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Start der neuen Truckracing-Saison in Spielberg

Start der neuen Truckracing-Saison in Spielberg

09. Mai 2017Am kommenden Wochenende geht’s wieder los, die 13-Liter Motoren der bis zu 1.300 PS starken RaceTrucks der FIA European Truck Racing Championship werden am Red Bull Ring wieder die Grashalme der in die Rennstrecke eingebeteten Weiden erzittern lassen – sofern es schon Grashalme gibt. Schließlich waren im vorigen Jahr diese Wiesen noch schneebedeckt als hier in Spielberg zur Saisoneröffnung geblasen wurde. Doch diesmal kommen die Truckracer vierzehn Tage später in die Steiermark, eisige Temperaturen und Schneetreiben hatten sie zudem schon ausreichend bei den Tests auf dem Autodrom im tschechischen Most. Zwar könnte es auch in Spielberg – das 5.000-Einwohner-Städtchen liegt ja knapp 700 Meter hoch – nachts durchaus noch recht kühl werden, tagsüber sollen jedoch schon fast frühsommerliche Temperaturen herrschen.
Ausgerechnet für die beiden eigentlichen Renntage – Samstag und Sonntag – sind die Prognosen derzeit nicht so verheißungsvoll, möglicherweise kann es durchaus auch mal mehr oder weniger heftige Niederschläge geben.
Die Truckracer kann so etwas aber nicht schocken, ihre Gedanken kreisen sehr viel mehr um die neuen Konstellationen, an die sich nicht nur mancher Fan erst gewöhnen muss.
Im Focus gerade auch der Medien steht hier schon seit dem Ende der letzten Saison ganz eindeutig der Wechsel des viermaligen Champions und Titelverteidigers Jochen Hahn zu Iveco. Beim Team-Hahn-Racing wird ja nichts dem Zufall überlassen, man bereitet sich immer akribisch vor. So hat wohl auch kaum ein 2017-RaceTruck soviel Testkilometer an den Reifen kleben wie Hahns neuer Iveco. Dabei kam dem Altensteiger natürlich auch zugute, dass er des Öfteren einige Testrunden auf dem Oval der Iveco Magirus AG in Ulm drehen konnte – knappe zwei LKW-Stunden von der eigenen Werkstatt entfernt.
Mit seinem neuen Teamkollegen Gerd Körber im Cockpit des Schwabentruck-Ivecos bildet Hahn als die „Bullen von Iveco Magirus“ nicht nur ein ausgesprochen aussichtsreiches Duo für die Teammeisterschaft, in dem dreifachen Europameister, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Truckracing-Jubiläum feiert, hat er auch einen extrem starken Gegner, wenn es um den Fahrertitel geht.
Als ganz heiße Favoriten gelten - wie eigentlich jedes Jahr - die Freightliner von Buggyra.
Die beiden RaceTrucks von Adam Lacko und dem wieder zu den Truckracern zurückgekehrten David Vrsecky werden erneut auf den Punkt topp vorbereitet sein, zu den Schnellsten im Feld gehören, und vor allem auch in der Teammeisterschaft eine dominante Rolle spielen. In Spielberg wird Vrsecky nicht dabei sein, sein Cockpit wird dann der Slowene Alen Draganovic als Ersatzfahrer übernehmen.
Schnell waren die tankpool24-Mercedes-RaceTrucks nach dem Wechsel des zweimaligen Champions Norbert Kiss aus Ungarn zu MB-Motorsport auch schon im vergangenen Jahr. Allerdings hatte das Team immer wieder mit dem Durchhaltevermögen der Motoren zu kämpfen. Die dadurch bedingten Ausfälle haben sicherlich den vierten, vielleicht sogar den dritten Platz in der Gesamtwertung gekostet. So lag die Schwerpunktarbeit bei tankpool24 nun im Winter eindeutig bei der weiteren Motorentwicklung. Zusammen mit seinem jungen deutschen Kollegen André Kursim wird Kiss auch wieder für tankpool24 im Teamchampionat antreten.
Die Positionen der in den letzten Jahren absolut dominierenden MAN-RaceTrucks sind derzeit nur schwer einzuschätzen. In der vergangenen Saison behaupteten MAN-Pilotinnen und -Piloten gleich sechs Plätze unter den TopTen – doch davon treten in diesem Jahr allein die beiden jungen Deutschen, Steffi Halm und Sascha Lenz, die als „Reinert Adventure“ zusammen auch um Teampunkte kämpfen werden, wieder mit MAN-RaceTrucks an.
Zusammen mit dem Rückkehrer Antonio Albacete werden sie die neue Speerspitze des Münchener Nutzfahrzeugherstellers bilden. Der Spanier wird mit einem weiteren MAN-Piloten von der iberischen Halbinsel, dem Portugiesen José Rodrigues, für Trucksport Bernau auch auf die Jagd nach Teampunkten gehen.
Das 13-köpfige Fahrerfeld der Full-Season-Pilots wird ergänzt durch Josés Vater Eduardo Rodrigues (MAN), das holländische Truckracing-Urgestein Erwin Kleinnagelvoort (Scania) und dem wieder in die Europameisterschaft zurückgekehrten Mercedes-Piloten Dominique Orsini (FRA).
Doch beim Saisonauftakt am Red Bull Ring wird der Franzose noch nicht dabei sein, sein Sohn startet am selben Wochenende mit dem (Familien)-RaceTruck bei der Französischen Meisterschaft in Charade.
In jedem Fall wird dagegen Lokalmatador Markus Altenstrasser am Red Bull Ring starten. Aus zeitlichen Gründen kann der zweite Iveco-Schwabentruck-Pilot schon seit Jahren nicht das komplette Programm der FIA ETRC fahren, doch sein Heimat-Rennen will sich Altenstrasser auch in diesem Jahr natürlich nicht entgehen lassen. Vervollständigt wird das Fahrerfeld von zwei Race-by-Race-Piloten der Britischen Truckracing-Meisterschaft, Terry Gibbon und Ryan Smith (beide MAN).

Impressionen:

Start der neuen Truckracing-Saison in Spielberg
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