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Der Sonntag am Ring – Teil 2

Der Sonntag am Ring – Teil 2

15. Juli 2012Nürburgring - Die massiven Verspätungen im Programmablauf hatten auf den Start des 1. Tagesrennen der Truckracer keine Auswirkungen, pünktlich um 14:00 Uhr ging es vor insgesamt 180.000 Zuschauern los mit der Einführungsrunde. Nur wenige Minuten später, es waren gerade mal einige hundert Rennmeter gefahren, krachte es heftigst in der Kurzanbindung zwischen Bösiger und Lacheze – rote Fahnen, Rennabbruch.
Nach der Bergung der Havaristen ging es dann endlich um 14:30 weiter. Zu dem Zeitpunkt wäre das Rennen eigentlich zu Ende gewesen, und prompt ging auch ein kurzer Schauer über den Ring nieder. Die Marshalls schlossen schon die ersten Wetten ab, wie viele Neustarts es denn diesmal wohl geben werde. Doch nach wenigen Minuten war aber alles schon wieder vorbei, das Rennen ging ohne jede weitere Unterbrechung über die Piste.
Bösiger konnte wegen eines defekten Kühlers nicht mehr antreten, Lacheze dagegen konnte seinen eigentlichen Startplatz wieder einnehmen, denn der Neustart erfolgte gemäß des Ergebnisses der SuperPole. Hahn übernahm wie schon beim ersten Startversuch sofort vor Polesetter Vrsecky die Führung und gab sie bis zum Zieleinlauf auch nicht mehr ab. Mit mehr als 6 Sekunden Vorsprung landete der Lokalmatador einen eindrucksvollen Start-Ziel-Sieg. Vrsecky dagegen hatte gerade in der Schlussphase Albacete im Nacken hängen. Der Spanier hatte einen Durchmarsch von seinem 10. Startplatz aus gestartet. War schon innerhalb der ersten Runde auf die 5. Position vorgefahren, nahm sich dann Janiec vor und kämpfte anschließend rundenlang gegen Lacko, bis er auch diesen überholen konnte. Bei Vrsecky war dann aber Endstation, Albacete musste sich mit dem 3. Platz zufriedengeben.
Die weiteren Plätze gingen an Lacko, Körber, Janiec, Oestreich und Lacheze, der mit seinem 8.Platz sich auch die Pole für das letzte Rennen gesichert hatte. Die Top-Ten vervollständigten Mäkinen und Steffi Halm (GER) auf MAN. Für die Punktverteilung kam aber nun wieder wie schon gestern der Paragraph 4.1 der 2012 Sporting Regulations FIA ETRC zum Tragen. Das betraf Halm ebenso wie auch die beiden Franzosen Lionel Montagne (Renault) und Ludovic Faure (MAN), sodass sich der spanische MAN-Pilot Jose Bermejo über den letzten Punkt freute. Diese Freude währte aber gerade mal eine Stunde, dann gab es ein neues Ergebnis. Der Spanier hatte Ellen Lohr unter gelber Flagge überholt, eine Drive Through wäre fällig gewesen, ersatzweise gab es nun 30 Strafsekunden. Das warf Bermejo auf den 23. Platz zurück, Lohr übernahm nun den 13. Rang des Spaniers und damit auch dessen Punkt.
Im letzten Rennen – man mochte es kaum mehr glauben, ein Rennen ohne Regen, ohne Rennabbruch und ohne Neustart – gewann Polesetter Lacheze den Start vor Oestreich. Nach der 1. Runde hatte sich das Feld eingependelt, Lacko, Körber, Albacete, Vrsecky und Hahn bildeten die Verfolgergruppe. Janiec war vom 3.Platz bis auf die 8.Position zurückgefallen, hielt sich aber knapp hinter Hahn. Und als dieser einen Angriff auf Albacete startete, der allerdings gründlich misslang, nutzte Janiec die Situation und zog wieder am schlingenden Castrol-MAN vorbei. Doch dieses Positionsgewinns konnte sich der Franzose nicht lange erfreuen, eine Runde später war Hahn wieder vorbei und setzte zur Verfolgung der Spitzengruppe an. Dabei ging er zur Überraschung aller Beobachter beinahe mühelos an Albacete vorbei, während Körber und Vrsecky beinahe ebenso problemlos an Lacko vorbeizogen. Den schnappte sich bald auch Hahn. Doch der Tscheche schien wirkliche Probleme gehabt zu haben, fiel er doch im Laufe der letzten Runden gar auf den 11. Platz zurück.
Hahn lag nun hinter dem Führungsquartett auf dem 5. Platz, doch Vsrecky widerstand all seinen Attacken, bis zur vorletzten Runde, da tauschten der Schwabe und der Tscheche die Plätze. Zuvor hatte Oestreich einfach mal so, ohne größere Gegenwehr den führenden Lacheze passiert und fuhr von nun an einem sicheren Sieg entgegen. Körber auf der 3. Position hatte im Ziel noch 4 Zehntel Vorsprung vor dem unaufhörlich nach vorn stürmenden Hahn. Vsrecky und Albacete belegten die weiteren Plätze. Janiec war weit zurückgefallen und schied schließlich ganz aus. Auf den 7. Platz war dagegen Bösiger vorgefahren, der Schweizer hatte ja wegen seines Ausfalls im vorherigen Rennen vom Ende des Feldes aus starten müssen. Als Achter passierte Mäkinen die Ziellinie vor Steffi Halm und Faure. Aber gemäß Paragraph 4.1 fielen die letzten Punkte an Lacko und den Franzosen Thomas Robineau (MAN). Doch dann gab es mal wieder 30 Strafsekunden – „Stewarts’ Decision“ – diesmal für Mäkinen, der so auf den 11. Platz zurückfiel. Das bedeutete für Lacko dann sogar 2 Punkte.
Ellen Lohr ging diesmal ohne Punkte nach Hause. Ihr Mercedes hatte Probleme mit dem Antriebsstrang, da war das tankpool24-Team mit dem 14. Platz noch sehr zufrieden.
In der FIA-Wertung hat nun wieder Hahn mit 281 Punkten die Führung übernommen vor Albacete (274), Oestreich und Lacko (je 183), Vrsecky (159) und Bösiger (132).
Bereits am frühen Morgen hatte es das 2. Rennen im Mittelrehein-Cup gegeben. Nach zweimaligem Abbruch wurde es dann endlich zu Ende gefahren. Der Sieg ging an den Briten Mathew Summerfield (MAN) vor den beiden Deutschen Sascha Lenz (Mercedes) und René Reinert (MAN).

Impressionen:

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