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Navarra Vorbericht

Navarra Vorbericht

29. Mai 2013Der Circuito de Navarra, im Norden Spaniens gut 60 Kilometer westlich von Pamplona gelegen, ist erstmals Ausrichter eines Rennens der FIA European Truck Racing Championship. Für Examotor aus Barcelona, dem Organisator dieses Rennens, ist die FIA ETRC allerdings kein Neuland. Seit jeher ist Examotor schon für sämtliche spanischen Truckrennen, so auch die die EM-Läufe in Albacete und Jarama verantwortlich. Und dieses erste Juniwochenende ist denn ja auch der klassische Albacete-Termin. Doch schon im letzten Jahr war dieser Lauf der FIA ETRC kurzfristig nach Jarama vor den Toren Madrids verlegt worden. Die Region um Albacete ist von den aktuellen Wirtschaftsproblemen in Spanien ganz besonders hart betroffen. Die für eine solche Großveranstaltung zwangsläufig anfallenden hohen Kosten, konnten bei gleichzeitig abnehmenden Einnahmen durch Eintritts- und Sponsorengelder nicht mehr ausgeglichen werden.
Der Region Navarra geht es wirtschaftlich wesentlich besser. Die 3.933 Meter lange Rennstrecke ist neu, höchstmodern und hat seitens der FIA sogar die Zulassung für die Formel 1. Seit 2010 sind dort denn auch schon erfolgreich diverse Rennen der FIA GT Welt- und Europameisterschaft veranstaltet worden.
Die insgesamt 27 Truckracer sind also höchst gespannt, was sie auf dem Circuito des Navarra erwartet. Zuvor, so ist geplant, werden noch einige der Teams am heutigen Mittwochabend bei einer PR-Aktion im Zentrum Pamplonas für den 2. Lauf der FIA ETRC die Werbetrommel rühren.
Von den in die FIA-Liste eingeschriebenen Piloten hat Ellen Lohr (GER) abgesagt. Ihren tankpool24-Mercedes hatte es bei verschiedenen Crashs während der Auftaktrennen im italienischen Misano doch kräftiger erwischt als ursprünglich gedacht. Zudem wies der RaceTruck, der nach dem Neuaufbau ja in Misano erstmals gestestet werden konnte, ein paar Kinderkrankheiten auf. Und auch diese will das Team von MB-Motorsport bis zum dritten Lauf der FIA ETRC Mitte Juni möglichst beseitigt haben.
Dafür kommt die zweite Amazone im Starterfeld der europäischen Truckracer, Lohrs Landsmännin Stephanie Halm, mit kräftigem Rückenwind nach Navarra. Steffi hat den Saisonauftakt in Misano nicht nur wesentlich besser überstanden als Ellen, am vergangenen Wochenende ist sie mit ihrem gelb-schwarzen Lion-Mercedes auch schon wieder bei einem Lauf der Nationalen Französischen Meisterschaft gestartet. Dort ist Halm amtierende Meisterin und mit 3 Siegen in vier Rennen auch auf dem besten Wege diesen Titel wieder zu verteidigen. Die junge Deutsche ist aber realistisch genug, sie weiß, dass im Europa-Championat ein härterer Wind weht. Vielleicht schafft sie es ja, in die TopTen zu fahren, denn mit Gerd Körber (GER) ist einer der potentiellen TopTen-Kandidaten nicht am Start. Das hat aber nichts damit zu tun, dass der Rheinauer am Wochenende nicht nur seinen 50. Geburtstag gefeiert hat, der dreifache Europameister ist zudem nun auch (endlich) unter die Haube gekommen. Der Race-by-Race-Pilot und sein Iveco-Team hatten allerdings von vornherein nur fünf Starts für die Saison eingeplant – und da war Navarra nicht dabei.
Körber ist auch Zehnter in der Gesamtwertung, und die ersten zehn Plätze haben im Truckracing ja auch noch eine besondere Bedeutung. Denn die hier platzierten Piloten müssen an der Reifenlotterie teilnehmen. Hier werden am Vorabend des jeweiligen Renntages die Reifensätze unter der Aufsicht des FIA Technical Delegate Ross Garrett ausgelost. Erst am folgenden Morgen können die Teams die über Nacht eingeschlossenen Reifen abholen. So will man erst gar keinen Verdacht aufkommen lassen, an Reifen könnten seitens der Teams Manipulationen vorgenommen worden sein.
Und wenn alles gut läuft, könnte Steffi Halm nach Navarra den 10. Platz in der Gesamtwertung übernommen haben, wenn ihr nicht ein anderer Race-by-Race-Pilot einen Strich durch die Rechnung macht. Die Rennen in Navarra zählen auch zur Nationalen Spanischen Meisterschaft und ganze starke Auftritte hatte hier in den letzten Jahren der MAN-Pilot Javier Mariezcurrena. Erinnert sei hier nur an seinen Sieg vor zwei Jahre in Nogaro, wo es die geschlossene Phalanx der nominell stärkeren FIA-Piloten es nicht schaffte, dem Spanier den ersten Platz abzujagen. Zudem ist Mariezcurrena ganz in der Nähe zu Hause und genießt natürlich einen gewissen Heimvorteil.
Die übrigen sechs spanischen Race-by-Race-Piloten werden mit der Verteilung der EM-Punkte nichts zu tun haben, für sie geht es einzig darum, im Rahmen ihrer nationalen Meisterschaft möglichst viele Zähler einzufahren.

Impressionen:

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