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Vorbericht Most

Vorbericht Most

26. August 2010Nach der „Abenteuer“-Reise zum Smolenskring gehört das Rennen in Most schon eher wieder zum Truckracingalltag. Dabei erinnerten die „Oldies“ unter den Truckracern noch an der russisch/lettischen Grenze daran, es sei ja noch nicht so sehr lange her, da habe man diese Pass- und Zoll-Prozeduren ja auch noch auf den Fahrten nach Tschechien über sich ergehen lassen müssen. Doch mittlerweile unterscheidet sich das Race-Weekend in Most eigentlich in Nichts mehr von denen in Westeuropa – außer dass hier nicht der Euro gilt. Und so gibt es beim 6. Rennen der Saison auch wieder ein ziemlich volles Feld, 20 Trucks sind gemeldet. Das deutschen Rallye-As Uwe Nittel pilotiert wieder den zweiten Buggyra-Freightliner, mit dem der Shooting-Star der Saison mittlerweile 35 Punkte eingefahren hat. Hendrik Vieth, ansonsten sehr erfolgreich in der Mini-Challenge unterwegs, bestreitet mit dem Mercedes-Benz des TruckWorks-Teams in Most sein zweites Rennen. Mit etwas Glück könnte hier der erste Punkt raus springen. Da natürlich auch noch Jochen Hahn und Markus Oestreich dabei sein werden, sind die deutschen Farben in Most ausgesprochen gut vertreten. Überhaupt ist Most seit jeher auch ein Mekka für deutsche Fans. Für viele ist es das nächstgelegene Rennen. Und so wundert es auch nicht, dass die Streckenmoderation sowohl in tschechisch als auch in deutsch erfolgt.
Dennoch ist es natürlich in erster Linie der Heim-Grand-Prix der Tschechen. Buggyra, in Roudnice – nicht einmal 100 Kilometer von Most entfernt – beheimatet, hat das Autodrom nicht nur zur Teststrecke erkoren, Jahr für Jahr trumpften David Vrsecky und seine jeweiligen Teamkollegen hier auch sportlich besonders auf und das Team mit besonderen PR-Aktionen. Aber diesmal scheint ein anderes Team, Renault-MKR-Technology, ein multinationales Team mit Sitz nur wenige Kilometer entfernt von der Buggyra-RaceTruck-Schmiede hier den Takt vorgeben zu wollen. Der frühere Buggyra-Technik-Chef Mario Kress hat ein eigenes Unternehmen gegründet, mit dem sich der Deutsche ja ursprünglich etwas vom Truckracing lösen wollte. Und jetzt ist er wieder mittendrin, eigentlich noch mehr als früher. Mit Markus Bösiger, der Schweizer war ja schon Kress’ Weggefährte während der letzten Buggyra-Jahre, und Oestreich schickt er nur nicht ausgesprochene Siegfahrer auf die Piste, zusammen mit den beiden Hauptsponsoren Renault Trucks – auch Namenspatron des diesjährigen Truck Grand Prix in Most – und ArvinMeritor schießt MKR-Technology auch beim Auftritt im Paddock absolut den Vogel ab.
Auch wenn die MAN-Teams da nicht so ganz mithalten können, sportlich spielen sie zur Zeit die erste Geige und führen mit Antonio Albacete und Hahn ja auch die aktuelle Championatsliste an. Und das MAN-Service-Team aus Nürnberg wird alles daran setzen, dass es auch nach Most so bleibt. Der Drittplatzierte, der Renault-Pilot Bösiger, liegt allerdings gerade mal 49 Punkte hinter dem führenden Albacete – bei 60 möglichen Zählern an einem Wochenende für den einzelnen Piloten. Wie schnell man mal ein rabenschwarzes Rennweekend haben kann, davon kann der Schweizer selbst ja ein Liedchen singen.
Das Rennen in Most gehört zu den 3-Tage-Events, es geht schon am Freitag mit den Freien Trainings los. Überhaupt gibt es hier pausenlos Programm. Deshalb sollte man am Samstag und Sonntag im Zeitplan die ein bis eineinhalb Stunden „Break-Pause“ nicht allzu wörtlich nehmen, der Zuschauer selbst kommt eigentlich nie zur Ruhe. Mal sind es als besonderes Bonbon Kunstflieger, die die Fans in Atem halten, oder aber Stuntmen auf der Zielgeraden. Und immer dabei sind Cheerleader und andere junge Damen mit ihren Tanzgruppen.
Ende August ist es in Most in der Regel recht warm. Doch nachdem die Russland erprobten TruckRacer dort mit Temperaturen jenseits der 40-Grad-Marke klar kommen mussten, werden sie von 20 bis 25 Grad nicht mehr zu schocken sein.
Die Prognosen sind allerdings sehr uneinheitlich. Es kann sein, dass es am ganzen Wochenende bei manchmal auch stärkerer Bewölkung trocken bleibt, genau so gut kann aus den kleinen Wolken mal eine dicke Regenwolke werden.