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Der Freitag in Jarama

Der Freitag in Jarama

05. Oktober 2012Jarama - Normalerweise ist der Freitag in Jarama ein ruhiger Tag eher zum Relaxen, steht doch allein die Administrative und Technische Abnahme auf dem Plan. Auch diesmal, beim 10. Lauf zur FIA European Truck Racing Championship, nutzten manche bei wolkenlosem Himmel und Temperaturen jenseits der 25-Grad-Marke den Tag zum Sonnenbaden – vielleicht ja zum letzten Mal in diesem Jahr, andere wiederum bevorzugten eher ein Plätzchen im Schatten. Aber da gab es ja auch noch diese Presseveröffentlichung der FIA, in der auch einiges zur FIA ETRC stand (siehe: Beschluss des FIA World Motor Sport Council – 12 Rennen in 2013 vom 4. Oktober 2012).
Und die brachte dann doch einige Unruhe in diesen ansonsten so beschaulichen Tag. Insbesondere die Ankündigung, dass es insgesamt zwölf Rennen geben werde, von denen zehn zur Championship zählen würden, löste lebhafte Diskussionen aus. Einige rätselten, welche beiden Rennen denn nun ohne Punkte gefahren werden sollte, die Mehrzahl wiederum interpretierte das aber ganz anders. Es gebe zwar zwölf Rennen, aber nur zehn von diesen zwölf gingen in die Wertung ein, das hieße jeder Pilot habe zwei Streichergebnisse. Etwas konsterniert zeigte sich Christoph Gerlach, Leiter Organisation Truck Racing am Red Bull Ring im österreichischen Spielberg, über die diffusen Formulierungen.
Ellen Lohr präsentierte ihre Aufzeichnungen aus der letzten Fahrerbesprechung, in der Permanent Race Director Tony Iddon nach einer Abstimmung unter den Teams und Piloten einen Kalender vorgeschlagen hätte, wonach es zehn Rennevents geben werde.
Danach würde die Saison in Misano beginnen, gefolgt von den Rennen in Spielberg, Nogaro und Donington. Mitte Juli wäre dann wieder der TGP am Ring, gefolgt vom Smolenskring, Most, Zolder, Jarama und Le Mans.
Abgesehen von der Anzahl der Rennen ist ganz augenfällig, dass gegenüber dem Kalender, der nach der Sitzung der Truckracing-Kommission im September veröffentlich worden war, sowohl Istanbul als auch die neue Rennstrecke im nordspanischen Navarra nicht mehr auftauchen. Dafür ist nun aber wieder Donington dabei – obwohl es ja hieß, die Engländer hätten sich bis zum Ende der Frist am 31. Juli gar nicht beworben – und das Finale würde demnach nun doch wieder in Le Mans stattfinden.
Angesichts der diversen Widersprüche fragt sich so mancher natürlich auch, ob man sich in den entscheiden Gremien nur alle Türen offen halten wolle – zumal auch die Diskussionen um einen General-Promoter noch nicht beendet sind, und man dann ja auch nicht wüsste, wie dessen endgültige Pläne aussehen würden, oder ob man wirklich noch nicht weiß, wie der Kalender am Ende aussehen soll.
Wie dem auch sei, Teams und Piloten zeigen sich ausgesprochen unzufrieden über die aktuelle Situation, stehen doch gerade jetzt die entscheidenden Verhandlungen mit den Sponsoren an. Und da ist es schon sehr entscheidend, ob es dabei um einen Etat für 10 oder 12 Rennveranstaltungen geht. Am Sonntagabend, so hofft man denn auch allseits, würde man doch ein bisschen schlauer sein.
Wer dann irgendwann die endlos scheinenden Diskussionen leid hatte, konnte sich dann auch mal Zeit nehmen, eine Sightseeing-Tour durch Madrid zu machen oder am Abend die Ankunft der ersten Oldtimer- und Show-Trucks zu beobachten.
Die Rennen in Jarama sind seit jeher das Heimevent für Cepsa, den größten spanischen Sponsor in der FIA ETRC. Und diesmal hat sich der spanische Mineralölkonzern etwas Besonderes ausgedacht. Nachdem sich Cepsa nun schon mehrfach bei unserem Video-Live-Streaming vom Truck Grand Prix am Nürburgring engagiert hat, will man nun in Jarama selbst so etwas auf die Beine stellen. Unter www.cepsa.com/jarama soll jeder Fan die Rennen im Internet verfolgen können.

Impressionen:

Der Freitag in Jarama
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