Dienstag, 10.12.2019 | Deutsch | English
Zolder Drumherum

Zolder Drumherum

15. September 2008Gott sei Dank lagen die Wetterfrösche mit ihrer Prognose für das Zolder-Weekend doch nicht so ganz richtig. Der Freitag war zwar ziemlich verregnet, das traf vor allen Dingen diejenigen hart, die für ihre Servicearbeiten kein großes Zelt zur Verfügung haben, doch am Samstag gab es nur gelegentlich etwas Fisselregen, und der Sonntag brachte gar wolkenlosen Himmel - wenn auch bei ausgesprochen kühler Witterung. Da in Zolder erst am späten Nachmittag die ersten Sonnenstrahlen die Haupttribüne erreichen, blieben diese dann auch ziemlich verwaist - trotz der insgesamt fast 18.000 Besucher. Außerdem wissen Zolder-Kenner, dass man an vielen Stellen - sogar in der Sonne stehend - wesentlich interessantere Aussichten hat, z.B. von den hohen Treppenaufgängen oder vom riesig großen Dach der Boxenanlage.
Von da hätte man auch die neue, letztendlich aber ziemlich gewagte Taktik des Buggyra-Teams beim Zeittraining bestens beobachten können. Zunächst einmal ließ man die Konkurrenz sich ihre Reifen abfahren, um erst wenige Minuten vor Schluss, als dann richtig Gummi auf der Piste klebte, selbst auf Zeitenjagd zu gehen. Das war schon ausgesprochen riskant, hat sich am Ende aber ausgezahlt: erste Startreihe für David Vrsecky und Markus Bösiger.
Während sich die einen über ihren Coup freuten, holte die anderen der Frust ein. Den einzigen Race-by-Race Piloten, Erwin Klein Nagelvoort, erwischte schon am Samstag ein kapitaler Motorschaden. Mit tatkräftiger Unterstützung der professionellen Teams begab man sich an den Einbau einer Ersatzmaschine. Doch auch die war nicht mehr ganz neu, zudem eigentlich auch eher nur ein Rumpfmotor, der durch diverse Um- und Anbauten erst einmal seinen Renntrimm verpasst bekam. Um 3 Uhr in der Nacht zum Sonntag waren die Holländer und ihre zahlreichen Helfer dann endlich fertig, der Motor lief. Um dann am Sonntag wieder nur wenige Runden zu halten.
Daran wird Titelverteidiger Bösiger beim letzten Rennen des Sonntags kaum gedacht haben, obwohl es ihm beinahe ähnlich ergangen wäre. Schon auf der Fahrt zur Startaufstellung hatte der Schweizer bemerkt, dass es beim Schalten Probleme gab. Noch kurz vor dem Start versuchte man dem Übel beizukommen. Und tatsächlich lief es bei Bösiger gar nicht so schlecht. Den Teamkollegen Vrsecky hatte er nicht halten können, so dass der Tscheche vom Schweizer die Führung übernahm, doch dann führten die beiden Freightliner das RaceTruck-Feld wie schon so häufig in dieser Saison sicher im Doppelpack an - bis wenige Runden vor Schluss. Der Truck des Titelverteidigers wurde plötzlich immer langsamer. Mehr als 40 Sekunden verlor Bösiger dann noch bis zum Zieleinlauf und fiel so auf den 6. Rang zurück. Diskutiert wurde am Sonntagabend jedoch über andere Themen.
Frankie Vojtisek war nachträglich für das Championship Race disqualifiziert worden, sein Renault-Truck soll nicht dem Technischen Reglement entsprochen haben. Überhaupt stand das Frankie-Team – nach dem vorherigen Höhenflugansatz durch die guten Platzierungen von Markus Altenstrasser – am Ende stark gebeutelt da. Der Österreicher konnte wegen Achsproblemen zum letzten Rennen nicht mehr antreten, und der Teamchef selbst verlor seine Punkte wegen der Disqualifikation. So musste man später dann auch noch den Pokal für den dritten Platz in der Teamwertung wieder zurückgeben.
Das zweite Thema betraf dann schon das nächste Rennen in Le Mans am kommenden Wochenende. Die Meisten fahren direkt von Zolder zum Circuit Bugatti, wo wegen der besonderen Situation das Fahrerlager statt erst am Donnerstag nun schon am Dienstag geöffnet werden soll. Und plötzlich hieß es, entgegen dem Zeitplan vom 25.7.08, der dort allgemein vorlag, solle die Veranstaltung nun schon am Freitag beginnen und Pressefahrten seien auch noch geplant. Aber es gibt mittlerweile auch einen Plan mit Stand 9.9.08, und auch hier geht’s erst am Samstag um 8:30 mit dem 1. Freien Training los. Für den Freitag stehen allein die Technische und die Administrative Abnahme auf dem Programm.