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Der Samstag am Nürburgring

Der Samstag am Nürburgring

13. Juli 2013Nürburgring - Recht kühl war es am Morgen des ersten Wettkampftags beim Truck Grand Prix am Ring, dem 5. Lauf zur FIA European Truck Racing Championship. Am Abend zuvor hatten sich noch zigtausende von Fans in der Müllenbachschleife bei Nena und Co. warm gesungen. Doch bei Temperaturen um die 10 Grad reichte das jetzt nicht mehr, so wärmten sich denn auch die TruckRacer um 8:00 morgens beim Warm-Up auf, das seinen Namen redlich verdient hatte. Und hier hatten einmal mehr die das Sagen, die auch schon in der gestrigen SuperPole den Takt vorgegeben hatten, die beiden MAN-Piloten Antonio Albacete (ESP) und Jochen Hahn (GER) sowie der Tscheche David Vrsecky (Buggyra Freightliner).
Auch in der Startaufstellung zum 1. Rennen standen die Drei ganz vorn und machten am Ende das Rennen auch unter sich aus. Polesetter Albacete übernahm gleich die Führung mit Hahn und Vrsecky im Schlepptau doch noch ehe die 2. Runde vorüber war, ausgangs der NGK-Schikane, knapp bevor es auf die Zielgerade ging zog der deutsche MAN-Pilot unter dem Jubel seiner Fans an seinem spanischen Markenkollegen vorbei. Das Duo löste sich etwas von den Verfolgern und fuhr ganz ungefährdet einen MAN-Doppelsieg nach Hause. Im Ziel lag Hahn zwar nicht einmal eine Sekunde vor Albacete, dennoch hatte man nie den Eindruck, dass der Spanier dem Deutschen noch den Sieg hätte entreißen können. Relativ einsam erfuhr sich Vrsecky den 3. Podiumsplatz. Markus Oestreich (GER) fuhr lange Zeit ungefährdet auf der 4.Position, doch gegen Ende des Rennens rückte der Schweizer Markus Bösiger mit seinem MKR-Renault dem MAN noch recht eng auf die Pelle. Mit gerade mal 7 Zehntel Vorsprung rettete Oese seinen 4. Rang über die Ziellinie. Die Überraschung des Rennens war sicherlich der MAN-Pilot René Reinert. Schon in der gestrigen SuperPole holte sich der Unternehmer aus der Lausitz den 6. Startplatz, und auf dem 6. Rang passierte Reinert schließlich auch ganz souverän die Ziellinie. Um den 7. Platz gab es dann allerdings wieder einen erbitterten Fight zwischen dem Ungar Norbert Kiss (MAN) und dem Tschechen Adam Lacko (MKR-Renault). Um gerade mal 9 Zehntel hatte Kiss im Zielspurt die Nase vorn. Der 8. Platz bedeutete für Lacko andererseits die Pole für das 2. Rennen. Die letzten Punkte holten sich Jean-Pierre Blaise (Renault) aus Belgien und der MAN-Pilot Benedek Major (HUN).
Vor dem zweiten Tagesrennen gab es eine Neuerung beim Truck Grand Prix, den Grid Walk für alle – gute 30 Minuten lang. Für die Marshalls war es anschließend aber wohl nicht ganz so einfach, die begeisterten Fans dann dazu zu bewegen, die Startaufstellung wieder zu räumen. Denn so etwas hatten viele das ja noch nicht erleben können – und sie wollten es möglichst lange genießen. Aber auch die Piloten hatten schließlich ihren Spaß. Das war allerdings nicht das einzig Ungewöhnliche. Das 2. Tagesrennen wurde schon mittags um zehn vor eins gestartet. Das Wetter war weiter angenehm, die Sonne lugte mal hin und wieder durch die Wolken. So blieben die Temperaturen denn auch unterhalb der 20-Grad-Marke, aber es blieb auch trocken.
