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Der Freitag am Ring

Der Freitag am Ring

23. Juli 2010Nürburgring - Morgens strahlend blauer Himmel, strömender Regen am Nachmittag, typisches Nürburgringwetter also, wie die Eifelkenner sagten. Der Stimmung tat das allerdings keinen Abbruch, weder bei den Fans noch bei den Truckracern. Insbesondere der Engländer Chris Levett strahlte übers ganze Gesicht. In den Freien Trainings schien der MAN-Pilot noch leicht gepokert zu haben, war er doch im Zeittraining plötzlich gut 2 Sekunden schneller. Die beiden MKR-Renault-Piloten Markus Oestreich (GER) und Markus Bösiger (SUI) dominierten zuvor, konnten dann aber im entscheidenden Augenblick nicht mehr zulegen. Truckrace-Novize Hendrik Vieth machte bei seinem ersten Einsatz auf dem Mercedes-Truck des Mercedes-Benz Trucks Works Teams eine ausgesprochen gute Figur. Auch wenn es für die SuperPole nicht reichte, so ließ der deutsche Tourenwagen-Pilot mit seinem „neuen“ Renner so manch altgedienten Truckracer hinter sich. Unter die letzten Zehn schaffte es sogar wieder sein Landsmann Uwe Nittel. Der Buggyra-Pilot, der hier erneut als Race-by-Race-Pilot am Start ist, entpuppt sich zum Shooting-Star der Saison.
Konnte man zu Beginn der SuperPole noch der Meinung sein, die im Championat führenden Piloten würden nun Levett zeigen, wo der Hammer hängt, legte der Brite schon in der ersten schnellen Runde mit 1:55,422 Min. eine Zeit auf den Asphalt, an der sich die Verfolger anschließend die Zähne ausbissen. Oestreich kam dem MAN-Piloten noch am nächsten. Auf den dritten Startplatz fuhr der Spanier Antonio Albacete (MAN), gleich neben Bösiger. Die beiden Tschechen David Vrsecky (Buggyra) und Adam Lacko (MAN) teilen sich brüderlich die dritte Startreihe, vor dem Russen Alex Lvov (MAN), Nittel und dem Renault-Piloten Anthony Janiec. Großes Pech hatte Local Hero Jochen Hahn, wegen Overspeed wurde sein MAN auf den 10.Platz zurückgestuft.
Zu Beginn des Zeittrainings des Mittelrhein-Cups begann es zunächst leicht zu regnen, und wer da nicht schon die richtige Linie gefunden hatte, der hatte anschließend auch keine Chance mehr. Erneut holte sich Levett, der am Ring als Doppelstarter unterwegs ist, die Pole, war dabei allerdings schon 8 Sekunden langsamer als bei seinem Husarenritt kurz zuvor. Auf den zweiten Startplatz fuhr sein Erzrivale Stuart Oliver. Die beiden MANler kämpfen hier um Punkte für die Britische Meisterschaft. Dann folgte schon die deutsche Phalanx mit Hans-Joachim Stuck (MAN), Gerd Körber (Iveco) und Heinz-Werner Lenz (Mercedes-Benz). Diese Drei nutzten die Runden schon einmal als Aufgalopp zur morgigen Herausforderungsrunde für das Duell gegen Timo Scheider.
Und danach kam dann die Sintflut, das restliche Programm fiel im wahrsten Sinne des Wortes voll ins Wasser. Währenddessen saßen Vertreter der FIA-Teams, der TRO (Truck Racing Organisation) und des Veranstalters des Truckracing-Events in Smolensk zusammen, um die Russland-Tour zu besprechen.