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Vorbericht Le Mans

Vorbericht Le Mans

16. September 2009Zwei Rennen binnen Wochenfrist gab es schon häufiger, dennoch ist es nicht jedermanns Sache. Insbesondere die nicht vollprofessionellen Teams haben da schon mal ihre Probleme. Die meisten Teammitglieder hier betreiben Truckracing neben ihren normalen Berufen in ihrer Freizeit und müssen eigentlich nach jedem Rennen wieder schnellstens heim. So gab es denn auch unterschiedliche Strategien für die Fahrt von Zolder nach Le Mans. Viele Teams blieben bis Dienstag im Fahrerlager in Belgien. Die knapp 600 Kilometer lange Strecke schaffen die Renntransporter locker binnen eines Tages, trotz des Nadelöhrs Paris. Da der offizielle Öffnungstermin des Paddocks in Le Mans aber erst für Donnerstagmittag vorgesehen war, gab es im Vorfeld schon Gespräche, damit die Teams, die bereits vorher am Circuit Bugatti eintreffen, auch ins Fahrerlager können.
Andere starteten schon am Sonntagabend und ließen ihr Equipment in der Nähe von Le Mans bei befreundeten Kollegen oder Niederlassungen ihrer Truck-Marke. Die ganz großen Crashs hat es in Zolder nicht gegeben, alles was repariert und gewartet werden musste, konnte an der Rennstrecke gemacht werden. Erst am Freitag sind in Le Mans die technischen Abnahmen. Das ist es dann aber auch – bis auf das verbindliche Driver’s Briefing um 18:30 Uhr, obwohl es erst am Samstagmorgen erstmals auf die Strecke geht.
An den beiden Renntagen ist das Programm in Le Mans voll gepackt wie sonst eigentlich nirgends, es gibt kaum eine Minute ohne Action. Und so startet am Samstag das letzte Rennen auch erst um 17:45, wobei das Reglement eigentlich vorschreibt, dass kein Rennen nach 17:00 angesetzt werden darf. Am Circuit Bugatti wird die Samstagnacht aber eh zum Tage gemacht. Nach der gut zweistündigen Parade der Showtrucks gibt es vor der Haupttribüne ein Show- und Stuntprogramm. Darauf folgt ein riesiges Feuerwerk und der Abend endet mit einem Konzert im Village. In diesen Bereichen sind auch die unzähligen Verkaufszelte und -büdchen aufgebaut, wo man alles bekommen kann, was das Trucker- und Rennfahrerherz begehrt.
Rennen wird es natürlich auch geben, und hier war es zu diesem Zeitpunkt – vorletzter Lauf – schon lange nicht mehr so spannend. Bei Punktgleichheit hat David Vrsecky derzeit den Vorteil insgesamt 3 Siege mehr zu haben als sein spanischer Kontrahent Antonio Albacete. Beim Kampf um den 3.Platz hat Jochen Hahn insgesamt ebenso drei Siege mehr aufzuweisen als Markus Bösiger, jedoch auch noch 11 Punkte mehr auf seinem Konto. Aber alle vier Piloten wissen, wie schnell ein vermeintlicher Vorteil eigentlich bedeutungslos werden kann. Wer nun wie welche Strategie für die letzten acht Rennen ansetzen wird, vielleicht wird das in Le Mans ja schon deutlich.
Die Wetterdienste prognostizieren für alle Tage mehr oder weniger bewölkten Himmel, wobei die Temperaturen jeweils knapp über 20 Grad liegen dürften, allerdings sind auch Regenschauer zu jeder Zeit möglich.