Samstag, 16.10.2021 | Deutsch | English
Der Sonntag in Misano

Der Sonntag in Misano

23. September 2007Misano - Auch heute herrschte wieder eitel Sonnenschein, zumindest trübte kaum mal eine Wolke den strahlend blauen Himmel. Die Temperaturen erreichten erneut Werte um die 25 Grad-Marke und der Streckenasphalt erhitzte sich bis auf knapp 35 Grad. Die insgesamt mehr als 27.000 Zuschauer schlenderten in den Rennpausen durch das kleine Fahrerlager und bewunderten die beiden neuen Stars am Truckhimmel, den MAN TGX V8, und das Gegenstück von Mercedes-Benz, den SilverTec F1 V8. In einer groß angelegten Show wurden die 50 für Italien bestimmten SilverTrucks ihren neuen Besitzern übergeben, die damit gleich eine Runde über die Rennstrecke drehen konnten. Ein ganz anderes Tempo schlugen da schon die RaceTrucks an. Das Zeittraining war mit 2:00.666 Min. eine sichere Angelegenheit für David Vrsecky (Buggyra Freightliner). Antonio Albacete (MAN) und Markus Bösiger (Buggyra Freightliner) waren da mehr als 4 Zehntel langsamer. Den vierten Startplatz hatte sich erneut Jochen Hahn (Mercedes-Benz) geholt.
Doch im Quali-Race nutzte Vrsecky seine Fabelzeit wenig, schon beim Start verlor er seine Pole an Albacete. Bösiger blieb auf der dritten Position. Hahn geriet leicht auf Abwege und musste die drei MAN-Piloten Gerd Körber, Jean-Phillip Belloc und Chris Levett ziehen lassen. Den Engländer konnte der Schwabe bald schon wieder kassieren, an Belloc biss sich Hahn jedoch die Zähne aus. Während sich die beiden bis aufs Messer bekämpften, konnte Körber sich etwas absetzen und einen sicheren vierten Platz nach Hause fahren. Auch Albacete legte immer mehr Distanz zwischen sich und seine Verfolger. Bösiger absolvierte zwar mit 2:01,799 Min. die schnellste Rennrunde und zog damit an Vrsecky vorbei, doch den Sieg Albacetes konnte er nicht mehr gefährden.
Im abschließenden Cup-Race überschlugen sich dann die Ereignisse. Mit einem Superstart übernahm Bösiger gleich die Führung vor Albacete und Körber, der sich gegen Vrsecky durchsetzen konnte. Im Zentimeterabstand legte das Führungsquartett Runde um Runde zurück. Zu jeder Zeit musste jeder mit einer Attacke seines Hintermannes rechnen. Zur Mitte des Rennens zogen dann schließlich auch Körber und Vrsecky an Albacete vorbei. Während man nun allseits damit rechnete, dass Bösiger mit diesem Sieg seine Führung im Championat weiter ausbauen könnte, versuchte Körber 3 Runden vor Schluss mit einem Gewaltakt in der Quercia, sich doch noch an die Spitze zu setzen. Der gelbe MAN krachte dabei voll in die Seite des blauen Freightliners. Der stand dann gleich quer und kam beinahe zum Stand. Auch die Verfolger mussten voll in die Bremsen steigen, um noch größeres Unheil zu vermeiden. Nun übernahm Vrsecky die Spitze gefolgt von Albacete und Hahn, und so passierte das Trio schließlich auch die Ziellinie. Mit waidwund geschlagenen Trucks versuchten sich derweil Bösiger und Körber auf den Plätzen vier und sechs über die Runden zu retten. Dazwischen hatte sich noch Belloc geschoben. Doch der Franzose nahm natürlich keine Rücksicht auf den lädierten Zustand des Freightliners, griff an und ging vorbei. In der vorletzten Kurve des Rennens schlug Bösiger dann allerdings wieder zurück und fuhr tatsächlich an 4. Stelle durchs Ziel. Hinter Körber belegten Egon Allgäuer (MAN), Levett, Markus Altenstrasser (Renault) und Stuart Oliver (MAN) die weiteren Punkteränge.
Nach der Siegerehrung ging es dann aber noch einmal vor der Rennleitung zur Sache. Es gab Proteste einzelner Teams und Beanstandungen der Rennleitung. Fahrer und Teamvertreter wurden zum Rapport zitiert. Nach langen Diskussionen gab es schließlich eine 1-Sekunden-Strafe für Bösiger wegen seiner Attacke gegen Belloc, wodurch der Schweizer wieder hinter den Franzosen auf den 5.Platz zurück fiel.
Dennoch behauptet der Freightliner-Pilot weiterhin die Spitze in der Gesamtwertung mit 384 Punkten vor Albacete (351), Vrsecky (316), Hahn (237) und Körber (228).
Die Teamwertung gewann wie schon am Vortag das Team Buggyra, auf den Plätzen folgten Team Hahn und Team Allgäuer.