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Der Samstag in Nogaro

Der Samstag in Nogaro

28. Juni 2008Nogaro - Erneut wurden die Truckracer mit wolkenlosem Himmel und Sonne pur verwöhnt. Da über dem Circuit Paul Armagnac ständig leichter Wind wehte, blieben die Temperaturen bei erträglichen 30 Grad. Im 1. Zeittraining lagen die Buggyra Freightliner mit David Vrsecky und Markus Bösiger sofort wieder vorn, allerdings war der Abstand zu den Verfolgern gegenüber dem gestrigen Freien Training auf Zehntel zusammengeschrumpft. Mit 1:52,593 holte sich Vrsecky die Pole vor Bösiger sowie den MAN-Piloten Antonio Albacete, Jean-Philipp Belloc und Jochen Hahn. Und auch im 1. Quali-Race demonstrierten die beiden Buggyras ihre derzeitige Ausnahmestellung. Vrsecky übernahm gleich die Führung vor Bösiger, und gefühlt einfach wesentlich überlegener, als es die sechseinhalb Sekunden Vorsprung vor dem drittplatzierten Albacete ausdrücken, fuhren die beiden „Blauen“ einen klaren Doppelsieg nach Hause. Knapp hinter dem Spanier kam Belloc ins Ziel, der sich im Laufe des Rennens von Hahn hatte absetzen können. Hinter dem Deutschen lieferten sich Markus Altenstrasser (Renault) und Stuart Oliver (MAN) den packendsten Kampf des Rennens. Der Engländer schien häufig einen Titsch schneller als der Österreicher in seinem roten Renault-Truck und klopfte gelegentlich auch schon mal etwas unsanft an. Doch Altenstrasser ließ sich davon nicht beeindrucken und rettete den 5.Platz letztendlich mit 4 Zehntel ins Ziel. Die Punkteränge vervollständigten Egon Allgäuer, Chris Levett (beide MAN) und Anthony Janiec (Renault).
Beim anschließenden Championship Race konnte Bösiger seinem Teamkollegen Vrsecky schon beim Start die Führung abjagen, der Rest ging in einer riesigen Staubwolke unter. Im Mittelfeld waren Janiec, Pascal Robineau (MAN) und Frank Conti (Volvo) aneinander und gegeneinander geraten. Janiec und Robineau mussten gleich die Waffen strecken, Conti fuhr stark gezeichnet schließlich noch auf dem 15.Platz ein.
Der Circuit Paul Armagnac hat eine charakteristische unheimlich lange Gerade – parallel zur Landebahn eines kleinen Flugplatzes – auf der die Trucks schon gleich das Höchsttempo von 160 Km/h erreichen, und dann wird automatisch abgeriegelt. Deswegen tut sich da eigentlich auch wenig. Doch Albacete hatte es am Ende dieses langen Teilstücks geschafft, sich in der scharfen Rechtskurve innen neben Vrsecky zu legen, zwei, drei kleine gegenseitige Rempler und schon lag der Tscheche nur noch auf dem dritten Platz. Bösiger profitierte von diesem Manöver und konnte sich innerhalb einer Runde schon einen beinahe beruhigenden Vorsprung verschaffen. Auch der Spanier setzte sich seinerseits kurzfristig leicht von Vrsecky ab, doch wenig später hing der Buggyra schon wieder am Heck des roten Cespsa-MAN. Und bald danach holte sich Vrsecky auch schon seinen verloren geglaubten zweiten Platz zurück. Albacete hatte dem offensichtlich nichts mehr entgegenzusetzen und fiel Runde für Runde weiter zurück, während das Buggyra-Duo dem zweiten Doppelsieg des Tages entgegenfuhr. Da auch die Verfolger des Spaniers, Belloc, Hahn und Oliver jeweils in gehörigem Abstand folgten, waren die ersten sechs Plätze schon rechtzeitig vergeben. Um die Plätze sieben bis neun lieferten sich jedoch zwei MAN-ler, Allgäuer und Chris Levett einen Fight mit Haken und Ösen und gemeinsam jagten sie noch Altenstrasser. Der Renault-Pilot wurde zunächst von Allgäuer unter Druck gesetzt und der wiederum hatte ja wieder Levett im Nacken. Alle drei Trucks bewegten sich ständig im Grenzbereich, der kleinste Fehler und der Verfolger wäre vorbei. Der Engländer konnte dann auch tatsächlich Allgäuer passieren und versuchte anschließend mit Altenstrasser auch gleich den zweiten Österreicher zu vernaschen. Doch der Renaultpilot konnte schließlich einen 3-Zehntel-Vorsprung ins Ziel retten. Den letzten Punkteplatz holte sich Javier Mariezcurrena (MAN).
Später erhielt Levett eine 10-Sekundenstrafe wegen Overspeed (mehr als die erlaubten 160 Km/h) und fiel deshalb wieder hinter Allgäuer zurück.
Vrsecky liegt weiterhin in Führung mit 159 Punkten, Bösiger (152) konnte sich aber wieder an Albacete (151) vorbeischieben. Es folgen Hahn (106) vor Belloc (101) und Oliver (65).