Mittwoch, 28.02.2024 | Deutsch | English
Truckracing International

Truckracing International

15. Dezember 2009Anfang Oktober hatte David Vrsecky (CZE) mit seinem Buggyra Freightliner im spanischen Jarama den Titel in der FIA European Truck Racing Championship erfolgreich verteidigt. Zwei Wochen zuvor war das schon MAN-Pilot Noel Crozier bei der Nationalen Französischen Meisterschaft in Le Mans gelungen. Der ehemalige Europa-Champion mit einem scheinbaren Dauerabo auf den französischen Titel, musste diesmal allerdings bis zum letzten Rennen zittern. Yvan Gaillard setzte den Altmeister mit seinem erst zu Anfang der Saison gekauften Freightliner bis zum Schluss heftig unter Druck. Da hatte es Stuart Oliver (MAN) bei seiner ebenso erfolgreichen Titelverteidigung in der Nationalen Britischen Meisterschaft Anfang November doch schon etwas leichter. Sein eigentlich stärkster Widersacher, Markenkollege Chris Levett, hatte im Europachampionat, an dem die beiden Briten ja auch teilnehmen, zwar die Nase vorn, doch bei den nationalen Rennen lief es für den jungen Truckracer nicht so rund. Häufig klebte ihm zudem auch noch das Pech an den Reifen, am Ende blieb nur ein eigentlich nicht standesgemäßer 5. Platz. Am Sonntag nun wurde auch der letzte Titel bei den Truckracern entschieden, in Brasilien. Und hier gab es dann tatsächlich einen neuen Titelträger – wobei der allerdings so ganz neu ist auch der nicht.
Noch vor dem letzten Rennen war Newcomer Valmir Benavides ganz klar auf der Siegerstraße und der eigentlich erwartete neue Champion. Doch dann legte der Volkswagen-Pilot eine Nullnummer auf die Piste und musste schließlich seinem Teamkollegen Felipe Giaffone, Meister 2006, den Titel überlassen. Der große Gewinner des letzten Rennens war aber sicherlich Scania-Pilot Roberval Andrade, der am Ende den vierfachen Champion Wellington Cirino noch vom dritten Podiumsplatz in der Gesamtwertung hat verdrängen können. Dessen Mercedes-Benz-Kollege Geraldo Piquet wurde Fünfter vor einem anderen ganz Großen des brasilianischen Truckracing, Renato Martins (Volkswagen). Auf die Plätze 7 und 8 fuhren schließlich ein Iveco, Beto Monteiro, und ein Ford, Djalma Fogaça; der in Europa so dominante MAN ist in Südamerika gar nicht dabei. Dennoch hat man dort 5 verschiedenen Fabrikate auf den ersten 8 Plätzen. Solch eine Markenvielfalt erhofft man sich bald auch wieder in Europa, derzeit konzentriert sich hier das ganze Renngeschehen auf Buggyra-Freightliner, MAN und Renault.
Vielleicht aber tut sich ja jetzt etwas – wenn auch nicht hinsichtlich eines neuen Fabrikats, sondern bezüglich eines neuen Teams. Einer der populärsten Truckracer Europas setzt derzeit alle Hebel in Bewegung, um im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Jedoch beginnt jetzt erst einmal die schwierige Suche nach potenten Sponsoren. Schon anlässlich des Truck Grand Prix am Ring gab es Pläne für einen Gaststart, die dann allerdings nicht realisiert werden konnten. Und solange jetzt noch nicht alles in halbwegs trockenen Tüchern ist, will man das neue Projekt auch noch gar nicht so sehr herausposaunen.