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Der Samstag in Le Mans - Team Cepsa / Truck Sport Lutz Bernau Team-Champion 2011

Der Samstag in Le Mans - Team Cepsa / Truck Sport Lutz Bernau Team-Champion 2011

08. Oktober 2011Le Mans - Kalt war’s – die Temperaturen lagen im einstelligen Celsius-Bereich – und auch noch relativ dunkel, als die Truckracer um halb neun erstmals auf die Piste der Traditionsstrecke Circuit Bugatti gingen. Die Lichtverhältnisse waren eine Herausforderung für die Kameraleute und Photographen, die rutschigen Pistenverhältnisse für die Piloten und die einzige Pilotin, Stephanie Halm. Die junge Deutsche ist zum ersten Mal in Le Mans, und im zweiten Freien Training konnte sie mit dem tankpool24-Mercedes ihren Rückstand zur Spitze auch schon etwas verkleinern. Dort waren allerdings die drei MKR-Renaults mit Markus Bösiger (SUI), Markus Oestreich (GER) und Adam Lacko (CZE) eine Klasse für sich, die direkte Konkurrenz brauchte gut eine Sekunde mehr.
Ernster wurde es dann im Zeittraining doch auch hier ließ Bösiger sich nicht die Butter vom Brot nehmen. Doch die anderen MKR-Piloten schienen etwas zu schwächeln, dafür schob sich mit dem Franzosen Anthony Janiec ein anderer Renaultpilot nach vorn, gefolgt von den drei MAN-Piloten Norbert Kiss (HUN), Jochen Hahn und Uwe Nittel (beide GER), Buggyra-Freightliner-Pilot Chris Levett (GBR), Oestreich, Antonio Albacete (ESP) auf MAN, Lacko und dem Tschechen David Vrsecky (Buggyra-Freightliner).
Ein bisschen überraschend für seine Fans war sicherlich, dass Gerd Körber (GER) mit seinem Schwaben-Truck-Iveco nicht in die SuperPole gefahren war. Schließlich hatte der mehrfache Europameister bei seinem letzten Rennen ja den Sprung aufs Podium geschafft, auch wenn er nur bei gerade mal vier Rennen als Race-by-Race-Pilot antritt.
In der SuperPole war es mit dem Pokern dann vorbei, hier mussten alle Farbe bekennen und es ging mal wieder richtig spannend zu. Zwar hatte sich Bösiger schon in der zweiten Runde mit ziemlichem Zeitvorsprung den 1. Platz gesichert, doch dahinter wechselten die Verfolger munter die Plätze. Am Ende sah es dann aber doch wieder so aus wie im 2.Freien Training, die MKR-Renaults belegten wieder die ersten drei Plätze. Hinter Polesetter Bösiger, folgten Oestreich, Lacko, Vrsecky, Hahn, Nittel, Albacete, Janiec, Kiss und Levett.
Das mit dem Polesetter und der ersten Startreihe für MKR hatte sich dann aber bald erledigt. Die Trucks von Bösiger und Oestreich seien beim Nachmessen 5 Millimeter zu niedrig gewesen – so FIA Technical Delegate Ross Garrett. Das bedeutete Disqualifikation und die Startplätze am Ende des Feldes für den Schweizer und den Deutschen.
Lacko hatte nun die Pole vor Vrsecky. Aber der Renault-Pilot kam wohl nicht recht in die Puschen und wurde schon anfangs nicht nur von seinem Nebenmann, sondern auch noch von Nittel und Janiec überholt. Der Franzose war beim Start ganz nach vorn gestürmt, musste sich dann aber zunächst Lacko und später auch noch den von hinten mächtig Druck machenden Hahn und Albacete beugen.
Levett fuhr vor Kiss als Siebter über die Ziellinie, der Ungar holte sich somit die Pole für das 2. Rennen. Die übrigen Punkteränge gingen an Körber und Bösiger. Der Schweizer und Oestreich hatten im Duo das 22er-Feld von ganz hinten aufgerollt; in die Top-Ten schaffte es dann aber nur noch Bösiger, für „Oese“ blieb da nur noch der 11.Platz.
Bis das 2.Rennen dann endlich gestartet werden konnte, hatte man schon einige Verspätung eingefahren, und da das Licht an diesem eh schon äußerst trüben Tag bereits reichlich schwach war, richtete man sich allgemein schon auf ein „Nachtrennen“ ein. Und tatsächlich wurde es zumindest für die Photographen und Kameraleute zu einer kleinen Tortur. Beim Rennen selbst war es teilweise recht mühsam, den Überblick zu behalten.
Polesetter Kiss war schon beim Start auf den 5. Platz zurückgefallen, Levett führte das Feld an, gefolgt von Albacete, Lacko und Janiec. Schon nach wenigen Runden musste Oestreich die Segel streichen, wenig später musste Albacete einmal durch die Boxengasse und fiel danach weit zurück.
Kurz danach erwischte es den führenden Levett, der bis auf den 9.Platz zurückfiel. Plötzlich fand sich Lacko an der Spitze wieder, und die verteidigte der Tscheche dann auch bis ins Ziel. Zugute kam dem MKR-Piloten auch noch, dass sein schärfster Verfolger, Janiec, auch zu einer Ehrenrunde durch die Boxengasse verdonnert wurde. Und da war dann plötzlich Hahn auf der 2. Position, und der Deutsche war mit diesem Platz hochzufrieden, zumal sein einziger Konkurrent beim Titelkampf ja weit hinter ihm lag. Natürlich verzichtete er auf jede Attacke gegen Lacko. Auf dem 3. Podiumsplatz beendete Kiss das Rennen – besser der Ungar hätte es so beendet, wenn man nicht vergessen hätte, das Rennen abzuwinken. So lag denn plötzlich in der 12. Runde Vrsecky auf der 3. Position, das Rennen sollte aber nur über 11 Runden gehen. Dann gab es aber offensichtlich doch noch Verantwortliche, die den Überblick behielten.
Es wurde die rote Flagge geschwenkt, und damit das Rennen dann abgebrochen. Und natürlich korrigierten auch die Zeitnehmer das Ergebnis, es galt der Einlauf nach der 11. Runde. Hinter Vrsecky holte sich Nittel den 5. Platz vor Bösiger und Körber. Levett, Albacete und Janiec vervollständigten die Punkteränge.
Da Hahn in beiden Rennen vor Albacete geblieben ist, konnte er seinen Vorsprung im Championat wieder ausbauen und nähert sich mit nun 381 Punkten weiter der Meisterschaft. Es folgen Albacete (355), Lacko (305), Vrsecky (287), Oestreich (257), Bösiger (246) und Nittel (215).
In der Teamwertung ist die Entscheidung gefallen zugunsten von Cepsa-Trucksport Lutz Bernau (Albacete / Nittel).
Heute standen im ersten Rennen auf dem Treppchen Buggyra (Vrsecky / Levett) vor Cepsa-Trucksport Lutz Bernau und MKR Team 14 Juniors (Lacko / Janiec). Im zweiten Rennen lag MKR Team 14 Juniors vor OXXO-Mäkinen (Kiss / Mäkinen) und Cepsa-Trucksport Lutz Bernau.

Impressionen:

Der Samstag in Le Mans - Team Cepsa / Truck Sport Lutz Bernau Team-Champion 2011
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