Locker und ganz cool verteidigte Polesetter Lacko denn auch seine Führung. Hinter ihm allerdings ging es gleich in Mercedes-Arena hart zur Sache. Lacko sollte es nur recht sein, so hatte er schon anfangs einen beruhigenden Vorsprung herausfahren können. Auf der 2. und 3. Position folgten Oestreich und Reinert vor Albacete, Vrsecky, Hahn und Kiss. Und die beiden Letztgenannten gerieten schon in der 2. Runde heftig aneinander. Kiss rollte anschließend aus, Hahn fiel zunächst schon weit zurück und musste dann auch noch in die Boxengasse, um blockierende Plastikteile entfernen zu lassen. Das brachte dem Titelverteidiger gleich eine Runde Rückstand ein, dennoch fuhr der Altensteiger anschließend mit ungebremstem Elan weiter. Hahn weiß, was er seinen Fans schuldig ist.
Weiter vorn zog währenddessen Albacete an Reinert vorbei, vier weitere Runden konnte der Deutsche dann dem Druck von Vrsecky stand halten. Schließlich aber passierte auch der Tscheche den blauen MAN-RaceTruck. Zwischenzeitlich hatte Albacete seinen Bernau-Truck-Sport-Teamkollegen überholt und fuhr hinter Lacko einen klaren 2. Podiumsplatz nach Hause. Oestreich allerdings musste sich am Ende noch eines hart attackierenden Vsreckys erwehren. In der letzten Runde, in der NGK-Schikane, nur noch wenige hundert Meter vor dem Ziel setzte Vrsecky zum letzten Angriff an. Oeses MAN und der Buggyra Freightliner berührten sich und kamen leicht aus der Spur. Während Oestreich sofort wieder davonzog, geriet Vrsecky etwas abseits der Piste. Es schien, als könne jetzt auch wieder Reinert am Tschechen vorbeiziehen. Doch mit 3 Zehntel Vorsprung rettete Vrsecky seinen 4. Platz schließlich noch ins Ziel.
Bösiger kam an 6. Position ein vor Major, dem Franzosen Anthony Janiec (Renault), Blaise und Stephanie Halm (GER) auf MAN. Dann aber hatten wieder einmal die Rennkommissare das letzte Wort. Blaise bekam 30 Sekunden Strafzeit, das warf ihn auf den 14.Platz zurück. Halm rückte auf den 9. Rang vor, und ihr Landsmann Gerd Körber (IVECO) holte sich den letzten Punkt.
Zum Abschluss gab es noch den 1. Lauf zum Mittelrhein-Cup, der auch zur Britischen Meisterschaft zählt. So sind denn auch hier hauptsächlich Piloten von der Insel am Start. Doch es gabt eben auch noch Doppelstarter, die sich den Stress antun, sowohl in den Rennen zur FIA European Truck Racing Championship als auch im Mittelrhein Cup mitzufahren – und einer davon war René Reinert. Und der Lausitzer fuhr denn auch, kurz nach seinem 5.Platz im FIA Rennen noch einmal einen klaren und von seinem Team vielumjubelten Sieg im Mittelrhein Cup nach Hause vor den beiden britischen MAN-Piloten Matt Summerfield und Stuart Oliver.
In der Gesamtwertung hat Albacete nun 190 Punkte und baute seine Führung vor Hahn (175) weiter aus. Auf den weiteren Plätzen folgen Oestreich (149), Vrsecky (135), Kiss (127) und Lacko (104).
Den Sieg in der Teamwertung holte sich im 1. Rennen Truck Sport Lutz Bernau (Albacete / Oestreich) vor Castrol Team Hahn Racing (Hahn / Mäkinen) und MKR Technology (Lacko / Bösiger) Im 2. Rennen ging der erste Podiumsplatz an MKR vor Bernau und Team Blaise Janiec (Janiec / Blaise).

Impressionen:

Der Samstag am Nürburgring
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