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Der Sonntag in Zolder

Der Sonntag in Zolder

13. September 2009Zolder - Über Nacht waren die Temperaturen auf 10 Grad abgesackt und zu allem Überfluss fing es am frühen Morgen dann auch noch an leicht zu regnen. Wegen eines Gottesdienstes in einer kleinen Kapelle auf dem Gelände der Rennstrecke beginnt der Rennbetrieb in Zolder sonntags ja immer erst um 10 Uhr. Bis dahin war die Piste wieder etwas abgetrocknet, vor insgesamt 14.000 Zuschauern blieb der Himmel zwar ständig bedeckt, es blieb aber trocken. Das Zeittraining wurde auch infolge der ständig besser werdenden Streckenverhältnisse ähnlich spannend wie am Vortag. Fast alle Piloten erreichten ihre Bestzeiten erst im letzten Drittel des 20minütigen Trainings. Die ersten 4 Startplätze gingen erneut an das Topquartett diesmal in der Reihenfolge MAN mit Antonio Albacete (ESP), Buggyra mit David Vrsecky (CZE), MAN mit Jochen Hahn (GER) und wieder Buggyra mit Markus Bösiger (SUI). Erstmals konnte sich der Ungar Balazs Szobi vor seinen MAN-Markenkollegen Chris Levett (GBR) und Egon Allgäuer (AUT) in der Qualifikation behaupten.
Das anschließende Rennen verlief dann eher undramatisch. Vrsecky jagte Albacete schon beim Start die Führung ab. Aber auch am Vortag hatte der Tscheche ja bis kurz vor Schluss geführt, und sicherlich hoffte man beim Cepsa-Team erneut, dass der Spanier es in den letzten Runden wieder schaffen könnte. Doch Vrsecky gab sich diesmal keine Blöße, parierte sämtliche Attacken Albacetes souverän und passierte schließlich mit knappen 7 Zehntel Vorsprung die Ziellinie. Um den dritten Platz gab es das Duell zwischen Hahn und Bösiger, aber nur bis zur 5. Runde, dann musste der Schweizer wegen eines Reifenschadens vorn links – wahrscheinlich ausgelöst durch einen Gegenstand auf der Strecke – das Rennen aufgeben. Richtig spannend ging es aber bei den Kämpfen um den 4. Rang zu. Allgäuer hatte sich schon gleich vor Levett und Szobi setzen können, und bis zur 10. Runde wehrte der Österreicher auch jeden Angriff des jungen Engländers ab. Dann aber schaffte es der blaue MAN doch noch den gelben zu passieren, während Szobi weiter auf der 6. Position verharrte. Auch damit wäre der Ungar sicherlich zufrieden gewesen, doch in der letzten Runde endete sein Rennen nur wenige hundert Meter vor dem Ziel im Kiesbett. So sicherte sich mit Stuart Oliver (GBR), der noch in der Nacht einen neuen Motor bekommen hatte, ein anderer MAN-Pilot die Punkte für den 6.Platz. Mit Markus Altenstrasser (AUT), Frankie Vojtisek (CEZ) und Anthony Janiec (FRA) folgte die komplette Renault-Armada. Die Top-10 vervollständigte der Russe Alexander Lvov auf MAN.
Im zweiten Rennen hatte nun Vojtisek als Achter des ersten Rennens die Pole vor seinem Teamkollegen Altenstrasser inne. Sieger Vrsecky ging vom 8. Startplatz aus ins Rennen, Albacete lag neben und Hahn direkt vor ihm. Wie schon gestern musste Bösiger sich wegen seines Ausfalls im ersten Rennens wieder mit einem Platz am Ende des 22er-Feldes begnügen. Den Start entschied Polesetter Vojtisek für sich, Altenstrasser und Allgäuer lagen in der ersten Linkskurve bereits nebeneinander. Und schon bald hatte der MAN-Pilot auch die Nase vorn, Hahn lag direkt hinter dem Altenstrasser-Renault. Noch bevor es wieder auf die Zielgerade ging, lag der Altensteiger aber schon auf der 2. Position und blies zur Jagd auf Vojtisek. Eine Runde dauerte es, dann lag Hahn in Führung und fuhr von nun an einem ungefährdeten Sieg entgegen. Hinter ihm ging es aber noch richtig zur Sache.
Etwa zu Mitte des Rennens waren Albacete und Vrsecky schon auf die Positionen drei und vier vorgeprescht, Vojtisek hatte Levett im Nacken, Altenstrasser war auf den 8. Platz zurückgefallen und Bösiger auf den 10. vorgeprescht. Gespannt wartete man darauf, wie das Aufeinandertreffen der beiden Alpenländler enden würde. In der bisherigen Saison waren Altenstrasser und Bösiger schon mehrfach sehr spektakulär und heftig aneinander geraten. Doch diesmal lief das Zusammentreffen recht harmonisch ab. Weiter vorn machten derweil Albacete und Vrsecky weiter Jagd auf Allgäuer, bis in der drittletzten Runde der Spanier seinen Truck wegen eines Getriebeschadens abstellen musste. Damit war dem Österreicher ein Podiumsplatz kaum mehr zu nehmen, natürlich wäre Allgäuer auch gern auf dem 2. Platz geblieben. So verteidigte der MAN-Pilot diese Position auch mit aller Macht und fuhr schließlich als Zweiter über die Ziellinie. Auch auf dem Podium stand Allgäuer noch auf dem zweiten Treppchen – vor Vrsecky. Doch dann trat die Rennkommission in Aktion und verpasste dem Österreicher 2 Strafsekunden wegen einer Aktion in der letzten Kurve. Somit heimste sich der Tscheche schließlich doch noch die Punkte für den 2. Platz ein. Hinter dem Spitzentrio folgte dann mit Vojtisek, Levett, Oliver und Bösiger eine Vierergruppe, die gerade mal 2 Sekunden auseinander lag. Hinter Altenstrasser sicherten sich Janiec und Szobi die restlichen Punkteplätze.
In der Gesamtwertung herrscht ein Patt, aufgrund der größeren Anzahl an Siegen aber hat Vrsecky nun erstmals in dieser Saison die Führung übernommen. Er und Albacete haben jeweils 383 Punkte. Hahn (279) ist an Bösiger (268) vorbeigezogen, an 5. Stelle liegt Levett (184) vor Allgäuer (175).
In der Teamwertung ging der Sieg im ersten Rennen an das Team HahnOxxo (Hahn / Szobi) vor Buggyra (Vrsecky / Bösiger) und Team Frankie (Altenstrasser / Vojtisek). Im zweiten Rennen lag Buggyra vor Team HahnOxxo, den dritten Platz holte sich erneut Team Frankie.