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Der Freitag am Ring

Der Freitag am Ring

12. Juli 2013Nürburgring - Beim TGP am Ring geht es ja nicht erst freitags los, sondern bereits jeweils schon am Donnerstag – und so ist es natürlich auch beim 5. Lauf zur diesjährigen FIA European Truck Racing Championship. Dennoch – bedingt durch die knappe Zeitspanne zwischen dem letzten Lauf in Spielberg und den Rennen jetzt hier am Ring – beginnen wir die aktuelle Berichterstattung diesmal – natürlich rückblickend – erst mit dem Freitag-Report.
Als die ersten Teams am Dienstagnachmittag in der Eifel ankamen, war das Fahrerlager noch voll mit den Überbleibseln des Formel 1 vom Wochenende. Der Wechsel im Paddock war beinahe fließend. Sobald ein F1-Team einen Platz geräumt hatte, nahm diesen oft schon das FIA ETRC-Team ein, das hierfür auch vorgesehen war. Problematischer war es allerdings für die Zeltbauer, die die Riesenzelte aufbauen mussten. Und tatsächlich scheinen einige Zelte im Industriepark auch eine Nummer kleiner ausgefallen zu sein, dennoch sind sie zum Teil gigantisch. Wurde am gestrigen Donnerstag zum Teil noch kräftig daran gearbeitet, heute war nun endlich alles fertig, die ersten Gäste konnten kommen.
Gestern war bei den Besuchern das Fahrerlager und der Industriepark eigentlich auch noch gar nicht so gefragt, schließlich standen erst einmal die VIP-, Industrie- und Pressefahrten an.
Beim anschließenden Zusatztraining standen einmal mehr die im Vordergrund, die auch schon in der ganzen Saison den Ton angeben, die MAN-Piloten Antonio Albacete (ESP), Markus Oestreich und Jochen Hahn (beide GER) sowie Norbert Kiss (HUN).
Aber all das war ja nur Vorgeplänkel, von manchen Trucks gab es auch gar keine Zeiten, weil sie noch keine Transponder eingebaut hatten.
Ernster wurde es dann heute mit dem 1. und 2. Freien Training. Auch hier gab es an der Spitze wieder nahezu das gleiche Bild wie am Vortag, einzig der tschechische Buggyra-Freightliner-Pilot David Vrsecky konnte sich noch unter die MAN-Phalanx mischen.
Dennoch wusste man ja eigentlich nie, ob schon alle Truckracer ihre Karten tatsächlich auch aufdecken wollten. Selbst im 1. Zeittraining hielten einige der Top-Piloten immer noch hintern Berg. Nach nur einer schnellen Runde kehrten sie schon in die Boxengasse zurück, um die Reifen zu schonen. Sie wähnten sich eben schon sicher unter den zehn Zeitschnellsten für die SuperPole – und sie lagen richtig.
Neben Kiss, Albacete, Hahn und Oestreich erreichten die SuperPole Adam Lacko (CZE) auf MKR-Renault, der MAN-Pilot René Reinert (GER), der Schweizer Markus Bösiger (MKR-Renault), Vrsecky, Benedek Major (HUN) auf MAN und der Belgier Jean-Pierre Blaise (Renault), der am Ende gerade mal 5 Hundertstel schneller war als der Finne Mika Mäkinen (MAN).
In der SuperPole wurde Hahn dann schon in seiner ersten schnellen Runde direkt in der Mercedes-Arena viel zu weit rausgetragen. Beim Wiedereinfädeln in die Schlange der RaceTrucks wäre der MAN-Pilot beinahe dann noch mit Lacko kollidiert. Doch auch dadurch ließ sich der deutsche Titelverteidiger nicht aus der Ruhe bringen, schließlich lag er in dem Moment ja nur auf dem 10. Platz. In der letzten Runde drehte Hahn dann noch einmal richtig auf, an die Zeiten von Albacete und Kiss kam er am Ende aber doch nicht mehr heran. Hinter diesen drei MAN-lern holte sich Vsrecky den 4. Startplatz vor Oestreich, Bösiger, Lacko, Major, Reinert, und Blaise.
Und dann gab es plötzlich Unruhe im Fahrerlager. Kiss wurden nachträglich sämtliche Zeiten aberkannt, weil seine Aufhängung nicht dem Reglement entsprach. Das bedeutete für den Ungar die Verbannung ans Ende des Starterfeldes, alle anderen Pilotinnen und Piloten rückten hinter Polesetter Albacete um einen Platz vor.
Am Spätnachmittag gab es schließlich noch den Go-and-Stop-Wettbewerb der Truckracer aus dem FIA-Feld und denen, die am Mittelrhein Cup teilnehmen. Und gleich zu Beginn wurde deutlich, weshalb gerade die Top-Piloten zu diesem Spaß mittlerweile nicht mehr antreten wollen. Die teilweise gut 1.200 PS lassen sich bei einem stehenden Start einfach nicht mehr problemlos auf die Piste bringen. Es gibt dazu einfach nicht ausreichend kräftige Komponenten. Mitfavorit Sascha Lenz (GER) fing sich denn auch gleich bei seinem gerade auf Hauber umgebauten Mercedes einen Bruch der Hinterachse ein. Der Endlauf war schließlich auch eine rein holländische Scania-Angelegenheit. Erwin Kleinnagelvoort verwies Cees Zandbergen auf den 2. Platz, der 3. Podiumsplatz ging an John Powell (Ford Cargo).

Impressionen:

Der Freitag am Ring
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