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Truck Grand Prix Vorbericht

Truck Grand Prix Vorbericht

11. Juli 2013Nürburgring - Der Truck Grand Prix am Nürburgring ist nicht nur der absolute Saisonhöhepunkt der FIA European Truck Racing Championship, für alle Beteiligten ist das grundsätzlich auch Stress in höchstem Maße. Und dann kam noch diese mehr als nur unglückliche Terminplanung dazu, dass der 4. Lauf im österreichischen Spielberg und der 5. Lauf hier am Nürburgring binnen Wochenfrist stattfinden. Der TGP ist seit jeher eine 4-Tage Veranstaltung, das heißt am Mittwochabend müssen die Teams im Prinzip mit allem fertig sein, wohingegen bei den meisten anderen Events sogar der Freitag noch als Anreisetag zur Verfügung steht.
Auch für uns ist es mehr als unglücklich. Der TGP braucht erheblich mehr Vorbereitung als jeder andere Lauf der FIA ETRC, so können wir auch unseren normalen Zeitplan der Vor-Berichterstattung kaum einhalten.
Das Fahrerfeld ist zwar nicht das größte der Saison – in Navarra gingen im Rahmen gleichzeitig ausgetragenen Spanischen Meisterschaft insgesamt 27 Truckracer an den Start – aber dennoch mit 25 RaceTrucks ist die Piste am Ring schon am Limit, denn die Höchstzahl liegt im Truckracing bei 26.
Titelverteidiger Jochen Hahn wird bei seinem Heimrennen mit Unterstützung von Tausenden seiner Fans sicherlich darauf erpicht sein, die in Spielberg an seinen spanischen MAN-Markenkollegen Antonio Albacete verlorene Führung in der Meisterschaft zurückzuerobern. Aber da sind ja noch 23 andere Pilotinnen und Piloten auf der Piste. Insbesondere noch zwei weitere MAN-Piloten, Markus Oestreich (GER) und Norbert Kiss (HUN) haben gezeigt, dass sie auf dem gleichem Level fahren wie die beiden Top-Favoriten in der Meisterschaft. Sie hatten aber auch schon mehr Ausfälle. Oder aber sie mussten in Misano beispielsweise noch eine Extratour durch die Boxengasse einlegen, weil die Rennleitung meinte, da würden sich Karosserieteile am Renntruck lösen. Man war der Meinung, das sei zu gefährlich für die Zuschauer. Ab Navarra war das übrigens kein Thema mehr.
Aber auch die Renaults von MKR scheinen stärker als es zu Anfang der Saison noch aussah. Schließlich standen Markus Bösiger (SUI) und Adam Lacko (CZE) auch schon jeweils zweimal ganz oben auf dem Siegerpodest. Und dann ist mit Gerd Körber auch wieder ein Race-by-Race-Pilot am Start, der mit seinem Schwabentruck-Iveco der Spitzengruppe beim Punktesammeln durchaus mal in die Suppe spucken könnte. Denn für „Mr. Truckracing“ ist ja der Renntruck nicht nur seit nun gut einem viertel Jahrhundert das zweite zuhause, an seiner Hausstrecke könnte der dreifache Champion ja auch jede Kurve im Schlaf nehmen.
Natürlich werden auch wieder Heinz-Werner Lenz und Sohnemann Sascha zu den Publikumslieblingen zählen, doch mit ihren beiden Mercedes-RaceTrucks, die ja nicht mehr ganz taufrisch sind, werden die beiden Deutschen wohl kaum vorne mitfahren können.
Und schließlich gibt es da ja noch zwei ganz besondere Lieblinge nicht nur bei Fans, sondern gerade auch bei den Medien, die beiden deutschen Damen Ellen Lohr und Stephanie Halm.
Ellen war ja schon vor mehr als 15 Jahren – damals noch im Mercedes-SuperRaceTruck beim TGP am Start. Der Marke ist die einzige Dame, die je ein DTM-Rennen gewonnen hat – übrigens auch auf Mercedes – zwar treu geblieben, nur ihr jetziger tankpool24-Mercedes zählt optisch sicherlich zwar zu den Top-Trucks, nur unter der Haube fehlen dem Racer einige PS. Schließlich hat der Mercedes ja auch schon einige Jährchen mehr auf dem Buckel als die Trucks der direkten Konkurrenz – und von Mercedes gibt es eben keine Werksunterstützung wie zum Beispiel von MAN oder Renault.
Da ist Steffi Halm etwas besser dran. Ihr werksunterstützter MAN des französischen Lion-Teams hat schon einiges mehr zu bieten. Schließlich hat die junge Deutsche in der Fahrerwertung ja schon 8 Punkte eingefahren.
Für den Fan lohnt es sich in jedem Fall den Trip in die Eifel anzutreten – auch nur kurzfristig. Tickets nahezu aller Kategorien sind noch erhältlich, und die Wetteraussichten sind ausgesprochen gut.
Wer es dennoch nicht zum Ring schaffen sollte, der kann die Rennen der RaceTrucks live im Internet verfolgen, hier auf „truckracing.de / truckrace.info“, auf unserem Video-Web-Portal „truckrace.tv“, auf der Seite der Truck Race Organisation TRO „truckrace.org“, auf der Website des Truck Grand Prix „truck-grand-prix.de“ und auf den Internetseiten vieler Unterstützer, die hier morgen noch einmal einzeln aufgeführt werden.
Und selbst die, für die Truckracing „nicht so im Lebensmittelpunkt steht“, hat der TGP immer ganz außergewöhnliche Angebote parat. Seien es die Truckercamps, der Industriepark, die Shoping-Meilen oder gerade auch die Konzerte in der Müllenbachschleife. Mit dem deutschen Superstar Nena steht hier am Freitagabend wieder ein absoluter Publikumsliebling auf der Bühne. Für Konzerte von Nena muss man in der Regel mehr bezahlen als für das TGP-Ticket inklusive Konzertbesuch. Es soll Leute gegeben haben, die das ganze TGP-Wochenende nur in der Müllenbachschleife verbracht haben. Dort ist ja nicht nur die Konzertbühne, dort gibt es unzählige Stände mit allem, was das Truckerherz erfreut, und dort gibt es am Samstagabend auch das berühmte TGP-Feuerwerk.

Impressionen:

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