieser Events besucht hätten.
Und man weiß zudem, der Euro sitzt nicht mehr ganz so locker, da wird der Besucher Prioritäten setzen müssen.
Die, die am Ring dabei waren, werden es nicht bereut haben. Es gab das gewohnt tolle Programm auf der Piste, im Paddock und in der Müllenbachschleife. Und die, die es nicht zum Ring geschafft habe, konnten zumindest die Rennen der FIA European Truck Racing Championship und des Mittelrhein Cups (aus rechtlichen Gründen werden nur die Trucks übertragen) in unserem Video-Live-Streaming im Internet verfolgen. Das waren auch noch einmal mehr als 58.000 Fans. Zwar etwas weniger als im Vorjahr – da waren es über 65.000 – allerdings gab es diesmal technisch bedingt auch nur am Samstag und Sonntag Übertragungen. In den Vorjahren begann das Video-Live-Streaming bereits schon immer donnerstags. Nun wurde von uns erstmals eine neue Technik eingesetzt, die zunächst einmal eingerichtet und gestestet werden musste. Das Streaming selbst wurde so erst am Samstagmorgen tatsächlich frei geschaltet. Wer schon vorher etwas hat sehen können, das waren die Testdurchläufe.
In den Rennen gab es jede Menge Action zu sehen. Nicht nur die Piloten im Mittelrhein Cup gingen hart zur Sache, hier gab es gleich mehrfach die rote Fahne mit anschließendem Neustart. Auch in den FIA-Rennen beklagten sich einige Fahrer über die extreme Fahrweise mancher Konkurrenten. Direkt nach den Rennen wurde mancher da schon sehr deutlich, und einzelne Piloten halten sich auch auf ihren Seiten im Internet und in Facebook nicht unbedingt vornehm zurück.
Local Hero Jochen Hahn hatte mit seinem MAN in den früheren Jahren nie so richtig Glück beim TGP am Ring, wenn es um die Punkteverteilung ging. Im letzten Jahr war der Altensteiger erstmals stärkster Fahrer am Nürburgring, als er 47 Punkte holte. Diesmal waren es zwar „nur“ 43, da Hahn unfallbedingt auch Rückschläge einstecken musste. Aber seinem schärfsten Konkurrent im Titelkampf, dem spanischen Markenkollegen Antonio Albacete, erging es auch nicht viel besser, er heimste gerade mal 1 Pünktchen mehr ein. So liegt das Führungsduo im Gesamtklassement auch nur 12 Zähler auseinander. Bei jeweils 60 maximal möglichen Punkten pro Rennwochenende – und davon haben wir noch fünf vor uns – ist das beinahe Gleichstand.
Das Fahrerlager zog tagsüber – abends ging es ja in die Müllenbachschleife – manchmal mehr Fans an, als auf den Tribünen saßen. So war denn auch das Zelt von tankpool24 ständig dicht umlagert, die Live-Musik dort kam offensichtlich nicht nur bei den geladenen Gästen sehr gut an. Beim Mercedes-Team herrschte das Motto, wir mögen ja nicht unbedingt die Schnellsten sein, dafür ist aber die Stimmung bei uns am besten. Auch vor den Eingängen der anderen Zelte drängten sich die Gäste, ob nun bei MAN, bei Europart, bei der DKV, bei den Unternehmen der Mineralölindustrie und, und, und …
Der Truck Grand Prix ist eben ein Gesamt-Event aus Motorsport, Show, Musik und vor allen Dingen auch eine Messe, bei der sich all die, die mit dem Auto und insbesondere mit dem großen Bereich der Nutzfahrzeug-Industrie zu tun haben, ihren Kunden und potentiellen Interessenten in einem ausgesprochen positiven Umfeld präsentieren können.
Umso mehr irritiert es aber auch die große Truckracing-Gemeinde, dass viele Unternehmen zwar die Events der FIA European Truck Racing Championship nutzen, um sich zu präsentieren, sich aber nur wenig oder auch gar nicht in der Rennserie selbst engagieren. Man sollte sich dann doch an geeigneter Stelle mal vorstellen, was wären der TGP und die anderen neun Events ohne Truckracing.
Der TGP-Termin 2014 steht schon fest, vom 18. bis zum 20. Juli. Bernie Ecclesstone und seine F 1-Mannen werden dieses Datum nicht mehr verwirbeln können, treten sie doch nächstes Jahr nicht in der Eifel sondern am Hockenheimring an. Sinnigerweise aber dann am selben Wochenende. Anderseits hatten wir das 2010 auch schon so, und dennoch kamen über 200.000 Besucher zum TGP.
Wer all das noch einmal in bewegten Bildern sehen möchte, hat dazu am Samstag, den 20.Juli, um 18:45 Uhr auf Sport 1 Gelegenheit. Dort wird die rund 20-minütige Zusammenfassung von TRO TV gesendet. Erstmals gibt es von einem Rennstart der FIA ETRC Octocopter-Aufnahmen, also Bilder aus einer knapp über den Trucks mitfliegenden kleinen Drohne.

Impressionen:

Truck Grand Prix Drumherum
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