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Der Sonntag in Nogaro

22. Juni 2003Nogaro - Kaum zu glauben, es war noch heißer geworden. Das Tatra-Planschbecken übte auf Fahrer und Mechaniker eine ungeheure Anziehungskraft aus. Gerd Körber bekamen die zwischenzeitlichen Erfrischungen sichtlich wohl. Er holte sich denn auch beide Siege in der Superrace-Truck-Klasse und damit die maximalen 30 Punkte. Markus Oestreich wollte sich seinem Landsmann allerdings nicht kampflos ergeben und machte seine Intentionen mit der Bestzeit in der letzten Runde des morgendlichen Warm-Up überdeutlich. So gab es dann auch jeweils schon in der ersten Kurve nach dem Start hinter dem führenden Körber dramatische Szenen. Viel Plastik und auch manches Eisenteil flogen durch die Gegend. Hart erwischte es Harri Luostarinen, der schon während der Trainings-Sessionen mehrfach Bekanntschaft mit den Reifenstapeln machen musste und seinen Mechanikern ein arbeitsreiches Wochenende bescherte. Im Rennen verschlug es ihn dann gleich schon in der &quot;Le S du Lac&quot; tief ins Kiesbett. Weit hinter Jean-Pierre Stalder und Maurice Monfrino schaffte es der Finne erst wieder, sich bis zum Teer durchzupflügen. Zur Begeisterung der Zuschauer schloss er auf der letzten Rille fahrend bald wieder zum Feld auf und lieferte sich einen harten Zweikampf mit Antonio Albacete. Bös traf es Adam Lacko, dem knapp hinter dem Führungstrio liegend in der vorletzten Runde des Cup-Rennens der rechte Vorderreifen platzte. Von den Zuschauern bejubelt fuhr er dann höchst spektakulär anderthalb Runden nur auf der Felge. Zwar wurde der junge Tscheche von Luostarinen und Albacete überholt, sechs Punkte rettete er aber dennoch bis ins Ziel. Markus Oestreich blieb währenddessen nur zu hoffen, dass die Buggyras wieder schlapp machen würden wie bei ja nicht ganz so hohen Temperaturen 14 Tage zuvor am A1-Ring. Diesmal hatte sich die Mannschaft um Mario Kress aber bestens auf die ungewöhnlich heißen Verhältnisse eingestellt. So blieb dem Deutsche Post-Piloten im Quali-Race nur der zweite Rang vor David Vrsecky, im Cuprennen musste er sich gar mit dritten Platz hinter dem Tschechen zufrieden geben. Dennoch konnte er mit einem Punkt Vorsprung die Führung im Gesamtklassement behaupten.<br />
Bei den Race-Trucks beendete Lutz Bernau den Sonntag ebenso erfolgreich wie den Tag zuvor. Sein schärfster Titelkontrahent Egon Allgäuer wirkte dagegen schon leicht gefrustet. Schließlich wusste er in Nogaro der Überlegenheit des Bayern nichts entgegenzusetzen. Stattdessen musste der Titelverteidiger den zweiten Rang gegen den ständig attackierenden jungen Portugiesen Jose Rodrigues hart verteidigen. Der Vortagsdritte, Stuart Oliver, enttäuschte mit fast 2 Sekunden langsameren Rundenzeiten gegenüber Samstag zwar etwas sein Team, begeisterte allerdings mit seinen spektakulären Powerslides das französische Publikum. Sicher belegte er vor Ross Garrett jeweils Platz 4. Im Gegensatz zu den Supertrucks mit ihren einheitlichen Fedima-Rennreifen bestreiten die Racetruck-Piloten die Läufe mit Serienreifen unterschiedlichster Fabrikate. So wird die den Strecken jeweils angepasste richtige Reifenwahl großen Einfluss auf die Platzierungen im weiteren Saisonverlauf haben. Derzeit hat Bernau hier eindeutig die klar besseren Aussichten und führt die Gesamtwertung mit 10 Punkten Vorsprung vor Allgäuer an. Auf 3 zurückgefallen ist der Engländer Stuart Oliver.