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Le Mans Drumherum

Le Mans Drumherum

01. Oktober 2017War das schon die Entscheidung im Titelkampf für Adam Lacko?
Der tschechische Buggyra Freightliner-Pilot führt nach dem 8.Lauf der FIA European Truck Racing Championship auf dem Circuit Bugatti in Le Mans die Championatswerung weiterhin mit großem Vorsprung an. Exakt sind 45 Punkte – und das nächste Rennen ist ja schon das Finale auf dem Circuito del Jarama nördlich von Madrid. Doch bei Buggyra ist man dennoch eher zurückhaltend, aus Erfahrung.
Vor 10 Jahren war schon einmal ein Buggyra-Pilot, Markus Bösiger, mit großem Vorsprung – auch wenn es seinerzeit „nur“ 32 Punkte waren – zum Finale gekommen, damals auch in Jarama. Alle Welt fragte sich, was kann da noch passieren.
Zwar schrumpfte das Polster des Schweizers noch auf 27 Zähler zusammen, bevor es überhaupt losging. Aus einem Rennen im tschechischen Most, das allerdings mehr als zwei Monate zuvor statt gefunden hatte, waren ihm Punkte wieder aberkannt worden.
Dennoch war man sich sicher, Bösigers Titelgewinn sei alles nur noch Formsache.
Jedoch nach diversen Ausfällen und Karambolagen, nach Protesten und Gegenprotesten, wurde dem Buggyra-Piloten am Sonntagabend zwar der Meisterpokal überreicht, allerdings war es schon fast Weihnachten, bis Bösiger von der FIA endgültig zum Europameister gekürt wurde – mit einem Punkt Vorsprung.
Vielleicht erinnerte man sich bei Buggyra gerade daran, denn man blieb weiterhin auf dem Teppich, auch wenn auf dem besten Wege ist, zusätzlich auch noch den Teamtitel zu gewinnen.
Ernsthafte Titelhoffnungen hegen Lackos Konkurrenten allerdings auch nicht mehr, sie haben nun vielmehr die beiden übrigen Podiumsplätze bei der FIA Prize Giving Ceremony am Sonntagabend im Visier.
Titelverteidiger Jochen Hahn liegt in seinem ersten Iveco-Jahr derzeit 16 Punkte vor Norbert Kiss (Mercedes) aus Ungarn, und nur 14 weitere Zähler dahinter folgt schon Hahns deutsche Landsmännin Steffi Halm (MAN).
Der Circuit Bugatti gehört zu den Lieblingsstrecken einer ganzen Reihe von Piloten, auch zu denen von Hahn. Offenbar liegt die Strecke aber nicht nur dem Piloten Jochen Hahn besonders gut, sondern auch den von ihm gebauten RaceTrucks. So fuhren im letzten Rennen des Wochenendes gleich drei Trucks aus den Hahnschen Werkstätten aufs Podium – vor zwei Jahren waren es derer sogar die ersten Vier.
Einen der diesjährigen Hahn-Trucks pilotierte Gerd Körber. Der dreifache Europameister feiert ja sein 30jähriges Truckracing-Jubiläum und war überglücklich noch einmal ganz oben auf dem Treppchen stehen zu können.
Sein deutscher Landsmann Sascha Lenz dagegen ist auf dem besten Wege jetzt richtig durchzustarten. Auch wenn der junge MAN-Pilot schon etwas zerknirscht war, dass es zu seinem ersten Sieg nicht gereicht hatte. Sein direkter Konkurrent um den ersten Podiumsplatz hatte sich durch das Auslassen einer Schikane den entscheidenden Vorteil verschafft. Dennoch war der zweite Platz im ersten Sonntagsrennen nicht nur das beste Ergebnis, das Lenz bisher einfahren konnte – und dann auch noch in dem punktereicheren Rennen – der MAN-Pilot war in der SuperPole zuvor auch – wie der Streckensprecher noch einmal extra betonte – die schnellste je von einem RaceTruck erzielte Rundenzeit und zudem noch in drei der vier Rennen jeweils die schnellste Rennrunde gefahren.
Die Deutschen, eine Pilotin und vier Piloten, stellten in dem ursprünglich gemeldeten 16er-Feld nicht nur die Majorität dar, auch auf dem Podium waren sie dominant – zwei erste, drei zweite und drei dritte Plätze.
Dass keine Franzosen dabei waren, tat der Stimmung der insgesamt 56.000 begeisterten Fans keinen Abbruch, schließlich fuhren Idole in ihren eigenen vier Rennen um Punkte für die Französische Meisterschaft. Dazu gab es für die Truckracing-Gäste von der Insel, auf die die Rennnstrecke in Le Mans seit jeher eine ungeheure Faszination ausübt, noch extra Einladungsrennen, weil in den Rennen zur Französischen Meisterschaft das Starter-Kontingent schon voll ausgeschöpft war. Das war Truckracing pur.
Dazu am Samstagabend die große Show auf der Zielgeraden, das Riesen-Feuerwerk, das Beatles-Revival-Konzert, die vielen kleinen Partys bei den Showtrucks bis in den frühen Morgen, die 24 Heures des Camions machten ihrem Namen einmal mehr alle Ehre.

Impressionen:

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