Donnerstag, 09.09.2010

Truckracing

Truckracing in den Medien

Fast 800.000 begeisterte Zuschauer - bis zu 240.000 allein beim Truck GP am Nürburgring - besuchen Jahr für Jahr die Rennen des European Truck Racing Cups.
Doch wo haben die Fans Möglichkeiten sich zu informieren, wo gibt es Berichte, wo gibt es Bilder?
Auf das Großereignis am Nürburgring schießen sich sämtliche einschlägigen Magazine der Truckszene zwar schon lange vorher mit einer ausführlichen Vorberichtserstattung ein, doch auf die aktuellen Ergebnisse sowie Informationen und Bilder müssen die Truckracingfans wochenlang warten, aktuelle Berichterstattung in Presse, Funk und Fernsehen findet kaum statt.
Im Fernsehen dient Truckrace bestenfalls als Lückenfüller in Magazinsendungen der Sportspartensender wie DSF, oder in Ellen Lohrs Truckmagazin auf VOX. Die Regionalsender der "Öffentlich Rechtlichen" berichten gelegentlich noch in kurzen Ausschnitten und kleinen Filmen über das Großereignis in ihrem Gebiet.
In England, Frankreich, Spanien usw. gibt es bei einzelnen landesweit zu empfangenden Sendern Motorsport-Magazine, die auch ausführlich über die Veranstaltungen des European Truck Racing Cups berichten. Der deutsche Zuschauer hat nur bei Eurosport die Möglichkeit sich an laufenden Bildern über das Truckracegeschehen zu erfreuen und sich kontinuierlich zu informieren. Dass dabei die Superracetrucks im Vordergrund stehen und die Racetrucks wie Mauerblümchen behandelt werden, ist eine andere Geschichte. Diese Berichte sind dann nach Abzug der Werbezeiten auf gut 20 Minuten Nettoinhalt komprimiert, werden keineswegs ereignisnah nach eineinhalb bis zweieinhalb Wochen gesendet und das noch zu alles andere als attraktiven Sendezeiten. Nimmt man dann ausschließlich die Zuschauerresonanz als Maßpunkt für die Popularität dieses Sports, könnte schnell wieder eine Fernsehdauerabstinenz des Truckracings die Folge sein.
Im Rundfunk gibt es zum Truckrace eigentlich nichts. RPR gestaltet zwar das Ringradioprogramm, nutzt den Truck GP ansonsten nur als Rahmen für einen Teil seiner Sendungen vornehmlich mit Übertragungen mit Gewinnspielchen von der RPR-Bühne im Fahrerlager. Selbst wenn gelegentlich der eine oder andere Fahrer interviewt wird, über das eigentliche Sportereignis selbst wird nichts berichtet.
Über die restlichen Europameisterschafts-Läufe werden die Fans in Deutschland recht dürftig unterrichtet. Vielen ist nicht einmal bewusst, dass der Truck GP am Ring nur eines von zehn Rennen innerhalb des EM-Championats ist. Mit Glück findet man in der Dezemberausgabe der einschlägigen Fernfahrer- und Truckerzeitschriften dann den Bericht über die Abschlussrennen und damit über die Entscheidung der Meisterschaft vom ersten Oktoberwochenende in Jarama.
Dies alles steht in einem krassen Missverhältnis auch zu dem enormen Aufwand der Wirtschaft und Industrie und deren oft großartigen und nur mit entsprechend hohem Kostenaufwand zu realisierenden Präsentationen im Fahrerlager und Industriepark. Doch dieses große finanzielle Engagement - gerade der am eigentlichen Renngeschehen beteiligten Firmen - muss sich doch auch in einer entsprechenden Medienpräsenz wiederspiegeln. Und das Maß aller Dinge in diesem Bereich scheint nun mal die Fernsehberichterstattung.
Wieso können sich die doch sonst so mächtigen Wirtschaftsbosse dort nicht als Lobbyisten betätigen? Eine entsprechende Darstellung im TV wäre doch in ihrem ureigensten Interesse. Auch für die Werbebranche müsste gerade Truckracing ein gefundenes Fressen sein. Packender Motorsport mit spektakulären Szenen en masse und nutzbaren Werbeflächen in einer Größe, wie sie sonst kein anderes Fahrzeug zu bieten hat.

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