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Der Samstag am Ring – Teil 2

Der Samstag am Ring – Teil 2

14. Juli 2012Nürburgring - Wer nun gehofft hatte, für das 2. Rennen würde der Wettergott ein Einsehen haben, der wurde maßlos enttäuscht. Während die Einführungsrunde noch unter erträglichen Bedingungen stattfand, öffnete der Himmel pünktlich zur 1. Rennrunde seine Schleusen.
Körber übernahm gleich die Spitze vor Lacheze und Vrsecky. Bösiger wurde schon ausgangs der Mercedesarena gedreht und musste das ganze Feld an sich vorbeiziehen lassen. Nach der 1. Runde war das Spitzentrio weiter in Führung, gefolgt von Albacete, Janiec und Hahn. Der Regen wurde stärker und dann überschlugen sich förmlich die Ereignisse. Reihenweise schossen die Trucks eingangs der Mercedesarena geradeaus ins Kiesbett. Manche konnten sich selbst befreien, andere hingen hoffnungslos fest. Am schlimmsten hatte es Polesetter Lacheze erwischt, sein MAN-Truck hing schräg auf den Leitplanken. Als dann gar drei Trucks gleichzeitig in der Auslaufzone festsaßen, wurde das Rennen abgebrochen.
Gut 20 Minuten dauerte die Bergung der Havaristen, es schüttete weiter vom Himmel, und die Reinigungsfahrzeuge waren intensiv bemüht, der Wassermassen Herr zu werden. Das Feld war mittlerweile heftig durcheinander gewürfelt worden. Hahn lag in Führung, Körber war zurückgefallen, ebenso wie Albacete. Dafür lagen plötzlich einige Trucks auf Positionen, die sie zuvor im Rennen noch nie belegt hatten.
Der Neustart – in der Reihenfolge der Zieldurchfahrt der vorletzten Runde – kam einigen Fahrern so sehr gelegen, andere werden sich umso mehr geärgert haben.
Körber startete nun von der Pole, daneben lag Janiec, gefolgt von Albacete und Hahn. Ziemlich schnell war der Spanier an Janiec vorbeigezogen, und dann nahm der MAN-Pilot den führenden Körber ins Visier. Nach zwei Runden war auch dessen Widerstand gebrochen und Albacete fuhr einem knappen, aber dennoch unangefochtenen Sieg entgegen. Denn Körber war in den letzten Runden mehr damit beschäftigt, die Angriffe Hahns, der zwischenzeitlich Janiec hatte passieren können, abzuwehren.
Um den 5. Platz fighteten Mäkinen und Oestreich bis zum Schluss, und im Ziel hatte der Renaultpilot auch die Nase vorn. Aber am Ende werden die Ergebnisse der beiden Teilrennen zusammengezählt, und da war der Finne um etwas mehr als eine Sekunde schneller. Oese hatte wegen seines Ausfalls im 1. Rennen vom Ende des Feldes aus starten müssen, und war erst im zweiten Teilrennen soweit nach vorn gestoßen. Auf der 7. Position fuhr Bösiger über die Ziellinie, der sich nach seinem Dreher in der 1. Runde wieder nach und nach vorn durchgekämpft hatte. Dahinter gab es dann – optisch – ein leichtes Durcheinander, entsprach doch die Zieldurchfahrt nicht unbedingt dem Endergebnis, da ja die Zeiten der Teilrennen addiert wurden. Am Ende holte sich der Belgier Jean-Pierre Blaise (Renault) den 8. Rang, vor Faure und Lohr. Da Faure ja keine Punkte einfahren kann, holte sich Ellen Lohr zwei Punkte und der elftplatzierte Lacko den letzten Wertungspunkt – so dachte man.
Aber da sind ja immer noch die Rennkommission und ihr Strafenkatalog. Schließlich erhielten Janiec und Blaise je 30 Strafsekunden – „Stewarts’ Decisison“. Janiec fiel so hinter Mäkinen und Oestreich auf den 6. Platz zurück, Blaise rutschte auf den 13. Platz ab, behielt aber dennoch einen Punkt, denn drei der vor ihm Platzierten blieben punktlos – da sie ja nicht in den ersten fünf Rennen der Saison am Start gewesen sind. Lohr erhielt so nun 3 Punkte und Lacko einen.
Auch im abschließenden Mittelrhein-Cup-Rennen gab es zwei Teilrennen. René Reinert (GER), dem in den FIA-Rennen das Pech an den Reifen geklebt hatte, markierte mit seinem MAN einen eindrucksvollen Start-Ziel-Sieg, vor seinen beiden britischen Markenkollegen Mathew Summerfield und Richard Collet. Die beiden Lokal-Heroen Sascha und Heinz-Werner Lenz kamen mit ihren Mercedes-Renntrucks auf die Plätze 5 und 6.
Die Führung in der Gesamtwertung hat nun Albacete mit 257 Punkten die Führung übernommen vor Hahn (254), Lacko (170), Oestreich (169), Vrsecky (138) und Bösiger (128).
Die Teamwertung ging im ersten Rennen an Pneu Bösiger-Team 14 vor MKR-Technology und Blaise / Bouzige Truck Racing. Im zweiten Rennen tauschten die beiden Ersten ihre Plätze.

Impressionen:

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