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Vorbericht Le Mans

Vorbericht Le Mans

05. September 2007Rosig sind die Aussichten, bis zu 24 Grad warm und trocken, schlimmstenfalls trübt gelegentlich mal ein Wölkchen die Sonnenstrahlen, das sagt zumindest die Wettervorhersage. Ansonsten sind die Aussichten aber nicht ganz so ungetrübt. Ein Teil der Truckracing-Gemeinde scheint gar leicht geschockt, ob der Ankündigung von Mercedes-Benz, die Aktivitäten im europäischen Truckracing vorerst ruhen zu lassen. In Le Mans wird Jochen Hahn aber sicher noch einmal so richtig zeigen wollen, was in seinem Mercedes-RaceTruck steckt. Gerade hier konnte der Schwabe sich immer wieder bestens präsentieren, die Strecke liegt ihm einfach. Nicht so gute Erinnerungen hat der derzeit Führende in der Meisterschaft, Markus Bösiger, an Le Mans. Im letzten Jahr war er gleich nach dem Start des Samstags-Cup-Race nach einem kapitalen Crash ausgeschieden. Allerdings liegt auch der letzte Sieg seines ärgsten Widersachers beim Kampf ums Championat, Antonio Albacete, hier schon zwei Jahre zurück.
Der Vorsprung des Schweizers vor dem Spanier beträgt derzeit 34 Punkte - sollte der Wertungsausschluss in Most bestätigt werden, wären es 32. David Vrsecky liegt 70 Punkte hinter seinem Teamkollegen Bösiger und hat nur noch theoretische Titelchancen, aber immer noch beste Aussichten auf die Vizemeisterschaft. Der letztjährige Vizechampion Gerd Körber fightet mit Jochen Hahn nicht nur um den vierten Platz, sondern vor allem um den Ruhm des besten deutschen Piloten, der Badenser und der Schwabe liegen derzeit gerade mal 15 Punkte auseinander, wenn die jetzige Punkteregelung beibehalten und nicht noch rückwirkend geändert wird.
Bei der letzten Sitzung der Kommission soll nämlich auch angeregt worden sein, um dem derzeitigen Punktedilemma aus dem Weg zu gehen, sämtlichen unter den ersten Zehn platzierten Piloten Punkte zu geben. Das hieße zunächst erst einmal, die drei als Ersatz für FIA-Piloten eingesprungenen Fahrer Markus Oestreich, Ross Garrett und Markus Altenstrasser erhielten jetzt nachträglich doch noch Zähler, die bisher in den entsprechenden Rennen hinter diesen Piloten platzierten Kollegen müssten Punkte abgeben.
Ähnlich verhielt es sich mit den beiden Race-by-Race-Piloten, die neben den schon in den Punktelisten geführtem Vater-Sohn-Gespann Rodrigues auch unter die Top-Ten und damit in die ursprünglichen Punkterängen gefahren sind, Hans Joachim Stuck und Andy Levett.
Mit dieser Regelung ginge man natürlich dem Dilemma aus dem Weg, die das ursprüngliche Kriterium „Teilnahme an mindestens sieben Rennen“ nicht mehr erfüllenden Frankie Vojtisek, Simeon Martin sowie Eduardo und Jose Rodrigues wieder aus den Punktelisten streichen zu müssen, mit entsprechenden Konsequenzen für die nachplatzierten Piloten.
Wie man es auch dreht und wendet, es bleibt immer ein ungutes Gefühl, der durch eine von Anfang an eindeutige Regelung und klare Zuständigkeiten hätte vermieden werden können. Für den Ausgang der Meisterschaft wäre sowohl die eine als andere Regel letztendlich unbedeutend, da einzig in den beiden Quali-Races von Albacete mit Markus Oestreich sich einer der angesprochenen Piloten vor einen der drei Titelaspiranten, David Vrsecky, hat platzieren können. Ansonsten lagen die drei Meisterschaftsanwärter immer weiter vorn oder aber waren soweit zurückgefallen, dass sie auch durch nachträgliche Änderungen nicht mehr unter die ersten Zehn kämen, oder waren sogar ganz ausgefallen.
Die FIA selbst veröffentlicht immer noch keine Punktelisten, spätestens jetzt aber in Le Mans müsste geklärt sein, nach welchen Kriterien die Punktevergabe nun endgültig erfolgen soll.