Montag, 30.03.2020 | Deutsch | English

Der Samstag in Misano

24. Mai 2003Misano - Zunächst lief auch in Misano alles so wie gewohnt. Markus Oestreich, Gerd Körber und Antonio Albacete gaben bei den Superracetrucks den Ton an. Und in dieser Reihenfolge beendeten sie auch gerade mal vier Zehntel Sekunden auseinanderliegend das Zeittraining. Wesentlich brisanter verlief das Geschehen bei den Racetrucks. Wieder einmal versagte das Speedkontollsystem per GPS. Während in der großen Klasse alle SRT-Fahrzeuge die Möglichkeit einer nachträglichen Kontrolle über das eigene Telemetriesystem haben, verfügen bei den Racetrucks nur wenige Fahrzeuge über dieses System. Da der Veranstalter die geforderten Radarpistolen nicht bereit stellen wollte oder konnte, entwickelte sich das Renngeschehen zu einer Farce. Ohne weitere Kontrolle, befürchtete eine Reihe von Piloten, werde auf Biegen und Brechen gekämpft, ohne auch nur ansatzweise das Sicherheitsspeedlimit von 160 km/h zu beachten. Deshalb schlug man vor, am Samstag die Rennen für das Publikum aber ohne Wertung für die EM zu fahren und bis Sonntag Radarspistolen zu besorgen. Nach mehr als einer Stunde Diskussion wurde der Vorschlag seitens der Rennkommission abgelehnt, aus Protest fielen die Spitzenfahrer im Qualirace nacheinander wegen technischer Defekte aus. Letztendlich gewann Ross Garrett vor Jochen Hahn und Daniel Seiler. Zum Cup-Race traten viele Fahrer erst gar nicht mehr an. Garrett platzierte seinen zweiten Tagessieg vor Jose Rodrigues und Jochen Hahn.