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Jarama Drumherum

Jarama Drumherum

04. Oktober 2011Schön trocken und sehr heiß war es anlässlich des silbernen Truckracing-Jubiläums auf dem Circuito del Jarama. Schon als man sich der Rennstrecke im Norden Madrids näherte, sah man allseits nur braune Felder, gelbes, verdörtes Gras und staubige Brachlandschaften, hier hatte es wohl schon lange nicht mehr richtig geregnet. Regen wäre aber der Wunsch einiger Truckracer gewesen. Zumindest MKR-Technology-Chef Mario Kress hat noch nie ein Hehl daraus gemacht, dass er darin für seine Piloten durchaus einen Vorteil sehe. Doch diesmal schien es zumindest anfangs so, als brauchten Markus Bösiger (SUI), Markus Oestreich (GER) und Adam Lacko (CZE) gar keinen Regen, um in Jarama zu glänzen, so überlegen präsentierten sich die Renaults. Aber auch Regen hätte letztendlich nichts an dem Fiasko geändert, das MKR später durch die Ausfälle – bedingt durch Unfälle und technische Probleme – beim Kampf um das Teamchampionat erlebte. Die Verteidigung dieses Titels ist das erklärte Ziel, die Einzelmeisterschaft ist allein nur noch eine Sache zwischen den beiden MAN-Piloten Jochen Hahn (GER) und Antonio Albacete (ESP).
Dass und wieso insbesondere der Sonntag für manche Teams extrem kostenintensiv wurde, ist dem Tagesbericht zu entnehmen. Besonders hart betroffen waren da zwei der kleineren Teams, Team Blaise aus Belgien und Team Orsini aus Frankreich. Am Sonntagabend war noch gar nicht klar, ob man es hier schaffen würde, die RaceTrucks bis zum Finale in Le Mans wieder startbereit zu bekommen.
Aber es gab nicht nur etwas zu lamentieren, es gab auch etwas zu feiern. Bereits am Samstagabend gab es die Siegerehrung in der diesjährigen Sponsors Challenge. Dieser Cup wurde vor einigen Jahren von Lutz Bernau initiiert, und hier können all die punkten, die im Vorjahr nicht unter den TopTen der Truck-EM waren und keinem besonderen Team angehören. Dazu zählen dann natürlich auch die vielen Race-by-Race-Piloten, die im Laufe einer Saison als Gastfahrer antreten, und so gab es hier insgesamt 32 Teilnehmer. Da der Großteil dieser Gastpiloten aus Spanien stammt und eben hier in Jarama auch vor Ort war, hatte man sich übereinstimmend entschieden, die Challenge, die üblicherweise am Final-Samstag endet – und der war in den letzten Jahren immer in Jarama – nun auch schon hier abzuschließen. Die meisten Punkte holte sich der Finne Mika Mäkinnen vor seinem englischen MAN-Marken-Kollegen Mathew Summerfield und dem belgischen Renault-Piloten Jean-Pierre Blaise. Besonders gefeiert wurde die einzige Dame in der Truck-EM, Mercedes-Pilotin Stephanie Halm, für ihren siebten Platz. Und TRO-Chef Fabien Calvet ließ es sich natürlich nicht nehmen, der jungen Deutschen den Preis persönlich zu übergeben.
Überhaupt hatten er und Bernau bei den Sponsoren ein ansehnliches Repertoire an Preisen zusammengetragen. Für die TopTen gab es zudem noch Geldpräsente.
Und am Sonntagabend gab es dann noch einmal etwas zu feiern. Der Veranstalter Examotor hatte auf der Start-Ziel-Geraden anlässlich des Silberjubiläums ein Buffet und eine Bar aufgebaut. Nach dem offiziellen Teil traf sich die noch in Jarama verbliebene Truckracing-Gemeinde mit vielen Weggefährten aus der Vergangenheit, gerade auch um über alte Zeiten zu plaudern.
Fast alle Teams fahren von Jarama direkt zum Finale nach Le Mans. Und so wurde der Montag dann auch erst einmal für Servicearbeiten genutzt, die im Einzelfall – gerade wegen des ereignisreichen Sonntags – höchst umfangreich ausfielen. Zudem bot sich an diesem Tag auch die Möglichkeit zu ausgedehnten Testfahrten, insbesondere im Hinblick auf neue Optionen für die kommende Saison.

Impressionen:

Jarama Drumherum
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