Truckracing
Truckracing in
den Medien
Fast 800.000 begeisterte
Zuschauer - bis zu 240.000 allein beim Truck GP am Nürburgring - besuchen
Jahr für Jahr die Rennen des European Truck Racing Cups.
Doch wo haben die Fans Möglichkeiten sich zu informieren, wo gibt es Berichte,
wo gibt es Bilder?
Auf das Großereignis am Nürburgring schießen sich sämtliche
einschlägigen Magazine der Truckszene zwar schon lange vorher mit einer
ausführlichen Vorberichtserstattung ein, doch auf die aktuellen Ergebnisse
sowie Informationen und Bilder müssen die Truckracingfans wochenlang warten,
aktuelle Berichterstattung in Presse, Funk und Fernsehen findet kaum statt.
Im Fernsehen dient Truckrace bestenfalls als Lückenfüller in Magazinsendungen
der Sportspartensender wie DSF, oder in Ellen Lohrs Truckmagazin auf VOX. Die
Regionalsender der "Öffentlich Rechtlichen" berichten gelegentlich
noch in kurzen Ausschnitten und kleinen Filmen über das Großereignis
in ihrem Gebiet.
In England, Frankreich, Spanien usw. gibt es bei einzelnen landesweit zu empfangenden
Sendern Motorsport-Magazine, die auch ausführlich über die Veranstaltungen
des European Truck Racing Cups berichten. Der deutsche Zuschauer hat nur bei
Eurosport die Möglichkeit sich an laufenden Bildern über das Truckracegeschehen
zu erfreuen und sich kontinuierlich zu informieren. Dass dabei die Superracetrucks
im Vordergrund stehen und die Racetrucks wie Mauerblümchen behandelt werden,
ist eine andere Geschichte. Diese Berichte sind dann nach Abzug der Werbezeiten
auf gut 20 Minuten Nettoinhalt komprimiert, werden keineswegs ereignisnah nach
eineinhalb bis zweieinhalb Wochen gesendet und das noch zu alles andere als
attraktiven Sendezeiten. Nimmt man dann ausschließlich die Zuschauerresonanz
als Maßpunkt für die Popularität dieses Sports, könnte
schnell wieder eine Fernsehdauerabstinenz des Truckracings die Folge sein.
Im Rundfunk gibt es zum Truckrace eigentlich nichts. RPR gestaltet zwar das
Ringradioprogramm, nutzt den Truck GP ansonsten nur als Rahmen für einen
Teil seiner Sendungen vornehmlich mit Übertragungen mit Gewinnspielchen
von der RPR-Bühne im Fahrerlager. Selbst wenn gelegentlich der eine oder
andere Fahrer interviewt wird, über das eigentliche Sportereignis selbst
wird nichts berichtet.
Über die restlichen Europameisterschafts-Läufe werden die Fans in
Deutschland recht dürftig unterrichtet. Vielen ist nicht einmal bewusst,
dass der Truck GP am Ring nur eines von zehn Rennen innerhalb des EM-Championats
ist. Mit Glück findet man in der Dezemberausgabe der einschlägigen
Fernfahrer- und Truckerzeitschriften dann den Bericht über die Abschlussrennen
und damit über die Entscheidung der Meisterschaft vom ersten Oktoberwochenende
in Jarama.
Dies alles steht in einem krassen Missverhältnis auch zu dem enormen Aufwand
der Wirtschaft und Industrie und deren oft großartigen und nur mit entsprechend
hohem Kostenaufwand zu realisierenden Präsentationen im Fahrerlager und
Industriepark. Doch dieses große finanzielle Engagement - gerade der am
eigentlichen Renngeschehen beteiligten Firmen - muss sich doch auch in einer
entsprechenden Medienpräsenz wiederspiegeln. Und das Maß aller Dinge
in diesem Bereich scheint nun mal die Fernsehberichterstattung.
Wieso können sich die doch sonst so mächtigen Wirtschaftsbosse dort
nicht als Lobbyisten betätigen? Eine entsprechende Darstellung im TV wäre
doch in ihrem ureigensten Interesse. Auch für die Werbebranche müsste
gerade Truckracing ein gefundenes Fressen sein. Packender Motorsport mit spektakulären
Szenen en masse und nutzbaren Werbeflächen in einer Größe, wie
sie sonst kein anderes Fahrzeug zu bieten hat.