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Truck Grand Prix Drumherum

Truck Grand Prix Drumherum

08. Juli 2017Das kam für die insgesamt 115.000 Fans ebenso wie für die Teams und Fahrer unerwartet und überraschend, dass der 32. Truck Grand Prix am Nürburgring, der 3. Lauf zur FIA European Truck Racing Championship so abrupt beendet werden musste. Es war ja viel über den Dauerregen und die dadurch gelegentlich ausgesprochen rutschige Piste diskutiert worden. Doch Schuld war nicht das Wetter, der Dolchstoß wurde dem TGP von einem mickrigen defekten Injector versetzt. Der hatte in der Formation Lap des letzten Rennens zum Mittelrhein-Cup mit hohem Druck sehr viel Diesel über die ganze Strecke verstreut.
Weit über hundert Streckenmitarbeiter, Streckenposten und Marshalls versuchten alles, mit großen und kleinen Reinigungswagen, mit Besen und Schaufel den Asphalt von dem säckeweise verstreuten Bindemitteln wieder zu säubern – doch vergeblich.
Schweren Herzens musste die Rennleitung die beiden letzten Sonntagsrennen absagen.
Besonders ärgerlich war dies natürlich für das Team „Die Bullen von Iveco-Magirus“, standen doch beide RaceTrucks mit Gerd Körber und Jochen Hahn in der ersten Startreihe.
Aber nicht nur das Ende des TGP war überraschend, das waren auch die Rennverläufe.
Man rieb sich einfach nur verwundert die Augen, wenn Buggyra-Freightliner-Pilot Adam Lacko aus Tschechien bei diesen widrigen Verhältnissen an seinen Konkurrenten locker und scheinbar mühelos vorbei und auf und davon zog.
Während nahezu alle RaceTrucks sich mehr oder weniger häufig auch mal abseits der Piste wieder fanden, zog der Freightliner seine Runden wie auf Schienen. Das brachte Lacko nicht nur die Siege in allen drei Rennen am Ring, dadurch baute er auch seinen Vorsprung in der Championatswertung auf nun 46 Punkte zur MAN-Pilotin Steffi Halm (GER) und 47 zu Jochen Hahn aus.
Doch genau dieser Jochen Hahn hatte vor elf Jahren nach vier Rennen auch schon 38 Punkte Vorsprung vor dem späteren Champion Antonio Albacete (MAN), und dann hat ihm der Spanier während der letzten vier Rennwochenenden – seinerzeit gab es nur acht Wertungsläufe – noch 93 Punkte abgenommen.
Entschieden ist also noch längst nichts.
Auch wenn das Wetter gelegentlich schon mal etwas aufs Gemüt schlug, zu feiern gab es eigentlich immer was. Gerd Körber wurde anlässlich seines 30jährigen Truckracing-Jubiläums von seinem Team Schwabentruck mit einer gar nicht so kleinen Stehparty „überrascht“. Heinz-Werner Lenz, der „King vom Ring“, zelebrierte seinen 25. Truck Grand Prix und nahm nach 26 Jahren Rennsport Abschied vom Truckracing.
Die Industrie verzeichnet hohen Besucherandrang, auch wenn es über das gesamte Wochenende etwas weniger Zuschauer als im Vorjahr waren.
Das mussten aber auch schon überall in Europa andere Großveranstaltungen erfahren. Mancher meidet derzeit einfach lieber große Menschenmassen, andere mögen sich nicht unbedingt den notwendigen, gelegentlich auch schon mal lästig erscheinenden Zusatzkontrollen an den Eingängen unterwerfen.
Und das Wetter tat natürlich ein Übriges.
Die Ironie am Rande. Als die Teams und die Industrie am Montag ihre Zelte abbauten, wurde der Nürburgring von strahlendem Sonnenschein nahezu überflutet.

Impressionen:

Truck Grand Prix Drumherum
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