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Der Freitag am Smolenskring

Der Freitag am Smolenskring

29. Juli 2011Smolenskring - Seit Mittwochnachmittag sind die Truckracer nun am Smolenskring. Die Reise und auch der Grenzübertritt nach Russland hatten bestens geklappt. Allerdings wollte eine Zugmaschine, als es nach Russland gehen sollte partout nicht mehr weiter, das Automatikgetriebe versagte seinen Dienst. Da wurde das komplette Gespann von einem anderen Truck einfach über die Grenze gezogen, und hier wartete schon ein großer Abschleppwagen, der den ganzen Zug über 450 km ins Paddock schleppte. Und dies war auch ein eindeutiges Zeichen für eine wesentlich lockerere Situation an der Grenze zwischen Lettland und Russland als im letzten Jahr. Sämtliche Formalitäten klappten im Nu, an den entscheidenden Stellen standen englisch sprechende Helfer bereit. Was vor 12 Monaten noch ewig dauerte, ging nun innerhalb weniger Stunden über die Bühne. Das Team Allgäuer hatte einen ganz anderen Weg eingeschlagen. Mit dem Schiff war der ganze Tross von Rostok nach Sankt Petersburg gefahren, um dort mit den RaceTrucks an einem Promotion-Event für die dortige neue Rennstrecke teilzunehmen.
So interessierte wenig später eigentlich nur noch die sich teilweise widersprechende Wettervorhersage. Viele aus dem Konvoi hatten noch gar nichts von den neuerlichen riesigen Waldbränden südöstlich von Moskau gehört, sondern immer noch die Wetter-Prognose der letzten Woche im Gedächtnis, als von gemäßigten Temperaturen die Rede war. Und auch für den Donnerstag war vom Veranstalter eine Sturmwarnung herausgegeben worden. Alle Teams wurden angehalten, ihre Zelte noch einmal besonders zu sichern. Doch dann kam gar nichts, es war zwar beinahe unerträglich schwül, vom angekündigten Gewitter war aber weit und breit nichts zu sehen. Das erlebten dann aber die, die am Donnerstag mit dem Flugzeug nach Moskau gekommen waren, um von dort mit dem Auto die rund 350 km lange Fahrt zum Smolenskring anzutreten. Während in Moskau bei strahlend blauem Himmel rund 37 Grad herrschten, gab es auf der M1, der Autobahn, die von der russischen Hauptstadt geradewegs Richtung Westen nach Smolensk führt, nach etwa der Hälfte der Strecke ein heftiges Unwetter, sodass selbst die ansonsten ja jeder Gefahr strotzenden russischen Trucker kräftig vom Gas gingen, teilweise gar am Rand stehen blieben. Die Region um den Smolenskring bekam davon aber gar nichts mit – ganz im Gegenteil. Auch heute brannte die Sonne wieder erbarmungslos. Und so schwitzten die vielen Gäste, die für die Presse- und VIP-Fahrten eingeladen worden waren, schon heftig, bevor ihnen die Truckracer auf dem engen Kurs noch einmal so richtig einheizten.
Und dann wurde es zum ersten Mal etwas ernster, wobei man nicht weiß, ob auch alle Piloten in dem einstündigen Zusatztraining schon ihre Karten auf den Tisch legten. Markus Bösiger (SUI) legte mit seinem Renault nur eine gezeitete Runde auf die Piste, wohingegen die meisten anderen gut 15 Runden und mehr fuhren. Schnellster war wieder einmal MAN-Pilot Jochen Hahn (GER) vor seinem spanischen Markenkollegen Antonio Albacete und Markus Oestreich (GER) auf Renault. Diese Drei trennten gerade mal etwas mehr als zwei Zehntel. Also wurde scheinbar schon alles aus den RaceTrucks herausgeholt – allerdings hat sich schon häufig gezeigt, manche Truckracer sind auch ausgesprochen gewiefte Pokerer. Morgen nach der SuperPole wissen wir mehr.

Impressionen:

Der Freitag am Smolenskring
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