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Zolder Drumherum

Zolder Drumherum

30. September 2012War das schon eine Vorentscheidung in der Meisterschaft, dieser Lenkungsschaden am MAN des Spaniers Antonio Albacete gleich im ersten Rennen des 9.Laufs der FIA European Truck Racing Championship im belgischen Zolder?
Da hatte sein deutscher MAN-Markenkollege Jochen Hahn mit einem Schlag seinen knappen 1-Punkte-Vorsprung auf 21 ausgebaut – am Abend waren es dann gar 23. Am 2. Tag konnte der Spanier wieder etwas aufholen, aber dennoch geht Hahn mit 19 Punkten Vorsprung in die letzten beiden Rennwochenenden.
Im letzten Rennen des Wochenendes kochten die Emotionen extrem hoch. Albacete fühlte sich durch Hahn-Intimus Mika Mäkinen rundenlang geblockt, und selbst nach der Zieldurchfahrt war das Duell zwischen dem Finnen und dem Spanier noch nicht zu Ende. Die beiden MAN-RaceTrucks gerieten noch einmal aneinander. Nach eingehender Befragung und ausführlicher Betrachtung diverser Videos verpasste die Rennkommission Mäkinen zum Abschluss noch eine Geldstrafe über 1.000 Euro.
Der Focus ist natürlich klar auf den Titelkampf gerichtet, da ging beinahe unter, dass der Champion von 2007, der Schweizer Markus Bösiger, seinen ersten Saisonsieg einfuhr. Auch MKR-Renault Boss Mario Kress schien froh, dass nach Adam Lacko (CZE) und Markus Oestreich (GER) auch sein dritter Pilot endlich ganz oben auf dem Podium stand. Dennoch wird Kress mit dem Verlauf der Saison nicht zufrieden sein. Dass seine Piloten bei der Vergabe des Titels schon zur Halbzeit kein ernsthaftes Wort mehr würden mitreden können, das hat eigentlich niemand erwartet.
Umso intensiver laufen nun bei MKR schon die Vorbereitungen für die nächste Saison, denn im Team macht man kein Hehl daraus, dass die restlichen Rennen schon mehr als Testfahrten genutzt werden sollen. Und wenn dann hin und wieder dabei ein Sieg rausspringt, scheint man wohl kaum auf dem falschen Wege zu sein.
Als die Truckracer ins Paddock von Zolder kamen, fielen ihnen als erstes große Masten mit riesigen Solarzellen auf, die ständig in Richtung und Neigung dem Sonnenstand folgten. Man war allseits voller Bewunderung. Das war aber schnell vorbei als der normale Paddockbetrieb begann. Wieder einmal sammelte sich das Abwasser in der Senke des Paddock1, nachdem es vielen Teams durch die Zelte gelaufen war. Da entfuhr es schon manchem, das Geld für die Solarzellen hätte man in Zolder wohl besser für eine neue Drainage ausgegeben.
Es fiel auf, dass – nimmt man Renault Trucks einmal aus – keine großen Catering-Zelte für geladene Gäste aufgebaut waren. Die PR-Aktivitäten der Sponsoren waren dieses Jahr in Zolder eher auf Sparflamme gekocht. Dennoch herrschte reger Andrang. Ganz offizielle Zuschauerzahlen gab es nicht, am Sonntagabend gab es mit knapp 12.000 nur eine erste Schätzung der Pressestelle. Nach den Massen die sich durch Fahrerlager drängelten, hätten es auch gut noch ein paar mehr sein können.

Impressionen:

Zolder Drumherum
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