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Der Freitag in Le Mans

Der Freitag in Le Mans

07. September 2007Le Mans - Es hat sich viel getan in Le Mans. Die Straßenbahn, an der seit Jahren gebaut wird, wird jetzt endlich fertig, vorher zur Demonstration aber erste Runden auf einem Tieflader auf dem Circuit de Bugatti drehen. Auch an der Rennstrecke wird eifrig weiter gebaut. Das Paddock für die FIA-Piloten ist mittlerweile fertig gestellt, alles ist neu geteert und eben, allerdings hat man an Zugängen gespart. Alle, Fußgänger und Fahrzeuge müssen durch den einzigen Weg ins Fahrerlager - ganz am südlichen Ende. Will man dann in die Zelte der diversen Sponsoren und Aussteller oder aber in die Straße mit den Verkaufständen, muss man lange Fußwege zurücklegen, obwohl sie eigentlich nur wenige Meter entfernt sind. Schuld ist ein unendlich langer Maschendrahtzaun. Das mussten auch die Gäste des neuen, bombastischen MAN-Zelts erfahren, als sie sich heute Mittag auf den Weg zur Einweihung des zweistöckigen Prachtbaus aufmachten.
Dieses Gebäude würde sowohl von der Architektur als auch von den Ausmaßen her jedem F1-Team zu Ehre gereichen. Unter den ansonsten im Truckracing meistens eher biederen Zelten - den Truck Grand Prix einmal ausgenommen - fällt es in jedem Fall aus dem Rahmen. Es wird in diesem Jahr noch bei allen und in 2008 bei etwa 4 Rennen den Gästen des Münchener Nutzfahrzeugherstellers offen stehen.
Neues zu den Punkten gibt es auch. Wie schon im Vorbericht zu Le Mans als Alternative aufgezeigt, bekommt nun jeder Fahrer - ob FIA-Pilot, Ersatz-Pilot oder Gast-Pilot - Punkte entsprechend seiner Platzierung. Dadurch ändert sich für die beiden Titelaspiranten, Markus Bösiger und Antonio Albacete, zwar nichts, dahinter verlieren allerdings einige Fahrer zum Teil gleich bis zu 5 Punkte, manche fallen gar ganz aus der Wertung. Aber auch diese Punkteliste wird aller Voraussicht nach nicht von langer Dauer sein. Zum Finale in Jarama werden möglicherweise wieder alle Fahrer aus der Wertung genommen, die nicht die Mindestanzahl von sieben Rennveranstaltungen absolviert haben, und das sind einige. Auf die Meisterschaft wird das nach bisherigem Stand aber keinen Einfluss haben. Davon abgesehen sind die derzeitigen Punktestände eh nur provisorisch, da über die Proteste von Most noch nicht entschieden wurde.
Bei Renault werden Ross Garrett und Markus Altenstrasser die Trucks wechseln, was den Betrachter der Punktelisten zusätzlich irritieren wird. Denn obwohl es sich bei der FIA European Truck Racing Championship ja um eine Fahrermeisterschaft handelt, ist die Punktevergabe Fahrzeug gebunden. Sollten Altenstrasser oder Garrett in Le Mans oder Misano erneut unter die ersten Zehn fahren, werden sie von nun an zweimal in der Tabelle auftauchen. In Jarama könnte sich aber schon wieder alles ändern, da beide Fahrer nicht die magische 7 erreichen.